Trinkwasser – kennen Sie sich aus?
Richtig oder falsch? Der Mensch besteht zur Hälfte aus Wasser.
Richtig, genauer gesagt zu 50 bis 60 Prozent. Wasser ist nicht nur ein wichtiger Baustein für die Zellen und Flüssigkeiten des Körpers. Es ist auch an vielen Stoffwechselprozessen beteiligt. Wenn es warm ist, kühlt sich der Körper, indem er Wasser abgibt – wir schwitzen. Durch diese Prozesse verlieren wir pro Tag etwa 2,6 Liter Wasser. Wenn uns Wasser fehlt, wird das Blut dick und fließt langsamer. Die Organe werden dann schlechter mit Nährstoffen versorgt. Vor allem die Muskeln und das Gehirn reagieren dann schnell mit einem Leistungsabfall. Wie empfindlich der Wasserhaushalt ist, zeigt folgende Grafik:

Richtig oder falsch? 1,5 Liter Wasser am Tag sind für einen Erwachsenen genug.
Das lässt sich so pauschal nicht sagen. Für einen durchschnittlichen gesunden Erwachsenen empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung rund 1,5 Liter Wasser pro Tag zu trinken. Diese Menge kann jedoch abweichen:
- Wenn es draußen warm ist, schwitzen wir mehr. Das verlorene Wasser muss dann durch Trinken wieder ersetzt werden.
- Wer beim Sport schwitzt, benötigt mehr Wasser. Pro halbe Stunde Training darf es ruhig ein halber Liter sein. Legen Sie regelmäßige Trinkpausen ein, wenn Sie länger als eine Stunde aktiv sind.
- Auch über das Essen nehmen wir Wasser auf: Wer also weniger isst, weil er zum Beispiel eine Diät macht (Ausnahme: Suppendiäten), darf ruhig noch häufiger zur Wasserflasche greifen.
Achtung: Menschen, die an Herzinsuffizienz leiden, sollten ihre Trinkmenge mit ihrem behandelnden Arzt abstimmen. Denn zu viel Wasser kann das Herz zusätzlich belasten.
Richtig oder falsch? Es reicht, zu trinken, sobald man Durst bekommt.
Durst ist ein Signal dafür, dass der Körper Flüssigkeit braucht. Doch man sollte sich nicht allzu sehr darauf verlassen. Wenn wir konzentriert an etwas arbeiten oder sehr gestresst sind, wird das Durstgefühl unterdrückt. Gerade ältere Menschen haben seltener Durst, obwohl ihr Körper Wasser benötigt. Es lohnt sich also, schon zu trinken, bevor der Durst sich überhaupt einstellt.
Folgendes können Sie tun, wenn Sie dazu neigen, das Trinken zu vergessen:
- Stellen Sie Wasserflaschen und -karaffen immer griffbereit in der Wohnung auf. Eine Wasserflasche am Bett erinnert Sie schon beim Aufwachen ans Trinken. Es gibt sogar Trinkflaschen mit aufgedruckten Zeitangaben: So behalten Sie tagsüber den Überblick, wieviel Sie je nach Tageszeit schon getrunken haben sollten.
- Legen Sie sich für die Arbeit oder längere Ausflüge eine schöne Trinkflasche zu, die Sie immer mitnehmen.
- Trinken Sie grundsätzlich Wasser zu den Mahlzeiten.
- Wenn Sie ein Smartphone haben, können Sie sich eine App herunterladen, die Sie regelmäßig ans Trinken erinnert. Viele Anwendungen sind kostenlos.
Richtig oder falsch? Man kann auch zu viel trinken.
Theoretisch ja. Bei gesunden Menschen kommt das aber praktisch nicht vor. Die Nieren sind so leistungsfähig, dass sie über den Tag verteilt bis zu zehn Liter Flüssigkeit verarbeiten können. Kritisch wird es, wenn mehrere Liter Wasser auf einmal getrunken werden. Im schlimmsten Fall kommt es zu einer Wasservergiftung, die mit Übelkeit, Erbrechen und Schwindel einhergehen kann. Übermäßiges Durstgefühl kann zudem ein Anzeichen für Diabetes sein.
Achtung: Menschen mit Herzinsuffizienz oder Nierenerkrankungen sollten eine bestimmte Trinkmenge nicht überschreiten. Besprechen Sie sich dazu mit Ihrem Arzt.
Richtig oder falsch? Viel Wasser zu trinken beugt Falten vor und macht schlank.
