Angebot anzeigen für:
Kontakt zu meiner AOK Bayern
Ort/Kasse korrigieren
Geschäftsstellen werden geladen ...

Kaiserschnitt: Neue Leitlinie soll bei der Entscheidung helfen

Fast jede dritte Geburt in Deutschland erfolgt per Kaiserschnitt. Doch nur in sehr wenigen Fällen ist ein Kaiserschnitt, auch Sectio genannt, medizinisch notwendig. Die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) hat deshalb eine medizinische Leitlinie zur Sectio mit zahlreichen Empfehlungen für Schwangere, Ärzte und Hebammen herausgegeben. Sie hilft Geburtshelfern und Schwangeren, die für die werdende Mutter beste Entscheidung zu treffen.

Sichere Entscheidungen, bessere Beratung

Werdende Mütter möchten die beste Beratung und Behandlung für sich und ihr Baby bekommen. Dabei unterstützen sie Hebammen, Ärzte, Geburtshelferinnen und die Gesundheitskasse.

Die neue Leitlinie zum Kaiserschnitt gibt Hebammen und Ärzten mehr Sicherheit bei der Beurteilung, wie notwendig oder angemessen ein Kaiserschnitt ist. Außerdem können sie dank der Zusammenstellung der aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse Frauen besser über die Vor- und Nachteile einer Entbindung per Kaiserschnitt aufklären und sie beraten.

Dadurch sollen unnötige Kaiserschnitte vermieden werden. In welcher Art diese Aufklärung durch die Geburtshelfer stattfindet, ist von verschiedenen Umständen – etwa der individuellen Situation, der verfügbaren Zeit – und auch dem Willen der Schwangeren abhängig.

Die neue medizinische Leitlinie der DGGG zum Kaiserschnitt geht grundsätzlich von drei Ebenen der Entscheidungsfindung aus und gibt dazu allgemeine Beratungsempfehlungen für Hebammen und Ärzte:

Die Schwangere wird über die Vor- und Nachteile nur einer Entbindungsart von der Hebamme und dem Arzt aufgeklärt. Sie kann der Behandlung zustimmen oder sie ablehnen. Die Frau hat keinen Einfluss auf den Umfang der Beratung.

Hebamme oder Arzt informieren die werdende Mutter über die Vor- und Nachteile gleich mehrerer Entbindungsarten. Neben der natürlichen Geburt im Kreißsaal, im Geburtshaus oder zuhause sowie der Kaiserschnittgeburt können beispielsweise die Wassergeburt, die Saugglockengeburt oder die Entbindung im Gebärhocker eine Alternative sein.

Bei einer informierten Wahl erhält die Schwangere zudem Gelegenheit, sich eigenständig über die bestehenden Möglichkeiten zu informieren. Sie genießt Wahlfreiheit.

Der Arzt und die Hebamme besprechen mit der Schwangeren, dass eine Entscheidung für eine Entbindungsart getroffen werden muss. Die werdende Mutter kann selbst bestimmen, inwiefern sie in den Entscheidungsprozess einbezogen sein möchte.

Sollte sich die Frau die Beteiligung daran wünschen, wird das in einer Vereinbarung festgehalten. Anschließend bespricht die Frau die möglichen Optionen einer Entbindung mit dem Arzt und der Hebamme. Die Entscheidung treffen alle drei gemeinsam.

Die neue Leitlinie gibt grundsätzlich folgende Empfehlungen:

  • Hebamme und Arzt sollten die Schwangere frühzeitig mit wissenschaftlich belegten Informationen und beratender Unterstützung versorgen, um sie zu einer sogenannten informierten Wahl zu befähigen.
  • Die Sichtweisen und Bedenken der Schwangeren werden von Hebamme und Arzt wertschätzend in den Beratungs- und Entscheidungsprozess integriert.
  • Hebammen und Ärzte sollten Schwangere, die den Wunsch einer Kaiserschnittgeburt haben, darüber aufklären, wie angemessen oder notwendig eine solche Entbindung ist. Die werdende Mutter sollte erfahren, wie die Operation abläuft, welche Risiken damit verbunden sind und welche eventuellen Auswirkungen eine Sectio für weitere Schwangerschaften haben kann.
  • Hebammen und Ärzte sollten die Informationen so vermitteln, dass sie für medizinische Laien verständlich sind. Die Bedürfnisse von Frauen, die einer ethnischen Minderheit angehören, deren Muttersprache nicht Deutsch ist oder die nicht lesen können, die eine Behinderung oder Lernschwierigkeiten haben, sollten sie entsprechend berücksichtigen.

Kaiserschnitte sind in Deutschland oft unnötig

In den vergangenen 30 Jahren hat sich die Kaiserschnittrate in Deutschland nahezu verdoppelt. Laut Statistischem Bundesamt lag der Anteil der Geburten, die per Kaiserschnitt durchgeführt wurden, im Jahr 1991 bei 15,3 Prozent. Im Jahr 2018 war der Anteil mit 31,6 Prozent fast doppelt so hoch.

Aber nur etwa 15 Prozent der Kaiserschnitte sind laut der neuen Leitlinie medizinisch notwendig. Die hohe Anzahl von Kaiserschnitten liegt offenbar auch daran, dass regionale Unterschiede bestehen. Durch die neue Leitlinie können die Schwangerenberatung und die Beurteilung eines Kaiserschnitts bundesweit angeglichen werden.

Unter welchen Voraussetzungen ein Kaiserschnitt notwendig ist und in welchen Fällen die AOK die Kosten für die chirurgische Geburtshilfe übernimmt, erfahren Sie hier.

So kann die AOK Sie darüber hinaus während der Schwangerschaft, bei der Geburtsvorbereitung und nach der Geburt unterstützen.

Das könnte Sie auch interessieren

navirus SARS-CoV-2: Welche Symptome treten auf? Wie verläuft die Atemwegserkrankung COVID-19?
Mehr erfahren
Beim Verdacht auf eine Coronavirus-Infektion wird getestet. Wie der Test abläuft und was die AOK bezahlt.
Mehr erfahren
Durchstarten als Experte im Gesundheitswesen.
Mehr erfahren

Kontakt zu meiner AOK BayernOrt/Kasse korrigieren

Zur Kontaktseite

Newsletter

Der AOK-Newsletter schickt monatlich die neuesten Meldungen aus den Bereichen Medizin, Fitness, Ernährung, Karriere und Gesundheit in Ihr Postfach.

Um einen RSS-Feed zu abonnieren, benötigen Sie einen Browser, der RSS unterstützt. Die aktuellen Standardbrowser (z. B. Mozilla Firefox, Internet Explorer oder Chrome) unterstützen RSS-Feeds. Um die Feeds zu abonnieren, klicken Sie bitte auf den unten angegebenen Link. Benennen Sie den RSS-Link nach Ihren Wünschen und speichern Sie ab. Über eine neue Schaltfläche in Ihrem Browser können Sie dann die News erreichen.
Die RSS-Technologie ermöglicht Ihnen die tagesaktuellen News aus der Themenwelt der aok.de einfach und bequem zu abonnieren. Sie können sich unsere News-Themen in ihrem Browser oder einem RSS-Reader anzeigen lassen. Teilweise unterstützen auch Bildschirmschoner und E-Mail-Programme den RSS-Feed. Sie können daher die News sehr flexibel einsetzen.
Zur Kontaktseite