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Verhaltensänderung bei Demenz: Demenzkranke besser verstehen

Wenn ein Angehöriger an Demenz erkrankt, kann das für die Familie ein emotionaler Ausnahmezustand sein. Gewohntes verändert sich, Rollen werden auf den Kopf gestellt. Um diese Situation bewältigen zu können, helfen bestimmte Verhaltensweisen, die sich im Umgang mit Demenzkranken bewährt haben.

Verhalten verstehen

Demenzkranke verlieren nach und nach ihre Erinnerungen. Das löst bei ihnen Verwirrung und Angst aus. Deshalb haben sie ein starkes Bedürfnis nach Sicherheit. Unerwartete Ereignisse, wie ein Krankenhausaufenthalt oder Abweichungen vom vertrauten Alltag können bei Menschen mit Demenz zu Krisen führen. Auch der Verlust der Selbstständigkeit ist immer schwer zu verkraften. Sie fühlen sich häufig missverstanden, gegen ihren Willen behandelt und ausgeliefert. Das kann sich ausdrücken durch:

  • Unruhe, zum Beispiel Umherwandern oder Hinterherlaufen
  • Rückzug und depressive Symptome
  • Ständiges Fragen
  • Wiederkehrende Handlungen wie Klatschen, Klopfen oder Schreien
  • Vorwürfe und Verdächtigungen
  • Aggressivität

Richtig reagieren

Der Betroffene verhält sich anders als gewohnt, weil seine Welt ins Wanken geraten ist. Die damit verbundenen Gefühle drückt er auf seine eigene Art und Weise aus. Dieses Verhalten müssen erst einmal alle Beteiligten verstehen und akzeptieren. Gerade bei aggressivem Verhalten ist es für die Angehörigen dennoch nicht leicht, Ruhe zu bewahren. Folgendes kann helfen:

  • Nehmen Sie die Konfrontationen nicht persönlich.
  • Versuchen Sie Ihren Angehörigen in schwierigen Situationen mit verständnisvollen Worten zu beruhigen.
  • Bleiben Sie in Konfliktsituationen ruhig. Wenn Sie merken, dass Sie für ein weiteres Gespräch zu wütend sind, dann verlassen Sie für einen Moment den Raum.
  • Versuchen Sie in einer angespannten Situation, Ihren Angehörigen nicht fest zu halten. Das kann den empfundenen Ärger nur noch verstärken.
  • Generell sollten Sie mit einem Demenzkranken in kurzen klaren Sätzen sprechen, damit er sich nicht überfordert fühlt.
  • Geben Sie ihm immer das Gefühl, dass sie ihn verstehen und ernst nehmen.
  • Demente reagieren sehr stark auf Stimmungen – je mehr Ruhe Sie selbst ausstrahlen, umso besser kann Ihr Angehöriger damit umgehen. Deshalb sollten Sie einen dementen Menschen auch nie hetzen oder drängen. Er kann mit Stress nicht umgehen.

Ursprüngliche Rollen wahren

Die eigenen Eltern zu pflegen, stellt vertraute Rollenverhältnisse auf den Kopf. Plötzlich soll das Kind dem Vater oder der Mutter sagen, was sie tun sollen. Auch grundlegende Tätigkeiten werden vergessen und müssen immer wieder geduldig erklärt werden. Das ist für beide Seiten schwer zu akzeptieren.

Hier ist es wichtig, Grenzen zu wahren. Behandeln Sie deshalb Ihr demenzkrankes Familienmitglied weiterhin mit Respekt und Wertschätzung. Und machen Sie sich bewusst, dass auch Sie erwachsen sind und ein Recht auf selbstständige Entscheidungen und Freiräume haben.

Ziehen Sie deshalb frühzeitig auch professionelle Unterstützung für die Pflege hinzu, um für Entlastung zu sorgen und das Verhältnis zu Ihrem Angehörigen zu entspannen. Auskunft zu verschiedenen Unterstützungsangeboten geben Ihnen die AOK-Pflegeberater und Pflegestützpunkte.

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