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29.10.2020 PRO DIALOG: Frühstückscerealien sind Zuckerbomben

News Arzt & Praxis

Gerade einmal ein Prozent der zuhause verzehrten Kindercerealien weist einen Zuckergehalt auf, der unter dem von der WHO empfohlenen Grenzwert liegt.

Junge beim Frühstück (Symbolbild)
© AOK-Mediendienst

AOK-Studie: Süß, süßer, Frühstück

Die meisten der besonders bei Familien beliebten Frühstückscerealien sind die reinsten Zuckerbomben. Dies zeigt die AOK-Cerealienstudie „Süß, süßer, Frühstück“ auf, für die die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) im Auftrag der Gesundheitskasse den Zuckergehalt in Gramm pro 100 Gramm von rund 1400 Produkten aus dem Segment der Frühstückscerealien erhoben hat. Dabei wurden die wichtigsten, aktuell im Handel verfügbaren Einzelartikel im Zeitraum von November 2018 bis Oktober 2019 erfasst. Das Ergebnis: 99 Prozent der in Deutschland gekauften und speziell an Kinder adressierten Frühstückscerealien rangieren jenseits der Grenzwert-Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation, die bei 15 Gramm Zucker pro 100 Gramm liegt. Im Umkehrschluss ist also nur ein Prozent der zuhause verzehrten Kindercerealien in Sachen Zuckergehalt gesund.

Ernährungsprojekte in Kindergärten und Schulen

Zudem zeigt die Studie, dass gerade sozial benachteiligte Menschen mit geringem Einkommen und niedrigem Bildungslevel verstärkt auf zuckerhaltige Produkte zurückgreifen. „Deshalb müssen neben der Aufklärung und Stärkung der Ernährungskompetenz der Verbraucherinnen und Verbraucher vor allem die Rahmenbedingungen verändert werden“, sagt der Leiter der Präventionsabteilung im AOK-Bundesverband, Dr. Kai Kolpatzik. Es gehe nicht darum, „die Lebensmittelindustrie zu bashen“, sagt er. Mit Blick auf die AOK-Studienergebnisse und die ersten Ergebnisse des Produktmonitorings des Ernährungsministeriums zur Nationalen Reduktions- und Innovationsstrategie müsse jedoch die freiwillige Selbstverpflichtung nicht nur im Bereich der Frühstückscerealien kritisch hinterfragt werden. Aber an diesem Beispiel lasse sich „sehr gut aufzeigen, dass die von der Industrie verkündeten Vereinbarungen nicht die anvisierten Ziele, wie etwa eine Reduktion von Übergewicht und Adipositas bei der Schuleingangsuntersuchung bis zum Jahr 2025, erreichen werden“.

Gute Erfahrungen hat die AOK nach Kolpatziks Worten mit ihren bundesweiten Ernährungsprojekten in Kindergärten und Schulen gemacht. In diesen Projekten, die sukzessive ausgebaut werden, würden die Studienergebnisse berücksichtigt.

Werbeverbot für ungesunde Kinderlebensmittel?

Wichtig sei allerdings auch eine klare Kurskorrektur der Bundesregierung, „damit die vom Ernährungsministerium angedachte gesunde Wahl auch tatsächlich ihrem Namen gerecht wird“, so Kolpatzik. Für den Bereich der Frühstückscerealien heiße das, sich an den Empfehlungen der WHO zu orientieren und diese Grenzwerte auf alle und nicht nur auf speziell an Kinder gerichtete Produkte auszuweiten. Ferner müssten die Rezepturen schrittweise und zeitnaher, also deutlich vor 2025, angepasst werden.

„Solange die Lebensmittelindustrie mit Comicfiguren auf oder mit kleinen Zugaben in den Verpackungen sowie im Fernsehen und Internet werben darf, werden Familien stark zuckerhaltigen Produkten auch zukünftig nicht widerstehen können. Deshalb setzen wir uns als AOK wie mittlerweile viele andere Institutionen für ein Werbeverbot von stark zucker-, salz- und fetthaltigen Kinderlebensmitteln ein.“ Nachbarländer wie Schweden oder Norwegen zeigten, dass es auch ohne geht. Auch die Verbraucher müssten zum Umdenken angeregt werden. Nur so können die jährlichen Krankheitskosten durch Adipositas von 63 Milliarden Euro sowie die Behandlungskosten der Kries von über 8 Milliarden Euro in Deutschland dauerhaft gesenkt und den betroffenen Menschen Leid erspart werden.

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