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23.07.2021 PRO DIALOG: Mit guter Kommunikation und Effizienz zum Erfolg

News Arzt & Praxis

Ausgezeichnete Versorgungsqualität: Bereits zum dritten Mal hat das bayerische Arztnetz MainArzt das QuATRo-Siegel in Gold erhalten. Eines der Erfolgsgeheimnisse des bayerischen Netzes ist die schnelle und lückenlose Kommunikation zwischen den Praxen. Dafür steht ein eigenes Intranet bereit.

Arzt mit Laptop (Symbolbild)
iStock.com/NanoStockk

Kommunikation digital und analog

Eine engmaschige Vernetzung, eine gut eingespielte Kommunikation und effizientes gemeinsames Arbeiten sind herausragende Merkmale des Arztnetzes MainArzt, das nun schon zum dritten Mal das QuATRo-Qualitätssiegel in Gold erhalten hat. Dem Netz gehören Haus- und Fachärzte sowie psychologische Psychotherapeutinnen in 25 Praxen in Ochsenfurt und Umgebung an. QuATRo steht für „Qualität in Arztnetzen – Transparenz mit Routinedaten“ und ist ein bundesweites AOK-Projekt zur Messung von Versorgungsqualität.

„Kommunikation hat bei uns einen sehr hohen Stellenwert, sowohl digital als auch analog“, sagt der Vorstandsvorsitzende der MainArzt GmbH, Daniel Knelles. „Dafür haben wir viel Geld in die Hand genommen und unter anderem in einen Netzserver investiert, der den Austausch wichtiger Patienteninformationen im Netz erleichtert und vor allem beschleunigt“, erläutert der Orthopäde Knelles. Der Erfolg zeigt sich unter anderem in exzellenten Ergebnissen in der Versorgung beispielsweise von Diabetes- oder COPD-Patienten. Rund 3.120 Patientinnen und Patienten des mainfränkischen Arztnetzes sind in den Versorgungsvertrag mit der AOK Bayern eingeschrieben. 

Vergleich mit anderen Netzen

Im AOK-Projekt QuATRo können Arztnetze ihre medizinische Versorgungsqualität mit der anderer Netze und mit der Regelversorgung vergleichen. In den Vergleich fließen etwa 60 verschiedene Indikatoren ein, die verschiedene Aspekte der Versorgungsqualität abbilden. 15 dieser Qualitätsaspekte waren ausschlaggebend für die Bewertung der Auszeichnung, darunter: Wie häufig wurden Kontroll- und Vorsorgeuntersuchungen durchgeführt? Inwiefern ist eine leitliniengerechte Arzneimitteltherapie erfolgt? Oder: Konnten Krankenhausaufenthalte verhindert werden?

Grundlage der Auswertungen sind Routinedaten von bundesweit rund 27 Millionen AOK-Versicherten. Dazu gehören Abrechnungsdaten der ambulanten und stationären sowie der Arzneimittel-Versorgung. Ärzten entsteht dabei kein zusätzlicher Dokumentationsaufwand, da die Daten ohnehin bereits vorliegen. Um die medizinische Versorgung zu verbessern, erhalten Arztnetze einen individuellen Gesamtbericht, der ihre Stärken und Schwächen aufzeigt. Dessen Ergebnisse können sie in Qualitätszirkeln besprechen. Darüber hinaus findet jährlich ein bundesweiter Austausch zwischen der AOK und den Arztnetzen zur Weiterentwicklung von QuATRo statt. „Die Auszeichnungen zeigen, dass mehr Transparenz und Vernetzung zwischen den Arztnetzen eine noch bessere Qualität in der regionalen Versorgung ermöglichen. Wir freuen uns, dass wir die Arztnetze dabei partnerschaftlich unterstützen können“, so Dr. Irmgard Stippler, Vorstandsvorsitzende der AOK Bayern. Derzeit beteiligen sich 43 Arztnetze in neun Bundesländern am QuATRo-Projekt, das 2013 gestartet ist.

Eine Software für alle Arztnetze

Auch die MainÄrzte nutzen regelmäßige Treffen in Qualitätszirkeln, Workshops, Strategie-Tagen oder bei Gesellschafterversammlungen zum Erfahrungsaustausch. Zugleich setzen die MainÄrzte auch stark auf die digitale Kommunikation. Knelles: „Wir haben schon vor Jahren ein Praxisverwaltungssystem für alle eingeführt. Über unseren eigenen Server kommunizieren wir im Intranet, schicken Überweisungsscheine, geben Laborwerte und Befunde an unsere angeschlossenen Praxen weiter. Das spart Zeit, wir müssen nicht mehr dauernd telefonieren oder faxen. Bei uns geht die Information automatisch vom Hausarzt an den Facharzt und umgekehrt – per Knopfdruck und datenschutzkonform. Durch im System hinterlegte Diagnosen und Medikationslisten stellen wir sicher, dass alle behandelnden Ärzte die für sie wichtigen Informationen haben.“ Außerdem, führt Knelles aus, „haben wir eine Art rotes Telefon, eine immer auf dem aktuellen Stand gehaltene Telefonliste, falls doch mal eine mündliche Absprache nötig ist“.

