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Palliativmedizin und Palliativdienste

Schwerstkranken und Sterbenden in ihrer letzten Lebensphase Beschwerden und Ängste zu nehmen, ist die Aufgabe der Palliativmedizin. Möglich ist das zu Hause mit Unterstützung ambulanter Hospizdienste, spezialisierter ambulanter Palliativversorgungsteams oder in einem Hospiz.

Was bedeutet Palliativmedizin?

“Palliativ“ kommt vom lateinischen Wort “pallium“, was Mantel oder Umhüllung bedeutet. Die Palliativmedizin umhegt also den unheilbar Kranken in der letzten Phase seines Lebens. In der Palliativmedizin wird das Leben bejaht, Sterben als natürlich angesehen. Palliativmedizin ist keine Sterbehilfe. 

Was gehört zur Palliativmedizin?

Zur Palliativmedizin gehört nicht nur die Schmerztherapie, sondern auch die Linderung von Beschwerden wie Atemnot, starkem Erbrechen oder Angstzuständen. Auch die psychosoziale Betreuung bildet einen wichtigen Teil der palliativen Arbeit: Der Schwerstkranke soll nicht allein gelassen werden. Emotionale Zuwendung ist daher ein Teil des Konzeptes.

Welche Palliativdienste und -institutionen gibt es?

Neben der Angst vor Schmerzen ist die Sorge, allein oder unter Fremden zu sterben, die größte Angst vieler Schwerstkranker. Hospize und Palliativstationen achten als stationäre Einrichtungen darauf, eine persönliche Atmosphäre zu schaffen. Wenn es möglich ist, möchten die meisten Menschen ihre letzten Tage und Wochen im familiären Kreis zu Hause verbringen. Mit der ambulanten Unterstützung von Hospizdiensten und gegebenenfalls spezialisierten ambulanten Palliativversorgungsteams kann das realisiert werden.

Hospize

Hospize sind spezielle stationäre Einrichtungen für Menschen in der Sterbephase. In der letzten Lebensphase begleiten professionelle Mitarbeiter und ehrenamtliche Helfer den Sterbenden und seine Angehörigen. Ziel ist, die Lebensqualität und Selbstbestimmung so weit wie möglich zu erhalten. Außerdem unterstützen Hospize Angehörige, die sich überfordert fühlen. 

Palliativstationen

Viele Krankenhäuser haben Palliativstationen eingerichtet, um dem Schwerstkranken ein beschwerdearmes, angstfreies und würdevolles Sterben zu ermöglichen. Dort werden Patienten behandelt, wenn das medizinisch notwendig ist. Für die Aufnahme auf einer Palliativstation ist eine Einweisung durch einen Arzt erforderlich. Die palliativmedizinische Behandlung konzentriert sich unter anderem auf Schmerzlinderung, Symptomkontrolle, psychosoziale Betreuung und auf die optimale Einstellung der Medikation. Darüber hinaus stehen Seelsorger, Sozialpädagogen oder auch Musiktherapeuten zur Verfügung. Im Gegensatz zum typischen Krankenhaus ist die Atmosphäre auf einer Palliativstation meist angenehmer gestaltet und ruhiger.

Ambulante Hospizdienste

Ambulante Hospizdienste leisten Sterbebegleitung, palliativ-pflegerische Beratung sowie ehrenamtliche Unterstützung. Sie kommen insbesondere dann infrage, wenn der Sterbende nicht im Krankenhaus behandelt werden muss und auch kein Aufenthalt im Hospiz notwendig ist. Unter Anleitung von Fachkräften helfen Ehrenamtliche bei der Betreuung zu Hause oder im Heim. Ziel ist es, den Sterbenden und die Angehörigen zu begleiten, zu entlasten und zu unterstützen, um ihm ein möglichst würdevolles und selbstbestimmtes Leben bis zum Ende in vertrauter Umgebung zu ermöglichen. Auch die Wünsche und Bedürfnisse der Angehörigen spielen eine zentrale Rolle. Hospizdienste können bereits frühzeitig zur Beratung und Unterstützung ohne eine Verordnung oder Kostenzusage kontaktiert werden.

Spezialisierte ambulante Palliativversorgung

Die Spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV) richtet sich an Patienten mit einer nicht heilbaren, fortschreitenden oder weit fortgeschrittenen Erkrankung bei zugleich begrenzter Lebenserwartung, die eine besonders aufwendige medizinische und pflegerische Versorgung benötigen. Die SAPV kann den Betroffenen ein menschenwürdiges Leben bis zum Tod in ihrer vertrauten häuslichen Umgebung oder in stationären Pflegeeinrichtungen ermöglichen. Das gelingt mit einem Netzwerk speziell ausgebildeter Ärzte und Pflegekräfte, die den Sterbenden zu Hause betreuen.

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