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Fragen und Antworten rund um den COVID-19-Impfstoff sowie die Impfung

In diesem Text finden Pflegekräfte Antworten auf häufige Fragen zum COVID-19-Impfstoff sowie zur Impfung, unter anderem zu Wirksamkeit, Nebenwirkungen und Haftung bei Impfschäden.

Wie wirksam sind die Corona-Impfstoffe?

Der mRNA-Impfstoff von BioNTech/Pfizer wurde in einer Studie mit mehr als 43.000 Menschen erprobt. Dabei bekamen 21.700 Teilnehmer den Impfstoff und gleich viele Probanden erhielten ein Plazebo (eine Injektionslösung ohne Impfstoff).

Ab dem siebten Tag nach der Impfung erkrankten acht Menschen, die den Impfstoff erhalten haben, dennoch an COVID-19. In der Gruppe mit dem Plazebo waren dies hingegen 162. Hieraus errechnet der Hersteller eine Effektivität von 95 Prozent über alle Altersgruppen.

Die Impfung erfolgt zweimalig im Abstand von drei bis vier Wochen. Bereits zwei Wochen nach der ersten Impfung gab es im Gegensatz zur Kontrollgruppe kaum noch Erkrankungen in der geimpften Gruppe der Studie. Eine Woche nach der zweiten Dosis geht man von einem ausreichenden Impfschutz aus.

Wie funktionieren mRNA-Impfstoffe und was sind ihre Vorteile?

RNA-Impfstoffe enthalten genauso wie das Virus Erbinformationen als RNA (RNA = Ribonukleinsäure). Im Gegensatz zum Virus enthält die Impfung jedoch nicht die Erbinformationen für das ganze Virus, sondern nur für einen Baustein aus seiner Hülle, das Spike-Protein, den das Virus für das Andocken an Zellen braucht.  RNA wird in der menschlichen Zelle verwendet, um die DNA im Zellkern abzulesen und die Erbinformation als Boten-RNA (messenger RNA =  mRNA) in das Zytoplasma der Zelle zu transportieren.  Im Zytoplasma wird die mRNA in Proteine (Eiweiße) übersetzt. Die mRNA bildet somit den Bauplan für den Bau von Proteinen durch die Zellorganellen im Zytoplasma.

Dies machen sich die RNA-Viren zu Nutze (zu denen auch die Coronaviren gehören), um sich durch die befallenen Zellen vervielfältigen zu lassen.

Diese RNA wird in Lipid-Nanopartikeln verpackt, damit sie nicht zerstört wird, bevor sie zu den Zellen gelangt. Dieser Komplex wird von den Zellen im Bereich der Impfstelle aufgenommen. Im Inneren der Zelle wird dieser genetische Bauplan abgelesen und Spike-Proteine produziert. Diese Spike-Proteine werden an die Zelloberfläche transportiert.  Dort werden sie vom Immunsystem erkannt, das eine Immunantwort mit Antikörpern und weißen Blutkörperchen gegen die fremden Proteine aufbaut.

Bei einem späteren Kontakt der geimpften Person mit SARS-CoV-2 erkennt das Immunsystem das Antigen wieder und kann das Virus bzw. die Infektionskrankheit schnell und gezielt bekämpfen.

Die RNA hat in der Zelle nur eine sehr kurze Lebensdauer, sie wird dort schnell wieder abgebaut. In den Zellkern und damit zur Erbinformation gelangt die RNA nicht.  

Vorteil der RNA-Impfstoffe ist vor allem die Möglichkeit, sehr schnell viele Millionen Impfdosen herzustellen.

Wie meldet man sich für eine COVID-19-Impfung an?

Die Impfungen gegen das Coronavirus finden in Impfzentren statt. Zusätzlich werden Menschen mit eingeschränkter Mobilität von mobilen Impfteams geimpft. Grundsätzlich gilt, dass die Anmeldung zur Impfung von den Bundesländern organisiert wird.

