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Spezielle Impfungen für Reisende

Wenn Sie einen Urlaub im Ausland planen, sollten Sie frühzeitig vor Reiseantritt Ihren Impfschutz ärztlich prüfen lassen. Vor allem für Fernreisen sind besondere Reiseschutzimpfungen sinnvoll, teilweise sogar vom Einreiseland vorgeschrieben. Informieren Sie sich rechtzeitig, für welches Land welche Impfungen empfohlen werden und wie lange sie benötigen, um einen Grundschutz zu erlangen.

Backpacker – iStockphoto 681899406 © twinsterphoto

Wichtige Impfungen für jede Reiseregion

Beachten Sie zunächst die Impfempfehlungen für Deutschland. Prüfen Sie, ob Sie ausreichend gegen Tetanus, Diphtherie, Polio, Masern-Mumps-Röteln, Pneumokokken, Keuchhusten und Hepatitis B geimpft sind, außerdem auch gegen Hepatitis A. Diese Infektionen drohen grundsätzlich auch außerhalb von Deutschland. Dazu kommen weitere Impfungen, je nachdem, wohin Sie verreisen.

Manche Impfungen sind vorgeschrieben

Ihr optimaler Impfschutz für Reisen wird ergänzt mit den fürs Reiseland generell empfohlenen oder womöglich vorgeschriebenen Impfungen und den individuellen Impfungen, wenn Sie einem besonderen Risiko ausgesetzt sind.

  • Wie steht es um Ihr individuelles Verhalten? Haben Sie gesundheitliche Probleme, die bedacht werden sollten? Wohnen Sie in Unterkünften mit schlechten hygienischen Verhältnissen?
  • Manche Reiseländer schreiben bestimmte Impfungen gesetzlich vor, zum Beispiel gegen Gelbfieber. Es kann sein, dass Sie ohne den nötigen Impfnachweis nicht einreisen dürfen.

Weil die Empfehlungen für jedes Reiseland anders sind, sollten Sie sich individuell von Ihrem Hausarzt beraten lassen. Für den Termin bringen Sie am besten die wichtigsten Informationen zur Reise mit:

  • Reiseziel und Reiseroute
  • Datum und Dauer des Aufenthaltes
  • eventuell akute oder chronische Erkrankungen
  • Liste mit Medikamenten, die Sie einnehmen
  • bereits vorhandene Impfungen (Impfausweis)

Auswahl gängiger Reiseimpfungen

In den folgenden Abschnitten finden Sie eine Auswahl der am häufigsten empfohlenen Reiseschutzimpfungen für touristische Aufenthalte. Bitte beachten Sie, dass die Liste keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Je nach Impfstoff kann es abweichende Impfschemata geben. Näheres zu den jeweils aktuell geltenden Empfehlungen erfahren Sie zum Beispiel in den Länderinformationen des Auswärtigen Amts.

Hepatitis A und B sind gefährliche Entzündungen der Leber, die von Viren verursacht werden. Mit Hepatitis A können Sie sich zum Beispiel bei gemeinsamer Benutzung von Toiletten und Handtüchern anstecken, aber auch durch verunreinigte Lebensmittel und Wasser. Das Virus kommt überall dort vor, wo schlechte sanitäre Bedingungen herrschen. Das gilt auch für touristische Ziele wie Thailand, Bali oder die Karibik. Hepatitis B wird über Körperflüssigkeiten übertragen, zum Beispiel über Sexualkontakte oder schlecht gesäuberte Tätowiernadeln. Die Infektion ist weltweit sehr verbreitet und kann bei chronischem Verlauf Leberkrebs begünstigen.

Impfung gegen Hepatitis A und B: bei Verwendung des Kombinationsimpfstoffs zwei Dosen im Abstand von vier Wochen. Eine dritte Impfung nach sechs Monaten sorgt für den Langzeitschutz. Für Erwachsene besteht die Möglichkeit einer Schnellimmunisierung mit drei Dosen innerhalb von drei Wochen.

Tollwut ist eine schwere Virusinfektion des zentralen Nervensystems, die fast immer tödlich endet. Das Virus wird durch den Speichel infizierter Tiere übertragen, zum Beispiel durch einen Hundebiss oder einen anderen Kontakt mit den Schleimhäuten des Tieres. Die Hauptrisikoregionen liegen in Indien, China, Russland, Afrika und Südostasien sowie in Mittel- und Südamerika.

Impfung gegen Tollwut: Für einen vorbeugenden Schutz sind drei Impfungen innerhalb von 28 Tagen vorgesehen.

Typhusbakterien können eine Reihe von Beschwerden hervorrufen, unter anderem heftige Bauchschmerzen und Durchfälle – eine Gefahr vor allem für Kinder und Menschen mit geschwächtem Immunsystem. Die Erreger verbreiteten sich über verunreinigte Nahrungsmittel und Wasser. Typhus ist weltweit in allen Regionen mit schlechten sanitären Bedingungen ein Problem.

Impfung gegen Typhus: als einmalige Spritze oder Schluckimpfung (drei Kapseln verteilt über fünf Tage).

  • Die Spritze enthält einen Totimpfstoff, dessen Schutzwirkung nach etwa 14 Tagen einsetzt und nach drei Jahren erneuert werden muss.
  • Die Schluckimpfung geschieht mit einem Lebendimpfstoff. Sie wirkt nur, wenn nicht zugleich Malariamittel oder Antibiotika eingenommen werden. Der Schutz setzt nach etwa zehn Tagen ein und hält ein bis maximal drei Jahre an.

Beide Impfstoffe bieten keinen sicheren Schutz vor Typhus. Halten Sie daher unbedingt vor Ort die Hygieneregeln ein.

Diese Reiseimpfungen übernimmt die AOK Bayern

Vor Reisen in tropische und subtropische Länder ist es sinnvoll, sich über gesundheitliche Gefahren und mögliche Vorsorgemaßnahmen zu informieren und gegebenenfalls impfen zu lassen. Die Kosten für folgende Impfungen übernimmt die AOK Bayern einmal pro Kalenderjahr:

  • Malariaprophylaxe
  • Typhusimpfung
  • Gelbfieberimpfung
  • Hepatitis-A- und -B-Impfung
  • Tollwutimpfung

Zeitraum: 1 Mal pro Kalenderjahr

Erstattung: 80 Prozent der Kosten (bis zu 100 Euro) für den Impfstoff ohne Behandlungskosten des Arztes.  

So geht’s: einfach Privatrezept, Rechnung und einen formlosen Nachweis über die Reise einreichen.  

Hinweis: Wenn Sie an einem Arztnetz, dem Hausarztvertrag oder dem Kinder- und Jugendarztvertrag teilnehmen, darf nur der von Ihnen gewählte Arzt die Reiseimpfungen durchführen bzw. die Medikamente verordnen. Als Ausnahme gilt die Gelbfieberimpfung – Sie können jede anerkannte Gelbfieberimpfstelle auch ohne Überweisung Ihres gewählten Arztes in Anspruch nehmen.
Hierbei handelt es sich um eine unserer Leistungen aus dem "Mehr Vorsorge für mich" - Konto. Weitere Infos finden Sie hier.

Wer trägt die Kosten für die Reiseimpfungen?

Impfungen für Auslandsreisen gehören nicht zu den Regelleistungen gesetzlicher Krankenkassen. Wir geben Ihnen gerne Auskunft, welche Impfkosten für Sie übernommen werden können.

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