Auszeichnung der QuATRO-Preisträger MainArzt v.l.n.r. Alexander Pröbstle, Direktor der AOK-Direktion Würzburg, Dr. Stefan Schmitt, Dr. Daniel Knelles, Heiner Redeker
Alexander Pröbstle (v.l.), Direktor der AOK-Direktion Würzburg, bei der Übergabe des QuATRo-Siegels an Dr. Stefan Schmitt, Dr. Daniel Knelles und Heiner Redeker vom Ochsenfurter Arztnetz MainArzt im vergangenen Jahr. In der kommenden Woche wird das Siegel 2021 überreicht.
© HANS-JOACHIM SCHELLER / AOK-DIREKTION WÜRZBURG

Für die Medikation hat MainArzt nach einem Weiterbildungs-Wochenende rund um das Thema Medikationsanalyse ein Ampelsystem eingeführt, um zum Beispiel die Versorgung von Herzpatienten noch besser und sicherer zu gestalten. „Das ist vor allem für die Hausärzte bei uns im Netz ein großer Vorteil.“ Und wenn ein Patient vom Hausarzt gesehen wurde, bekommt er in der Regel innerhalb von 48 Stunden einen Termin beim Facharzt.

Behandlungspfade und Leitplanken

Generell, so Knelles weiter, orientierten sich die angeschlossenen Praxen stark an „Leitplanken“. „Schon vor Jahren haben wir in gemeinsamen Absprachen Behandlungspfade für verschiedene Erkrankungen entwickelt. Deshalb sind wir zum Beispiel bei der Versorgung von Diabetes- oder COPD-Patienten alle auf einem gleich hohen Niveau, Patienten sind in Disease Management-Programme (DMP) eingeschrieben“. Ein großes Thema in den angeschlossenen Praxen ist laut Knelles auch Osteoporose. Zwar ist das DMP dazu in Bayern noch nicht vertraglich umgesetzt, „aber wir haben das auf der Agenda“. „In unserem Netz werden bei Osteoporose-Risikopatienten regelmäßig Knochendichtenmessungen vorgenommen. Zudem sei ganz klar: „Je besser die Fachdisziplinen zusammenarbeiten, umso besser sind die Ergebnisse.“ Deshalb pflegt das Netz nach Worten seines Geschäftsführers Heiner Redeker auch außerhalb des Verbundes enge Kooperation mit Fachärzten in der Region.

Eine enge Zusammenarbeit und ein regelmäßiger Informationsaustausch wird im Netz aber nicht nur von den Ärzten, sondern von allen Beteiligten gepflegt. So gibt es pro Praxis eine MainArzt-MFA sowie für alle eine Netz-MFA, die quasi als Schnittstelle den Kontakt zu allen Praxen hält. Auch hier bietet das Netz regelmäßige Treffen und Fortbildungen an. Dafür gibt es im MainÄrztehaus Ochsenfurt einen Vortragssaal, in dem (außer in Zeiten der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie) über die MainArzt-Patientenakademie auch regelmäßige Patientenschulungen angeboten werden. „Wir versuchen dabei, möglichst viele Fachrichtungen und Themen abzubilden, etwa Männergesundheit, neue orale Antikoagulantien (NOAK), Diabetes und vieles mehr.“

Damit sich Ärzte und MFA ganz auf die Versorgung der Patienten konzentrieren können, kümmert sich Geschäftsführer Heiner Redeker um das Drumherum. Über ein Ampelsystem hält er die Einschreibquoten in DMP im Blick und spiegelt den Praxen die jeweiligen Behandlungsergebnisse. So können diese schnell reagieren, wann immer sich Verbesserungspotenzial zeigt. Die Daten von Patienten sind anonymisiert, es wird jeweils nur ein Code weitergereicht. „Erst in der Praxis wird aus den anonymisierten und verschlüsselten Daten, die wir von der AOK erhalten, via Alter und Geschlecht wieder ein Patientenname.“

Redeker: „Mit dem Ampelsystem schaffen wir eine hohe Transparenz bei der Qualität und konnten so die DMP- Einschreibquote deutlich steigern.“ Auf die auf Verbindlichkeit  basierenden Ergebnisse ihres nach eigener Aussage „kleinen, aber schlagkräftigen“ Netzes sind der Arzt Knelles und der Betriebswirt Redeker stolz. „Die Verbindlichkeit ist bei uns sehr hoch. Es gibt Leitplanken, an die sich alle halten. Vielleicht auch deshalb, weil wir einander kennen und deshalb gut kommunizieren.“

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PRO DIALOG vom 23.07.2021

Ausgezeichnete Versorgungsqualität: Bereits zum dritten Mal hat das bayerische Arztnetz MainArzt das QuATRo-Siegel in Gold erhalten. Eines der Erfolgsgeheimnisse des bayerischen Netzes ist gute Kommunikation zwischen den Praxen.

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