Eine Übersicht bietet die Patientenservice-Seite www.116117.de.

Mit höchster Priorität werden folgende Berufsgruppen geimpft:

  • ärztliches Personal in mobilen Teams, Ärzte in Pflegeheimen
  • nicht-ärztliches Personal aus Praxen, welches ebenfalls in Pflegeeinrichtungen behandelt
  • ärztliches Personal aus Impfzentren, ärztlicher Bereitschaftsdienst, Notdienstpraxen, COVID-Praxen, SAPV-Praxen
  • Onkologen und onkologisch tätige Praxen sowie Dialyseeinrichtungen

Dürfen oder sollten sich COVID-Genesene noch impfen lassen?

Laut Robert Koch-Institut (RKI) ist davon auszugehen, dass nach einer überstandenen Infektion bei den meisten Menschen zumindest eine gewisse Schutzwirkung bestehe. Wie lange diese anhält, sei jedoch noch nicht abschließend zu beantworten.

In der Ausgabe 2/2021 vom 14. Januar der Fachzeitschrift Epidemiologisches Bulletin (Seite 5) schreibt das RKI:

  • Zur Frage, wann Personen mit nachgewiesenermaßen durchgemachter SARS-CoV-2-Infektion eine Impfung angeboten werden sollte, kann die Ständige Impfkommission (STIKO) auf Basis der aktuell vorliegenden Evidenz noch keine endgültige Aussage machen. Nach überwiegender Expertenmeinung sollten Personen, die eine labordiagnostisch gesicherte Infektion mit SARS-CoV-2 durchgemacht haben, zunächst nicht geimpft werden
  • Nach den bisher vorliegenden Daten gibt es keinen Hinweis darauf, dass die Impfung nach bereits unbemerkt durchgemachter SARS-CoV-2-Infektion eine Gefährdung darstellt. Entsprechend besteht keine Notwendigkeit, vor Verabreichung einer COVID-19-Impfung das Vorliegen einer akuten asymptomatischen oder unerkannt durchgemachten SARS-CoV-2-Infektion labordiagnostisch auszuschließen.

Welche Impfreaktionen und Nebenwirkungen wurden nach einer COVID-19-Impfung beobachtet?

Nach Angaben des RKI können, wie bei jeder Impfung, auch nach der COVID-19-Impfung Impfreaktionen und Nebenwirkungen auftreten. Impfreaktionen treten in der Regel kurz nach der Impfung auf und halten wenige Tage an, heißt es weiter.

In einer Studie untersuchten Wissenschaftler um Fernando Polack die Nebenwirkungen des zuerst zugelassenen mRNA-Impfstoffs.

Fieber trat nach der ersten Impfdosis seltener als nach der zweiten Impfdosis auf.

In der Impfstoffgruppe gab es zwei Todesfälle, in der Gruppe, die ein Placebo erhalten hatten gab es vier Todesfälle. Keiner der Todesfälle war auf die Injektion des Impfstoffs oder des Plazebos zurückzuführen.

Bei der Studie zeigten sich die typischen Nebenwirkungen einer Impfung. Darunter kurzfristige Schwellungen und Schmerzen an der Impfstelle und Müdigkeit. Beides trat auch, wenn auch mit geringerer Häufigkeit, in der Plazebogruppe auf. Ferner gab es grippeähnliche Symptome und bei 16 Prozent der geimpften Jüngeren Fieber über 38°. Bei den Älteren kam es etwas seltener zu Nebenwirkungen.

Impfung mit Impfstoff

Impfung mit Plazebo

Nebenwirkungen

73 von 100

11 von 100

Kurzzeitige Lokalbeschwerden an der Einstichstelle mit Schmerz, Schwellung, Rötung (4,5)

70 von 100

13 von 100

Für maximal 3 Tage mehrheitlich leichte Allgemeinbeschwerden mit Fieber, Müdigkeit, Kopf- und Gliederschmerz und Schüttelfrost (4,5)

2 von 10.000

0

Schwere Nebenwirkungen der Impfung (bei 21.000 geimpften Probanden: 1 Schulterverletzung durch Impfung, 1 Lymphknotenerkrankung, 1 vorübergehende Herzrhythmusstörung, 1 Gefühlmissempfindung rechtes Bein.

