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17.07.2020 Krankschreibung bald per Videosprechstunde möglich

News Arzt & Praxis

Vertragsärzte können Versicherte in Zukunft auch per Videosprechstunde krankschreiben. Dies ist allerdings nur möglich, wenn der Patient zuvor in der Praxis in Behandlung war. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat vor Kurzem seine Arbeitsunfähigkeits-Richtlinie entsprechend angepasst.

Arzt mit Tablet (Symbolbild)
© AOK Gemeinschaft

Änderung nicht durch Corona-Pandemie angestoßen

Der Beschluss wird dem Bundesministerium für Gesundheit vorgelegt und tritt nach Nichtbeanstandung und Veröffentlichung im Bundesanzeiger in Kraft. Der G-BA weist darauf hin, dass diese Änderung nicht durch die Corona-Pandemie angestoßen wurde. 

Unter welchen Voraussetzungen können Ärzte per Video krankschreiben?

Ärzte dürfen nur unter bestimmten Bedingungen eine Arbeitsunfähigkeits-Bescheinigung nach einer Videosprechstunde ausstellen. Der Patient muss der behandelnden Arztpraxis bekannt sein, zudem muss die Erkrankung eine Untersuchung per Videosprechstunde zulassen.

Dabei ist die erstmalige Feststellung der Arbeitsunfähigkeit auf einen Zeitraum von sieben Kalendertagen begrenzt. Eine Folgekrankschreibung über Videosprechstunde ist nur erlaubt, wenn der Arzt die vorherige Krankschreibung nach unmittelbarer persönlicher Untersuchung ausgestellt hat. Ein Anspruch der Versicherten auf Krankschreibung per Videosprechstunde besteht jedoch nicht.

Ausgeschlossen bleibt eine Krankschreibung per Videosprechstunde bei Versicherten, die in der betreffenden Arztpraxis bislang noch nie persönlich vorstellig geworden sind. Zudem darf die Arbeitsunfähigkeit nicht ausschließlich auf Grundlage etwa eines Online-Fragebogens, einer Chat-Befragung oder eines Telefonates ausgestellt werden.

Warum hat der G-BA die Arbeitsunfähigkeits-Richtlinie geändert?

Anlass der Richtlinienänderung ist eine Änderung der Musterberufsordnung für Ärzte. War eine sogenannte „ausschließliche Fernbehandlung“ zuvor verboten, ist dies laut der Musterberufsordnung nun unter bestimmten Bedingungen erlaubt. Der G-BA hat jetzt die Vorgaben der Musterberufsordnung aufgegriffen und trägt ihnen in der Arbeitsunfähigkeits-Richtlinie Rechnung.

Mit demselben Beschluss setzte der G-BA noch weitere Änderungen an der AU-Richtlinie um:

  • Elektronische AU-Bescheinigung für die Krankenkasse: Ab dem 1. Januar 2021 wird die Ausfertigung der AU-Bescheinigung für die Krankenkasse digitalisiert und elektronisch übermittelt. Damit setzt der G-BA einen Auftrag aus dem Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) um.
  • Klarstellung Ausnahmetatbestände: Gesetzlich versicherte Arbeitnehmer haben das Recht, für die Versorgung eines pflegebedürftigen nahen Angehörigen in einer akut aufgetretenen Pflegesituation bis zu zehn Arbeitstage der Arbeit fernzubleiben. Sie erhalten in dieser Zeit das sogenannte Pflegeunterstützungsgeld als Entgeltersatzleistung. Der G-BA stellte klar, dass die kurzzeitige Arbeitsverhinderung nach § 2 Pflegezeitgesetz keine Arbeitsunfähigkeit im Sinne der Arbeitsunfähigkeits-Richtlinie darstellt und ergänzte den Punkt in seiner Liste der Ausnahmetatbestände.

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