Diese Behauptungen konnten in wissenschaftlichen Studien bisher nicht belegt werden. Falten entstehen nicht durch Flüssigkeitsmangel, sondern durch ein schwaches Bindegewebe. Wasser trinken verbrennt auch keine Kalorien. Dennoch kann es sinnvoll sein, mehr zu trinken, wenn man abnehmen möchte, vor allem weil Wasser den Magen füllt, dadurch ein Sättigungsgefühl erzeugt und den Stoffwechsel ankurbelt. Viele Menschen nehmen außerdem ab, wenn sie zuckerhaltige Limonaden, Fruchtsäfte und Alkohol durch Wasser ersetzen. Hier noch ein paar Tipps, wie Wasser beim Abnehmen helfen kann:
- Verdünnen Sie Fruchtsäfte in einem Verhältnis von 1:3 mit Wasser.
- Greifen Sie zu bei Gemüse und Obst: Diese enthalten viel Wasser, bei wenig Kalorien. Oder probieren Sie unsere gesunden Smoothies.
- Peppen Sie Ihr Wasser auf, indem Sie z. B. Zitronenscheiben, frische Minze oder Ingwer mit in die Flasche bzw. Karaffe geben. Sechs leckere Rezepte finden Sie hier.
Richtig oder falsch? Leitungswasser sollte man in manchen Regionen Deutschlands nicht trinken.
Früher, als die Wasserrohre noch aus giftigem Blei und Kupfer bestanden, war es tatsächlich nicht empfehlenswert, sein Glas unter den Wasserhahn zu halten. Haushalte mit Bleirohren gibt es aber so gut wie gar nicht mehr. Wie Sie Bleirohre erkennen, erklärt das Umweltbundesamt.
Heutzutage ist Leitungswasser deutschlandweit wohl das am besten kontrollierte Lebensmittel. Im Gegensatz zu Flaschenwasser ist es immer verfügbar, preisgünstig und kommt ohne umweltschädliche Verpackung aus. In manchen Regionen enthält Leitungswasser viel Kalzium und Magnesium. Diese wichtigen Mineralstoffe machen das Wasser „hart“, also kalkhaltig. Zwar sind Kalzium und Magnesium wichtige Nährstoffe für den Körper – sie geben dem Wasser aber auch einen herben Beigeschmack. In diesem Fall können Sie einen Wasserfilter verwenden oder legen Sie sich einen Wassersprudler zu, wenn Sie Kohlensäure mögen.
WICHTIG: Natürliches Mineralwasser aus der Flasche enthält meist mehr Mineralstoffe als Leitungswasser. Es ist deshalb vor allem für Sportler zu empfehlen, die einen erhöhten Mineralstoffbedarf haben, oder für Menschen, die nicht genügend nährstoffreiche Lebensmittel essen. Wer sich ausgewogen und abwechslungsreich ernährt, erhält in der Regel über seinen Speiseplan ausreichend Mineralstoffe (siehe Bundeszentrum für Ernährung).
Richtig oder falsch? Kaffee entzieht dem Körper Wasser.
Tatsächlich erhöht Kaffee den Harndrang. Dieser Effekt ist aber nur von kurzer Dauer, und die Flüssigkeit, die mit dem Kaffee aufgenommen wird, gleicht diesen Wasserverlust wieder aus. Kaffee kann daher zur täglichen Flüssigkeitsbilanz dazugezählt werden. In erster Linie ist er jedoch ein Genussmittel und kein Durstlöscher. Wenn Sie an Bluthochdruck oder Schlafstörungen leiden, kann es sogar sinnvoll sein, weniger Kaffee zu trinken. In diesem Fall sind ungezuckerte Kräuter- oder Früchtetees die bessere Wahl.
Richtig oder falsch? Wasser aus Plastikflaschen ist gesundheitsschädlich.
Diese Aussage ist unter Forschern umstritten: Manche glauben, dass sich aus Plastikflaschen chemische Stoffe lösen können, die wir dann mit dem Wasser aufnehmen. Diese können sich dann im Körper ablagern. Ob diese Stoffe wirklich gesundheitsschädlich sind, ist aber bisher nicht ausreichend untersucht. Trotzdem ist es keine schlechte Idee, auf Plastikflaschen zu verzichten – nicht nur der Umwelt zuliebe. In einer Untersuchung von Stiftung Warentest schnitten viele Sorten Flaschenwasser nicht gut ab.
Manche Marken sind zudem sehr teuer, im Vergleich zum preisgünstigen Leitungswasser. Auch das lästige Tragen von Kisten, Sechserpacks und Leergut entfällt, wenn Sie einfach aus dem Hahn trinken. Leitungswasser ist Ihnen zu langweilig? Dann probieren Sie unsere sechs Rezepte für Geschmacksvarianten mit Früchten.