Patientenrechte beim Arztbesuch

Werden Sie zum Partner Ihres Arztes und gestalten Sie die Behandlung aktiv mit. Informieren Sie sich über Ihre Rechte und Pflichten sowie über die Rolle des Arztes. Je stärker Sie eingebunden sind, desto besser für den Behandlungsverlauf.

Die Arztwahl – entscheiden Sie

Patient:
Sie haben das Recht auf freie Arztwahl. Sie sollten lediglich darauf achten, dass der Arzt eine Zulassung zur Behandlung von Kassenpatienten hat, damit die AOK die Kosten übernehmen kann.

Arzt:
Der Vertragsarzt darf die Behandlung nur in begründeten Fällen ablehnen (zum Beispiel Nichtvorlage der elektronischen Gesundheitskarte, Überlastung des Arztes, nicht gerechtfertigte Überschreitung des Fachgebietes, Störung des Vertrauensverhältnisses im Verlauf der Behandlung, angeforderter Hausbesuch außerhalb des üblichen Praxisbereiches). Der behandelnde Vertragsarzt darf den Patienten auch zur Einholung ergänzender Diagnosen, zur Weiterbehandlung oder zur Veranlassung bestimmter Leistungen an einen Facharzt oder eine Klinik überweisen. Bei akuter Behandlungsbedürftigkeit (Notfallbehandlung) darf der Arzt die Behandlung allerdings nicht ablehnen.

Das Arztgespräch

Patient:

  • Es gilt das Recht auf „Nichtwissen“. Sie können darauf verzichten, informiert und aufgeklärt zu werden.
  • Sie haben das Recht auf eine Zweitmeinung. Dem behandelnden Arzt gegenüber müssen Sie das nicht rechtfertigen.

Arzt:

  • Vor der Durchführung einer medizinischen Maßnahme ist der Arzt verpflichtet, die Einwilligung des Patienten einzuholen (§ 630d BGB). Zuvor hat er den Patienten über alle Umstände aufzuklären, die für die Einwilligung erforderlich sind (§ 630e BGB). Dazu gehören insbesondere Art und Umfang der Behandlung, ihre Durchführung und die zu erwartenden Folgen und Risiken der Maßnahme. Auch über die Notwendigkeit, Dringlichkeit, Eignung und Erfolgsaussicht der beabsichtigten Maßnahme müssen Sie aufgeklärt werden. Der Arzt muss Sie auch über alternative Behandlungsmethoden aufklären, wenn sie gleichermaßen medizinisch sinnvoll sind und zu sehr unterschiedlichen Belastungen, Risiken und Heilungschancen führen können. Die Aufklärung muss mündlich erfolgen. Aufklären dürfen der Behandler (in der Regel der Arzt) und Personen, die über die zur Durchführung der Maßnahme notwendige Ausbildung verfügen.
  • Der Arzt hat die Pflicht, ein Aufklärungsgespräch durchzuführen. Es darf nicht durch formularähnliche Aufklärungsbögen ersetzt werden.
  • Der Inhalt der Aufklärung muss verständlich sein. Der Mediziner muss Fachbegriffe so erläutern, dass der Patient sie versteht.
  • In Notfällen kann die Aufklärung entfallen. In allen anderen Fällen hat der Arzt die Pflicht, Sie zu beraten und Ihnen ausreichend Zeit zur Entscheidung oder gegen eine Therapie einzuräumen.
  • Der Arzt hat nicht das Recht, Ihnen Informationen zu Ihrem Gesundheitszustand zu verschweigen.
  • Der Arzt muss dem Patienten Abschriften von Unterlagen, die er im Zusammenhang mit der Aufklärung oder Einwilligung unterzeichnet hat, aushändigen.

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