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Organspende: Feststellung des Hirntodes

Erst wenn ein Mensch zweifelsfrei für hirntot erklärt wird, darf eine Organspende erfolgen. Für die Hirntoddiagnose gelten feste Regeln.

Wie wird der Hirntod diagnostiziert?

Die Diagnose eines Hirntodes folgt einem festen Schema, zu dem mehrere Untersuchungen über einen längeren Zeitraum gehören. Zwei erfahrene Ärzte, die in keiner Weise in den Organspendeprozess eingebunden sein dürfen, führen die Tests unabhängig voneinander durch. Sie ermitteln, ob die Hirnfunktionen tatsächlich unwiederbringlich ausgefallen sind und nicht nur vorübergehend.

Die feststellenden Fachärzte müssen über eine mindestens zweijährige Erfahrung in der Intensivbehandlung von Patienten mit schweren Hirnschädigungen verfügen. Mindestens einer der Fachärzte muss außerdem Facharzt für Neurologie oder Neurochirurgie sein.

Die Hirntoddiagnostik beinhaltet folgende Schritte:

  • klären, welche Ursachen zum Hirntod geführt haben und deren Ausmaß bewerten.
  • ausschließen, dass die Ursachen einen Zustand herbeigeführt haben, der einem Hirntod nur ähnelt.
  • prüfen, ob die Hirnfunktion in allen Hirnregionen erloschen ist. Dazu untersuchen die Mediziner, inwieweit der Mensch noch auf Schmerz reagiert und ob natürliche Reflexe wie der Hustenreiz oder die Lichtreaktion der Pupille noch aktiv sind. Zudem wird das Beatmungsgerät kurz ausgeschaltet, um den Atemreflex zu testen.

Mit intensivmedizinischen Maßnahmen lässt sich die Atmung fortsetzen, ebenso wie der Kreislauf. Schaltet man die Geräte jedoch ab, ist der Mensch nicht mehr in der Lage, selbst zu atmen. Zeichen von Bewegungen von Armen und Beinen oder Schwitzen sind aber möglich, weil der Teil des Nervensystems, der sich außerhalb des Gehirns befindet (Rückenmark), weiterhin funktioniert.

Mögliche Ursachen für einen Hirntod sind:

  • Hirnverletzung infolge eines Unfalls,
  • Blutung im Schädel,
  • Entzündung im Gehirn,
  • Sauerstoffmangel,
  • ein schwerer Schlaganfall oder
  • ein Tumor

Ist die Diagnose wirklich zuverlässig?

Wird die oben beschriebene Vorgehensweise eingehalten, gilt die Hirntoddiagnostik als sehr zuverlässig. Sowohl das Vier-Augen-Prinzip als auch die aufeinander aufbauenden Untersuchungen erhöhen die Sicherheit der Diagnose. Sollten irgendwelche Zweifel vorhanden sein, gilt der Hirntod nicht als ärztlich festgestellt. 

Hirntod – was bedeutet das?

Ein Gehirn gilt dann als tot, wenn es seine gesamte Funktionsfähigkeit unumkehrbar verloren hat. Das Organ ist nicht mehr in der Lage, die Körperfunktionen wie Atmung, Temperatur und Kreislauf aufrechtzuerhalten. Ein vollständiger Verlust der Gehirnfunktionen bedeutet also zwangsläufig, dass der Körper in seiner Gesamtheit nicht mehr funktionieren kann.

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