Schwanger auf Reisen

Schwangere müssen nicht aufs Verreisen verzichten. Wichtig ist, dass Sie sich dabei rundum sicher fühlen. Sie sollten deshalb ein paar Dinge beachten und den Urlaub gut vorbereitet antreten.

Schwangere lässt sich im Meer treiben – iStockphoto 185058430 © cdwheatley

Die Gesundheit von Mutter und Kind steht im Mittelpunkt

Bevor das Baby kommt, möchten Sie vielleicht noch einmal richtig ausspannen und mit Ihrem Partner die Zweisamkeit genießen. Viele werdende Eltern sind unsicher, was für eine Schwangere zu anstrengend ist oder gar dem Baby schaden könnte. Die körperliche Belastung einer Urlaubsreise ist in der Schwangerschaft höher, da der Kreislauf „für zwei“ läuft – und damit auf Hochtouren. Aber natürlich dürfen Sie reisen, vorausgesetzt der behandelnde Arzt oder Ihre Hebamme hat keine Bedenken.

Der Reisezeitpunkt

Die beste Reisezeit für Schwangere liegt im zweiten Drittel der Schwangerschaft.

Erstes Schwangerschaftsdrittel

Im ersten Drittel raten viele Ärzte von einer größeren Reise ab, da die Schwangerschaft noch recht sensibel und das Risiko einer Fehlgeburt höher ist. Außerdem fühlen sich viele Frauen durch die Umstellung müde oder ihnen ist häufig übel.  

Zweites Schwangerschaftsdrittel

Das zweite Drittel ist ideal für einen Urlaub geeignet. Die werdende Mama fühlt sich in der Regel fit und voller Energie, der Bauch ist eher noch klein.

Drittes Schwangerschaftsdrittel

Im letzten Trimester ist der Bauch oft schon groß, die Bewegungsfreiheit eingeschränkt und die Geburt naht. Prinzipiell ist eine Reise noch möglich, aber für die werdende Mutter einfach zu anstrengend.

Reiseziele für Schwangere

Der Körper der Schwangeren wird doppelt beansprucht. Das heißt, Hochgebirgstouren, Rund- oder Abenteuerreisen sollten Sie von der Liste streichen. Auch Fernreisen in exotische Länder mit extremem Klima gehören nicht zu den empfehlenswerten Zielen für werdende Mütter. Oft sind hier zusätzliche Impfungen erforderlich, die den Körper und erst recht das Ungeborene stark belasten. Reiseländer, in denen sich die hygienischen Verhältnisse sehr von den europäischen unterscheiden, sollten Sie ebenfalls überdenken. Europäische Ziele sind in der Schwangerschaft auf jeden Fall zu bevorzugen.

Per Flugzeug, Auto oder Zug: Das gilt für Schwangere

Auch bei der Urlaubsanreise sollten Schwangere einige Punkte berücksichtigen:

Liegen keine ärztlichen Bedenken vor, können Sie auch in der Schwangerschaft fliegen. Trotz erhöhter Strahlenbelastung werden auch einzelne Langstreckenflüge in der Regel nicht als gefährlich angesehen. Auch der geringfügig verminderte Sauerstoffdruck im Flugzeug stellt für die meisten Schwangerschaften kein Risiko dar.
Was Sie aber bedenken sollten:

  • Holen Sie vor Ihrer Reiseplanung und vor Reiseantritt eine ärztliche Einschätzung ein.
  • Geben Sie bei der Buchung direkt an, dass Sie schwanger sind. Fluggesellschaften empfehlen, ab der 28. Woche der Schwangerschaft ein ärztliches Attest einzuholen. Es sollte Geburtstermin und Reisefähigkeit bestätigen.
  • Bei einem Flug ist es für Schwangere günstig, einen Platz am Gang zu reservieren. So haben Sie etwas mehr Beinfreiheit und können bequemer zur Toilette gelangen.
  • Da auf längeren Flügen die Gefahr einer Thrombose höher ist, besprechen Sie mit Ihrem Arzt, ob Sie Kompressionstrümpfe tragen sollten.
  • Bei fast allen Fluggesellschaften gilt ab der 34. Schwangerschaftswoche ein Transportverbot für Schwangere. Das Risiko einer Geburt an Bord ist zu hoch.
  • Übrigens: Wenn eine Fluggesellschaft Sie trotz Schwangerschaft mitnimmt, heißt das nicht, dass Sie im Zielland auch einreisen dürfen. In den USA müssen Sie als Schwangere beispielsweise nachweisen, dass Sie ausreichend krankenversichert sind. Erkundigen Sie sich also beim Reiseveranstalter oder dem Auswärtigen Amt über die jeweiligen Einreisebedingungen für Schwangere.

Viele Schwangere bevorzugen eine Urlaubsreise im Auto, weil es praktisch ist.
Achten Sie dabei auf Folgendes:

  • Schnallen Sie sich richtig an. Der Dreipunktgurt sollte nicht zu locker sitzen und über der Brust und unterhalb des Bauches verlaufen. So sind Sie und das Ungeborene am besten geschützt.
  • Machen Sie häufig Pausen, denn langes Sitzen schränkt die Blutzirkulation im Beckenbereich ein. Bewegen Sie sich. Machen Sie zum Beispiel leichte Spaziergänge an der frischen Luft, um den Kreislauf in Schwung zu bringen.
  • Haben Sie einen Unfall, suchen Sie einen Arzt auf. Auch dann, wenn Sie sich nicht offensichtlich verletzt haben. Die Gefahr einer Plazentaablösung sollte ausgeschlossen werden.

Eine Zugfahrt ist eine komfortable Art, während der Schwangerschaft zu reisen. Sie können jederzeit aufstehen und sich die Beine vertreten, brauchen sich nicht auf den Verkehr zu konzentrieren oder sich anzuschnallen. Dennoch einige Tipps:

  • Wenn Sie mit viel Gepäck reisen, können Sie Koffer zuvor mit dem Gepäckservice der Deutschen Bahn an den Urlaubsort schicken lassen.
  • Eine Sitzplatzreservierung ist empfehlenswert, dann werden Sie es wahrscheinlich bequemer haben.
  • Falls Sie umsteigen müssen, sollten Sie genügend Zeit einplanen, um in Ruhe das Gleis wechseln zu können.

Wann Sie als Schwangere lieber nicht verreisen sollten

Obwohl Sie sich darüber freuen, bedeutet eine Reise Stress und Anstrengung. Deshalb sollten Frauen bei einer Risiko- oder Mehrlingsschwangerschaft zuvor in jedem Fall mit ihrem Arzt oder der Hebamme sprechen. Verzichten Sie auf eine Reise bei:

  • Blutungen
  • frühzeitigen Wehen
  • fortgeschrittener Schwangerschaft (ab der 36. Schwangerschaftswoche)

Checkliste für die Reise in der Schwangerschaft

Als Schwangere auf Reisen sollten Sie unbedingt daran denken:

  • Der Mutterpass muss immer im Gepäck sein.
  • Achten Sie auf eine ärztliche Versorgung und Hygiene am Urlaubsort.
  • Übermäßige Hitze, Höhen über 2.500 Meter und große Anstrengung sollten Sie meiden.
  • Trinken Sie genug.
  • In warmen Ländern sollten Sie kein halb gegartes Fleisch, Speisen mit rohen Eiern (Tiramisu, Mayonnaisen, Eis) verzehren und Obst immer schälen – es besteht die Gefahr von Darminfektionen.
  • Gehen Sie nur selten in die Sonne und dann nur mit entsprechendem Lichtschutzfaktor.
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