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Vorstellungsgespräch: So meistern Sie die letzte Hürde

Mit der Einladung zu einem Vorstellungs- oder Bewerbungsgespräch stehen Sie kurz vor Ihrem Ziel. Ihre Bewerbungsunterlagen haben überzeugt. Nun möchte Ihr möglicher neuer Arbeitgeber wissen, ob der Mensch dahinter zum Unternehmen passt, seine Motivation echt ist und sich die Vorstellungen beider Seiten decken.

Bereiten Sie sich sorgfältig auf das Vorstellungsgespräch vor.

Bestätigen Sie dem Unternehmen die Einladung zum Bewerbungsgespräch möglichst sofort. Bedanken Sie sich freundlich. Scheuen Sie sich aber nicht, um Terminverschiebung zu bitten, falls der Terminvorschlag Ihnen Schwierigkeiten bereitet. Nutzen Sie die verbleibenden Tage zur Vorbereitung auf das Gespräch.

Dazu gehören die Zahl der Mitarbeiter, Standorte, Unternehmensstruktur, Firmengeschichte, Namen der Geschäftsleitung beziehungsweise des Vorstands, die wichtigen Produkte und die Konkurrenzunternehmen. Checken Sie die Webseite auf jüngste Pressemeldungen. Oft finden Sie dort auch ein Selbstporträt mit Firmenphilosophie („Wir über uns“).

Hängen die passenden Kleidungsstücke schon im Schrank oder müssen Sie noch mal shoppen gehen? Muss der Anzug oder das Kostüm vorher vielleicht noch in die Reinigung? Sind die Schuhe geputzt?

Falls Sie nicht bereits im Bewerbungsschreiben Ihre Gehaltsvorstellungen angegeben haben, sollten Sie sich jetzt auf die Frage gefasst machen.

Setzen sie sich gründlich mit Ihren Stärken und Schwächen auseinander. Überlegen Sie sich schlüssige Erklärungen für mögliche Schwachstellen in Ihrer Biografie, etwa eine abgebrochene Ausbildung. Verzichten Sie dabei unbedingt auf Schuldzuweisungen.

Informieren Sie sich über die Parkmöglichkeiten vor Ort beziehungsweise über die Verbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln – inklusive der genauen Abfahrtszeiten. Kalkulieren Sie genügend Zeit als Puffer ein. Idealerweise fahren Sie die Strecke einen oder zwei Tage vorher probeweise ab, möglichst an einem Werktag, um das Verkehrsaufkommen abschätzen zu können. Wenn der Unternehmensort gar mehrere hundert Kilometer entfernt sein sollte, reisen Sie am besten schon am Vortag an und übernachten in der Nähe des Betriebes.

Bereiten Sie Ihre Selbstpräsentation vor.

„Vielleicht erzählen Sie einfach erst mal etwas über sich“ – so oder ähnlich beginnen viele Vorstellungsgespräche. Für diesen Fall sollten Sie eine kurze Selbstpräsentation von drei bis sieben Minuten Länge vorbereiten. Üben Sie vor dem Spiegel mit Stoppuhr und Stichwortzettel. Das verschafft Sicherheit. Achten Sie jedoch darauf, dass Ihre Worte nicht auswendig gelernt klingen.

Ihr Gesprächspartner möchte sich vor allem einen ersten Eindruck von Ihrem Auftreten und Ihrer Fähigkeit zur Selbsteinschätzung machen. Er wird sie beobachten und unter Umständen mit Fragen nachhaken.

Sie können die Zeit nutzen, um zum Beispiel die wichtigen Stationen Ihres Werdegangs aufzuzeigen und Gründe für den eingeschlagenen Weg zu erläutern. Alternativ können Sie die Selbstpräsentation auch inhaltlich gliedern, etwa in „Wer ich bin“, „Was ich kann“ und „Was ich will“. Beginnen Sie nicht mit Ereignissen, die weit in der Vergangenheit liegen, sondern halten Sie sich an die Regel: das Wichtigste zuerst! So verhindern Sie, dass Ihr Gesprächspartner Sie unterbricht, bevor Sie die entscheidenden Botschaften vermittelt haben.

Der Tag des Vorstellungsgesprächs

Nehmen Sie zum Bewerbungsgespräch Ihre vollständigen Bewerbungsunterlagen, die Stellenanzeige und etwas zum Schreiben mit. Lesen Sie die Anzeige kurz vorher noch mal durch, um die genauen Anforderungen im Gespräch parat zu haben. Sind in der Einladung die Namen Ihrer Gesprächspartner genannt, prägen Sie sich diese gut ein.

Was anziehen zum Vorstellungsgespräch?

Die optimale Kleidung hängt stark von der Branche ab. Ein allzu förmliches Outfit wird zwar nur noch in wenigen Branchen erwartet, etwa bei Banken und Versicherungen. Mit einem konservativeren, zeitlosen Look gehen Sie dennoch auf Nummer sicher. In Freizeitkleidung erwecken Sie den Eindruck, die Stelle nicht ernst genug zu nehmen. In den meisten Positionen ist bei Männern die Kombination aus dunklem Sakko, weißem oder hellblauem Business-Hemd, einer sauberen Jeans und dunklen, frisch geputzten Glattlederschuhen eine gute Wahl. Auf die Krawatte dürfen Sie immer öfter verzichten. Frauen fahren in der Regel mit Blazer und Bluse kombiniert mit Rock oder Hose gut. Lassen Sie Schmuck, aufdringliche Duftwässerchen und starkes Make-up weg.

