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15.01.2021 PRO DIALOG: Weniger Fußamputationen dank DMP

News Arzt & Praxis

Patienten mit diabetischem Fußsyndrom tragen heutzutage ein deutlich geringeres Amputationsrisiko. Ärzte sehen darin einen der wichtigsten Erfolge von Disease-Management-Programmen. Der Heilmittelbericht des WIdO stützt diese Einschätzung mit Zahlen.

Pediküre, Behandlung der Füße von einer Frau im grünen Kittel
iStockphoto.com/hedgehog94

Schutz vor schwerwiegenden Komplikationen

Als „einen der ganz großen Erfolge der DMP“ bezeichnet der Allgemeinmediziner und Diabetologe Til Uebel aus dem baden-württembergischen Ittlingen, „dass den Füßen heute die nötige Aufmerksamkeit geschenkt wird, die sie auch verdienen“. „Da hat sich in den letzten Jahren viel getan“, sagt Uebel, der in der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM) für die AG Diabetes spricht. Nicht zuletzt dank der Leitfäden der Disease-Management-Programme (DMP) wisse heute jeder Arzt und jede Ärztin, worauf es hier ankomme, so Uebel.

Noch vor 20 Jahren hätten sich Ärzte kaum Sorgen um dieses Thema gemacht. Heute sei klar, dass regelmäßige ärztliche Kontrollen der Füße und bei Bedarf podologische Verordnungen die Patienten vor schwerwiegenden Komplikationen schützen können.

Fußbehandlung für 12,5 Prozent der Diabetes-Patienten

Ähnlich hatte sich der stellvertretende Geschäftsführer des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO), Helmut Schröder, jüngst bei der Vorstellung des Heilmittelberichts 2020 geäußert. Dem Bericht zufolge haben 2019 knapp 400.000 an Diabetes erkrankte AOK-Versicherte (12,5 Prozent der Diabetes-Patienten) von einem Arzt eine Behandlung des Fußes in einer podologischen Praxis verordnet bekommen oder – bei schwerwiegenden Schäden – eine solche Behandlung bei einem Arzt in Anspruch genommen. Eine podologische Behandlung in podologischen Heilmittelpraxen erhielten im Jahr 2019 insgesamt mehr als 372 .000 AOK-versicherte Diabetes-Patienten an zusammen etwa 2,67 Millionen Terminen. Von den 75- bis 89-jährigen Diabetes-Patienten unterzogen sich 15 Prozent einer podologischen Therapie.

Zahl der Amputationen geht zurück

Eine erste Einschätzung habe zudem gezeigt, dass sich im ersten Halbjahr 2020 der langjährige Trend eines Rückgangs der Amputationen unter den Diabetes-Patienten fortgesetzt habe: Je 100 .000 Patienten waren demnach 238 von einer Amputation betroffen. Dieser Wert habe erwartungsgemäß unter dem Wert des ersten Halbjahres 2019 (minus 5,4 Prozent) gelegen, doch habe es keinen deutlichen Einbruch der OP-Zahlen gegeben.

Vor dem Hintergrund der aktuellen Situation sagte Schröder, diese Entwicklung könne als erster Hinweis dafür interpretiert werden, „dass notwendige Amputationen bei Diabetes-Patienten trotz der Corona-Pandemie vorgenommen wurden. Allerdings könne sich im weiteren Jahresverlauf noch eine pandemiebedingte Zurückhaltung bei der Konsultation von Ärzten oder bei den podologischen Behandlungen zeigen.

„Dass die Überweisungsregeln funktionieren, viele Patienten auch richtig angeschaut“ würden, habe er über die Jahre in zunehmendem Maße beobachtet, erläutert auch Uebel. Auch kämen „Patienten durchaus auch mit kleineren Verletzungen, auch wenn sie diese nicht spüren“. Dennoch sieht er Verbesserungsbedarf, etwa bei der Klärung von Druckstellen. „Als Diabetologe erlebe ich, dass die Wundversorgung oft gut funktioniert, bei der Druckentlastung aber noch Luft nach oben ist.“ Auch nehme die antibiotische Behandlung noch immer etwas zu viel Raum ein, sagt Uebel und verweist auf die Leitlinien, die derzeit überarbeitet würden.

Der Berliner Diabetologe Thomas Scholz sieht in DMP eingeschriebene Patienten sogar „deutlich besser versorgt als so manche Privatpatienten“. „Das DMP gibt die sinnvollen Kontrollintervalle vor und diese regelmäßigen Kontrollen haben einfach große Vorteile“, sagt Scholz mit Blick auf Patienten, die „sich nicht krankheitsgemäß verhalten“. „Wir haben häufig Bagatellschäden vor der Praxis durch Fehler beim Einparken als Folge tauber Füße.“ In solchen Fällen habe er Fahrverbot erteilt und geraten, „notfalls sich einmal ein Taxi zu leisten.“ Ein Fahrverbot sei unumgänglich. „Das schlimmste Unglück als Folge fehlenden Empfindungsvermögens in den Füßen war ein Totalschaden des Fahrzeugs beim Rausfahren aus der Tiefgarage, weil durch zu starkes Gas geben das PS-starke Fahrzeug einen Riesensatz machte und in der Front des gegenüberliegenden Hauses landete.“ Glücklicherweise seien das jetzt Einzelfälle geworden, die Patienten profitierten von der guten Aufklärung. Selbst in Corona-Zeiten nähmen die meisten Patienten ihre vereinbarten Termine wahr. Nur die gemeinsamen Schulungen müssten leider jetzt ausfallen und würden durch Einzelgespräche ersetzt.

DMP-Leitfaden für Praxisteams

Die AOK bietet Ärzten und Praxisteams den Leitfaden „DMP erfolgreich umsetzen“ zum kostenlosen Download im Gesundheitspartner-Portal an. Die Inhalte des Leitfadens orientieren sich an den Qualitätszielen der Disease-Management-Programme Diabetes mellitus Typ 2 und Koronare Herzkrankheit: Welche Untersuchungen sollen wie oft stattfinden? Welche Medikamente sind  wirksam und sicher? Und wie sieht die bestmögliche Behandlungsstrategie aus? Auf diese Fragen gibt der Leitfaden Antworten. Unter anderem  finden sich hier ganz praktische Hinweise zur Fußuntersuchung und zu den Überweisungen, die bei Hinweisen auf ein Diabetisches Fußsyndrom vorgesehen sind. Der Leitfaden richtet sich in erster Linie an die Mitglieder des Praxisteams, die in vielen Praxen DMP-Aufgaben übernehmen.

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Patienten mit diabetischem Fußsyndrom tragen heutzutage ein deutlich geringeres Amputationsrisiko. Ärzte sehen darin einen der wichtigsten Erfolge der DMP.

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