1 von 10.000

0

Behandlungspflichtige Allergien, deswegen müssen die 15 Minuten nach der Impfung ärztlich beobachtet werden (6) 

1 von 10.000

 

 

2 von 10.000

Tod.

In der Studie (jeweils 21.000 Personen in Gruppe mit Impfstoff und Plazebo):

Impfstoff, Todesursache: Herzinfarkt (n=1) Arteriosklerose (n=1)

Plazebo: Todesursache: Herzinfarkt (n=1), hämorrhagischer Schlaganfall (n=1), unklare Todesursache (n=2)

Gibt es Hinweise auf Folgeerkrankungen nach einer COVID-19-Erkrankung?

In welcher Form Langzeitfolgen nach einer COVID-19-Erkrankung auftreten, ist bisher noch weitgehend unklar. Eine aktuelle Studie von Forschern um Chaolin Huang hat deshalb die Nachwirkungen bei Betroffenen sechs Monate nach einer COVID-19-Erkrankung erhoben.

Für ihre Untersuchung befragten die Wissenschaftler 1733 Patienten, die zu Beginn des Jahres mit COVID-19 im Jin Yin-tan Hospital in Wuhan behandelt worden waren.

Von diesen Patienten berichteten 76 Prozent von Beschwerden, die auch sechs Monate nach Ende der Krankenhausbehandlung fortbestanden. Zu den häufigsten Folgen zählten Müdigkeit oder Fatigue und Schlafstörungen. Bei einigen Probanden stellten die Wissenschaftler eine stark eingeschränkte Laufreichweite fest. 24 Prozent wiesen keine Symptome mehr auf.

Tabelle: Übersicht von COVID-19-Spätfolgen nach Chaolin Huang et al.

76 Prozent                           

Beschwerden die länger als sechs Monate nach der Krankenhausbehandlung, wegen einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus noch bestehen

63 Prozent

Müdigkeit, Fatigue

26 Prozent

Schlafstörungen

23 Prozent

Stark eingeschränkte Laufreichweite in sechs Minuten

22 Prozent

Haarverlust

11 Prozent

Geschmacksstörungen

24 Prozent

Keine Symptome

Wer haftet bei Impfschäden?

Grundsätzlich haftet der Hersteller nach dem Arzneimittelgesetz für seine Produkte. Für alle Impfstoffe gilt jedoch nach dem Infektionsschutzgesetz zudem, dass bei öffentlich empfohlene Impfungen ein Anspruch auf Versorgung nach aufgetretenem Impfschaden besteht. Auf der Seite des Bundesgesundheitsministeriums heißt es: „Wenn es durch die Anwendung des Impfstoffs zu einer Schädigung kommt, kommt je nach Fallgestaltung eine Haftung u.a. des pharmazeutischen Unternehmens aufgrund verschiedener gesetzlicher Grundlagen in Betracht. Im Infektionsschutzgesetz ist auch genau geregelt, wann jemand einen Antrag auf Versorgung nach dem Bundesversorgungsgesetz stellen kann. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn jemand durch eine Impfung, die von einer zuständigen Landesbehörde öffentlich empfohlen wurde, gesundheitlichen Schaden erlitten hat.“

Kann der Arbeitgeber seine Angestellten zu einer COVID-19-Impfung verpflichten?

„Über den Arbeits- oder Tarifvertrag geht das nicht“, erklärt Burkhardt Zieger vom Deutschen Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK). Jedenfalls nicht ohne gesetzliche Regelung wie bei der Masernimpfpflicht, die seit März 2020 gilt (für Kita-Kinder, aber unter anderem auch für Erzieher, Pfleger, Ärzte und Lehrer, sofern sie nach 1971 geboren wurden).

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