Ablauf eines Bewerbungsgesprächs

Eine Begrüßung, Vorstellung der Gesprächspartner und etwas Smalltalk zum Warm-up – „Wie war die Anreise?“ – sind Standard. Darüber hinaus verläuft jedes Vorstellungsgespräch anders. Inhalt und Dauer können stark variieren und hängen oft von der Funktion Ihrer Gesprächspartner ab. Sprechen Sie mit Ihrem fachlichen Vorgesetzten? Dann stellen Sie sich auf Fragen nach speziellen Kenntnissen oder Details Ihrer Ausbildung ein. Vertreter der Personalabteilung interessieren sich eher für Ihre Motivation. Sie klopfen zudem gern Ihre Einstellung nach Umständen ab, die dazu führen könnten, dass Sie das Unternehmen schnell wieder verlassen möchten. Typische Punkte sind wechselnde Arbeitszeiten, Einsätze an Wochenenden und eine lange Anfahrt zum Arbeitsort.

Häufige Fragen an Bewerber

Ihr Gegenüber möchte wissen, wie es um Ihre Selbsteinschätzung steht. Zeigen Sie sich selbstbewusst, aber auch fähig zur Selbstkritik, lernbereit und keinesfalls überheblich.

Stärken sollten Sie möglichst konkret mit Beispielen belegen können. Sind Sie zum Beispiel in Ihrer Freizeit als Sporttrainer aktiv? Dann spricht das für eine gute Kommunikationsfähigkeit oder Kompetenz in Sachen Konfliktlösung.

Schwächen an sich selbst zu erkennen ist in Wahrheit eine Stärke. Bleiben Sie authentisch und machen Sie sich bewusst: Jeder Mensch hat Schwächen. Zählen Sie hier keine fachlichen Defizite wie geringe Fremdsprachenkenntnisse oder schlechte Noten auf. Auch Belangloses wie „Ich nasche gerne“ möchte niemand hören. Überlegen Sie sich besser eine konkrete Situation, in der Sie aufgrund einer Schwäche einen Fehler begangen haben, und schildern Sie, wie Sie daraus gelernt haben.

Das Unternehmen will wissen, welchen Vorteil es hat, wenn es Sie einstellt, und ob Sie sich Ihres Wertes bewusst sind. Stellen Sie Ihre Stärken unbedingt im Zusammenhang mit dem gewünschten Arbeitsplatz dar. Verweisen Sie auf besondere Qualifikationen oder Erfahrungen, die aus den Bewerbungsschreiben hervorgehen.

Zeigen Sie, dass Sie sich inhaltlich mit der Stelle und dem Unternehmen auseinandergesetzt haben. Persönliche Gründe wie das gute Gehalt, angenehme Arbeitszeiten oder die Nähe zum Wohnort sollten Sie hier nicht erwähnen.

Stellen Sie sich als ambitioniert und realistisch dar. Machen Sie deutlich, dass Sie gerne langfristig in diesem Unternehmen arbeiten möchten und es nicht als Durchgangsstation betrachten.

Unzulässige Fragen

Nicht alle Fragen sind erlaubt. Seriöse Unternehmen werden Ihnen keine verbotenen Fragen stellen. Falls Sie dennoch mit einer dieser Fragen konfrontiert werden, sollten Sie die Antwort nicht verweigern, sofern Sie weiter an der Stelle interessiert sind. Stattdessen ist es erlaubt, die Unwahrheit zu sagen.

Sie sind lediglich dazu verpflichtet, Erkrankungen anzugeben, die Sie bei der Ausübung Ihres Berufes behindern oder einschränken könnten. Ansonsten sollten Sie ruhig und in glaubwürdigem Ton schildern, dass Sie keinerlei gesundheitliche Probleme haben.

Vor allem Frauen sollten bei der Antwort auf diese Fragen sehr vorsichtig sein. Natürlich möchte kein Betrieb nach kurzer Zeit auf eine Fachkraft aufgrund von Mutterschutz und Elternzeit verzichten. Aber: Sie haben das Recht, auf solche Fragen nicht wahrheitsgemäß zu antworten. Denn Fragen nach Familienplanung und Schwangerschaft sind prinzipiell verboten.

Eigene Fragen im Vorstellungsgespräch stellen

Fast jeder Arbeitgeber erwartet, dass Sie Ihre Kompetenz und Motivation auch in Form von eigenen Fragen demonstrieren. Der richtige Zeitpunkt dafür ist meist am Ende des Termins. Sie dürfen sich deshalb während des Gesprächs Notizen machen. Stellen Sie aber keine Fragen, die Sie leicht auch vor dem Gespräch hätten klären können, zum Beispiel nach der Zahl der Mitarbeiter. Vermeiden Sie auch Fragen, die im bisherigen Verlauf des Gesprächs bereits beantwortet wurden.

  • Ist diese Stelle neu geschaffen worden oder schon länger ein fester Bestandteil Ihres Unternehmens?
  • Wie sieht ein typischer Arbeitstag aus?
  • Mit welchen Abteilungen und Personen würde ich zusammenarbeiten?
  • Wie möchten Sie die Einarbeitungsphase organisieren?
  • Welche Möglichkeiten der Fort- und Weiterbildung bietet Ihr Unternehmen an?
  • Wie groß ist die Belastung in meiner künftigen Position?
  • Wie alt ist mein künftiger Vorgesetzter?
  • Ich habe zeitaufwendige Hobbys. Wie sieht es mit flexiblen Arbeitszeiten aus?
  • Wann kann ich den ersten Urlaub nehmen?

Fragen nach Gehalt und Zahl der Urlaubstage

Natürlich haben Sie auch das Recht zu erfahren, was der Arbeitgeber zu bieten hat. Fragen dieser Art gehören aber ans Ende des Gesprächs oder in ein separates Folgegespräch. Warten Sie, bis Ihr Gesprächspartner diese Punkte von selbst anspricht. Ist das bis zum Ende des Termins nicht passiert, übernehmen Sie die Initiative.

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