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Faktenbox: Ist die Pille das richtige Verhütungsmittel für Sie?

Für manche Frauen birgt die Einnahme der Pille zur Verhütung ein Gesundheitsrisiko. Je nach Wirkstoff kann sich die Gefahr von lebensbedrohlichen Thrombosen erhöhen.

Erhöhtes Risiko mancher Präparate

Grundsätzlich zählt die Pille zu den sichersten Verhütungsmethoden. Das gilt für neuere, aber auch ältere Varianten, die häufig als „Pille der ersten und der zweiten Generation“ bezeichnet werden. Doch es gibt einen wichtigen Unterschied: Die Einnahme neuerer Präparate mit den Gestagen-Varianten Drospirenon, Gestoden oder Desogestrel ist mit einem höheren Risiko für Blutgerinnsel in den Venen verbunden. Bei älteren, bewährten Gestagenen ist das nicht der Fall. „Es ist deshalb wichtig, in der Packungsbeilage der Pille zu prüfen, welches Gestagen enthalten ist“, sagt Dr. med. Kai Kolpatzik, Leiter der Abteilung Prävention im AOK-Bundesverband.

Frauenärzte in der Verantwortung

Auch Frauenärzte, die hormonelle Verhütungsmittel verschreiben, sind angehalten, auf das Thromboserisiko von Patientinnen zu achten. „Vor allem bei der Erstverordnung für junge Frauen sollten bewährte Präparate verordnet werden, deren Risiko geringer ist“, so Kolpatzik. Eine Analyse des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) hatte im vergangenen Jahr allerdings ergeben, dass etwa zwei Drittel der unter 20-jährigen AOK-Versicherten die problematischen Präparate verschrieben bekommen. Sie sind einem erhöhten Thrombose-Risiko ausgesetzt. Bei einer Thrombose bildet sich in einem Blutgefäß ein Blutgerinnsel (Thrombus) – meist in tiefen Bein- oder Beckenvenen. Dieses Blutgerinnsel verengt oder verstopft das Gefäß, was zu schweren Folgeschäden führen kann. Lösen sich zum Beispiel Teile des Blutgerinnsels und gelangen in die Lunge, kann dies eine Lungenembolie verursachen.

Faktenbox Teil der gesundheitlichen Aufklärung

Die neue Faktenbox zur Pille ergänzt das bestehende Informationsangebot der AOK unter www.aok.de/faktenboxen. Sie ist in Zusammenarbeit mit dem Harding-Zentrum für Risikokompetenz am Berliner Max-Planck-Institut für Bildungsforschung entwickelt worden. „Es geht uns darum, dass Frauen über die möglichen Risiken Bescheid wissen und eine informierte Entscheidung treffen können“, erklärt Professor Gerd Gigerenzer, Leiter des Harding-Zentrums.

Das Themenspektrum der bisher veröffentlichten 17 Faktenboxen reicht vom Thema Impfen über den Sinn und Unsinn von Nahrungsergänzungsmitteln bis zum Nutzen eines jährlichen Ultraschalls zur Früherkennung von Eierstockkrebs. Auch GKV-Leistungen wie die Pflegeberatung, die Kostenübernahme für Zahnspangen oder die Zahlung von Kinderkrankengeld durch die gesetzlichen Kassen werden kurz und verständlich erklärt.

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