Kein Ort gewählt
Keine AOK gewählt

Vollmachten und Verfügungen: Darauf kommt es an

Manchmal kann ein Familienmitglied infolge von Krankheit oder Behinderung plötzlich seine Angelegenheiten ganz oder teilweise nicht mehr selbst regeln. Einen Überblick der für solche Fälle üblichen und sinnvollen Vollmachten und Verfügungen erhalten Sie hier.

Die Vorsorgevollmacht

Mit einer Vorsorgevollmacht wird eine andere Person dazu bevollmächtigt, im Namen und mit Wirkung für den Vollmachtgeber Erklärungen abzugeben, zu denen der Vollmachtgeber selbst infolge des Verlustes der Geschäftsfähigkeit nicht mehr in der Lage ist. Als Gegenstand einer Vorsorgevollmacht kommen grundsätzlich alle Rechtsgeschäfte und Erklärungen in Betracht.
Die Vorsorgevollmacht soll damit die Anordnung einer Betreuung vermeiden.
Die wirksame Erteilung einer Vorsorgevollmacht setzt Geschäftsfähigkeit voraus.
Es ist ein verbreiteter Irrtum, der Ehegatte oder das Kind dürfte in solchen Fällen automatisch für den Betroffenen handeln!
Die Befugnisse können unter mehreren Personen aufgeteilt werden: Die Tochter kann zum Beispiel für Vermögensfragen zuständig sein, der Sohn für Gesundheitsangelegenheiten.

Die Generalvollmacht

Eine Generalvollmacht ermächtigt eine oder mehrere Personen zur Ausführung aller Rechtsgeschäfte, soweit eine Vertretung zulässig ist. Das Besondere an dieser Vollmacht ist, dass sie grundsätzlich nicht auf bestimmte Befugnisse oder Aufgaben beschränkt ist. Es gibt allerdings Einschränkungen. So sind zum Beispiel Rechtsgeschäfte, die eindeutig und erkennbar den Vertretenen schädigen, von der Vollmacht nicht gedeckt. Zum Zeitpunkt der Bevollmächtigung muss der Vollmachtgeber volljährig und geschäftstüchtig sein.

Die Bankvollmacht

Eine Bankvollmacht erlaubt den Zugriff auf Konten, Depots und Schließfächer. Die Kreditinstitute erkennen teilweise nur ihre eigenen Formulare an beziehungsweise fordern Unterschriftsproben vom Bevollmächtigten. Zur Erteilung der Bankvollmacht suchen Sie am besten in Begleitung Ihres Bevollmächtigten Ihre Bank/Sparkasse auf.
Wichtig ist, dass die Vollmacht zur Verfügung über ein Bankkonto nicht zur Kontoüberziehung oder zur Umwandlung des Kontos in eines des Vertreters berechtigt.
Es gibt auch sogenannte transmortale Bankvollmachten, die über den Tod hinaus wirken.

Tipps zum Verfassen einer Vollmacht

Eine Vollmacht ist schriftlich zu erteilen. Dies kann in der Regel formlos geschehen. Folgendes sollten Sie jedoch beachten:

  • Eine notarielle Beglaubigung ist meistens nicht nötig, gibt aber Sicherheit für den Fall, dass die Vollmacht angezweifelt wird.
  • Eine Vollmacht ist nur als Original gültig. Es ist sinnvoll, sie sicher bei einer Vertrauensperson oder beim Notar aufzubewahren. Weitere Ausführungen können Sie bei anderen Vertrauenspersonen hinterlegen.
  • Eine Vollmacht muss ein Ausstellungsdatum sowie die Unterschrift des Vollmachtgebers beinhalten; eine Unterschrift des Vollmachtnehmers ist bei Bankvollmachten erforderlich, ansonsten aber auch sinnvoll.
  • Die Vollmacht sollte genau bezeichnet werden, zum Beispiel als Bankvollmacht oder Generalvollmacht, um einen Rückschluss auf den Willen des Vollmachtgebers zu ermöglichen.
  • Vorsorgevollmachten sollten schriftlich erteilt werden.
  • Vorsorgevollmachten und Betreuungsverfügungen können im Zentralen Vorsorgeregister der Bundesnotarkammer registriert werden. Die Kosten variieren pro Registrierung der jeweiligen Eckdaten zwischen zehn und 20 Euro. Die Dokumente können aber auch beim jeweiligen Amtsgericht hinterlegt werden.
  • Betreuungsverfügungen können ebenfalls beim jeweiligen Amtsgericht, Abteilung Vormundschaftsangelegenheiten, hinterlegt werden.

Die Betreuungsverfügung

Betreuungsverfügungen enthalten vorsorglich getroffene Regelungen für den Fall der Anordnung einer Betreuung zur Person des Betreuers. Die Berücksichtigung der Wünsche des Betroffenen bei der Auswahl des Betreuers dient dem Zusammenwirken von Betreuer und Betreutem. Liegt keine Betreuungsverfügung vor, benennt das Gericht einen Betreuer.
In der Verfügung kann man auch konkrete Wünsche zum „Wie“ der Betreuung äußern, zum Beispiel bei der Wahl von Ärzten oder ob man im Falle der Pflegebedürftigkeit in ein Pflegeheim möchte oder nicht.

Die Patientenverfügung

Für den Ernstfall vorsorgen: Eine Patientenverfügung sichert den eigenen Willen bezüglich medizinischer Versorgung ab und erleichtert es Angehörigen, Entscheidungen im Sinne des Patienten zu treffen.

Mehr zum Thema Patientenverfügung

Das könnte Sie auch interessieren

Keine Angst vor der Pflegebegutachtung. So bereiten Sie sich vor.
Mehr erfahren
Pflegestützpunkte sind Beratungsstellen rund um das Thema Pflege.
Mehr erfahren
Sie benötigen weitere Infos zur Pflege? Bestellen Sie hier unsere kostenlosen Broschüren zum Thema.
Mehr erfahren
Bitte wählen Sie eine AOK oder geben Sie eine Postleitzahl ein.
Meine AOK vor Ort

Persönlich und nah mit unseren Geschäftsstellen

Meinen Ansprechpartner finden

24 Stunden täglich und kostenfrei

Weitere Kontaktangebote
Arztterminservice
Zweitmeinungsservice