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Umschulung Alg 1 Beschäftigungsverbot

Liebes Experten Team,

ich möchte gerne eine Frage für eine Kollegin stellen. Und zwar ist sie aktuell in der 6. Ssw schwanger und befindet sich in einer Umschulung mit Bezug von ALG1 von der Agentur für Arbeit.

 

Nun ist es so, dass ihr Arzt ihr ein Beschäftigungsverbot aussprechen möchte. Sie hat allerdings angst das sie danach von nirgendwo her Leistungen bekommt.

 

Nun meine Frage, würde sie im Falle eines BV's für die gesamte Schwangerschaft von der Krankenkasse Krankengeld bekommen? Auch wenn Ihr Anspruch auf ALG 1 zum 18.5.18 erlischt (da Umschulung dort endet). Oder erlischt der Anspruch auf Krankengeld mit Anspruchsende des ALG 1 oder hat sie vllt nicht mal Anspruch auf Krankengeld? Sie ist bei ihrem Mann familienversichert.

 

Vielen Dank im voraus.

 

Mit freundlichen Grüßen 

 

Tanja 

 

 

 

Hallo Tanja,

danke für Ihre Anfrage. Leider ist für uns Einiges unklar.

Sie schreiben, dass Ihre Kollegin Arbeitslosengeld 1 während einer Umschulung bezieht, sie aber familienversichert sei. Der Bezug von Arbeitslosengeld löst jedoch eine eigene Mitgliedschaft aus. Hier wäre also zu prüfen, ob sie tatsächlich Arbeitslosengeld oder aber eine andere Geldleistung der Arbeitsagentur bezieht.

Zum Beschäftigungsverbot: Hier zahlt der Arbeitgeber das Entgelt weiter, ein Krankengeldanspruch wird dadurch nicht ausgelöst. Grds . besteht ein Krankengeldanspruch nur bei Arbeitsunfähigkeit. Bei Arbeitsunfähigkeit würde ein Krankengeldanspruch - bei Vorliegen der Voraussetzungen-  auch über das Ende der Umschulung hinaus bestehen.

Nun schildern Sie aber, dass es sich um eine Umschulung handelt. Zahlt hier der Arbeitgeber Entgelt oder die Arbeitsagentur das Arbeitslosengeld? Endet das Arbeitslosengeld mit dem Ende der Umschulung wegen Erreichen der Höchstbezugsdauer?

Sie sehen: Hier wären noch einige Fragen zu klären. Schon wenn der Sachverhalt ein wenig differiert, kann das Ergebnis ganz anders sein. Daher empfehlen wir Ihrer Kollegin, sich zur abschließenden Klärung direkt an ihre AOK zu wenden.

Wir wünschen Ihnen eine schöne Adventszeit

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Expertenteam der AOK

Guten Tag,

habe nun nochmal mit ihr gesprochen. Also es ist tatsächlich so, dass sie ALG 1 bezieht und dadurch eigenständig versichert ist.

Sie erhält kein Arbeitsentgelt von einem Arbeitgeber, sondern nur ALG 1 von der Agentur für Arbeit, welches mit Beendigung der Umschulung nicht mehr gezahlt wird, da dann die Höchstbezugsdauer erreicht ist. (Umschulung endet am 18.5.18)

Habe ich richtig verstanden, dass sie bei einem Beschäftigungsverbot noch während der Umschulung kein Krankengeld erhalten würde? Auch nicht, wenn die Umschulung am 18.5.18 endet? Müsste dann für den Zeitraum von jetzt bis zum 18.5.18 die Agentur für Arbeit weiter zahlen und ab dem 18.5.18 würde sie von nirgendwo mehr Geld erhalten?

Eigentlich ist der Bezug von ALG 1 doch einer versicherungspflichtigen Tätigkeit gleichgestellt, weshalb sie doch dann zumindest nach Beendigung der Umschulung und Wegfall des ALG 1 ins Krankengeld fallen müsste oder? 

Sie spricht, sehr schlecht deutsch, daher helfe ich ihr ein wenig und wäre dankbar wenn Sie mir vielleicht nochmal antworten könnten :)

Liebe Grüße und vielen Dank!

 

Tanja

Hallo Tanja,

 danke für Ihre zusätzlichen Informationen und Klarstellungen; dadurch können wir unsere Antwort erweitern.

 Zunächst wäre zu klären, ob hier tatsächlich ein Beschäftigungsverbot angezeigt ist.  Dieses setzt voraus, dass tatsächlich eine Beschäftigung stattfindet. Bei einem Beschäftigungsverbot zahlt der Arbeitgeber das Entgelt weiter, Krankengeld wird hier nicht gezahlt.  

 Ihre Kollegin führt jedoch eine Umschulung durch und erhält Arbeitslosengeld 1. Wenn sie diese auf Grund der Schwangerschaftsbeschwerden nicht mehr ausüben kann, wäre hier eher eine Arbeitsunfähigkeit zu denken.

 Wenn und solange die Ärztin Arbeitsunfähigkeit attestiert, erhält Ihre Kollegin zunächst das Arbeitslosengeld für die Dauer von sechs Wochen von der Arbeitsagentur weiter. Besteht dann weiterhin Arbeitsunfähigkeit zahlt die AOK Krankengeld in Höhe des Arbeitslosengeldes, maximal bis zum Beginn der Schutzfrist. Mutterschaftsgeld wird für die gesamten Schutzfristen (6 Wochen vor bis zu 8 Wochen nach der Entbindung) in gleicher Höhe gezahlt.

 Während der Zeiten des Krankengeld- und Mutterschaftsgeldbezuges bleibt die Mitgliedschaft für Ihre Kollegin beitragsfrei erhalten.

 Wir hoffen, Sie können Ihrer Kollegin mit diesen Informationen weiterhelfen.

 Mit freundlichen Grüßen
Ihr Expertenteam der AOK

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