Einsicht in die Patientenakte

Sie möchten Einzelheiten des Behandlungsverlaufs nachvollziehen, Befunde und Eintragungen einsehen oder einen weiteren Mediziner zurate ziehen? Die Einsicht der Patientenakte kann dabei helfen. Sie enthält alle wichtigen Details unter anderem zu Diagnosen, Therapien und Untersuchungsergebnissen.

Die Patientenakte: Dokumentation und Beweismittel

Die Patientenakte wird für jeden Patienten angelegt – in Papierform oder elektronisch. Was darin steht, ist im Bürgerlichen Gesetzbuch festgelegt (§ 630f BGB). Berichtigungen und Änderungen von Eintragungen sind nur zulässig, wenn neben der ursprünglichen Eintragung erkennbar bleibt, wann die Korrektur vorgenommen wurde. Die Akte dient den Ärzten für derzeitige und künftige Behandlungen als Informationsquelle, parallel zu den Angaben des Patienten. 

Das steht drin:

  • Anamnese (Ergebnisse der Befragung des Arztes zu Ihrer Erkrankung)
  • Untersuchungen und deren Ergebnisse
  • Diagnosen (der Arzt benennt Ihre Erkrankungen)
  • Befunde
  • Therapien und Eingriffe mit deren Wirkungen
  • Aufzeichnungen zu Aufklärungen und Einwilligungen
  • Arztbriefe

Diese Personen haben Einsicht:

  • Der Patient. Auf Verlangen erhalten Sie unverzüglich und vollständig Einsicht in Ihre Akte. Sie können auch Abschriften oder Kopien erhalten. Die Kosten dafür tragen Sie.
  • Der behandelnde Arzt/das behandelnde Krankenhaus sowie dessen Mitarbeiter.

Ablehnung der Einsicht

Der Arzt kann Ihnen die Einsicht verweigern, wenn der Einsichtnahme erhebliche therapeutische Gründe oder sonstige erhebliche Rechte Dritter entgegenstehen (§ 630g BGB).
Die Ablehnung muss jedoch begründet werden. 

Was passiert im Todesfall?

Hat der Verstorbene den Anspruch auf Einsichtnahme nicht ausdrücklich ausgeschlossen, dürfen Erben und nächste Angehörige die Patientenakte einsehen. Damit Erben ihre vermögensrechtlichen Interessen wahren können, können sie Einsicht in die Patientenakte des Verstorbenen verlangen. Das Gleiche gilt auch, falls nächste Angehörige immaterielle Interessen (zum Beispiel die Abklärung einer Erbkrankheit) geltend machen. 

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