Expertenforum - Zuschuss zur BAV

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  • 01
    Zuschuss zur BAV

    Hallo,


    eine Frage:


    Wann und wie wird entschieden, in welcher „Zuschussklasse“ der Mitarbeiter ist? Vor allem die Kriterien für die Einstufung in der höchsten Zuschussklasse (Verdienst über BBG RV) und damit 0 % Zuschuss wäre für mich wichtig.


    Vielen Dank.


    Heinz Bär

  • 02
    RE: Zuschuss zur BAV

    Sehr geehrter Herr Bär,
     
    für umgewandeltes Arbeitsentgelt, das in eine Direktversicherung, Pensionskasse oder in einen Pensionsfonds einfließt, besteht aufgrund der Steuerfreiheit auch Beitragsfreiheit in der Sozialversicherung bis zu 4 Prozent der Beitragsbemessungsgrenze der allgemeinen Rentenversicherung (2022: 3.384 Euro) jährlich. Diese Beitragsersparnis soll ab dem 01.01.2022 vom Arbeitgeber auch für Altverträge an die betriebliche Altersversorgung des Arbeitnehmers weitergeben werden. Als Altverträge gelten dabei alle bAV-Verträge, die vor dem 1. Januar 2019 geschlossen wurden.
     
    Die gesetzliche Grundlage für die Zuschusspflicht des Arbeitgebers im Falle der Entgeltumwandlung finden Sie in § 1a Abs. 1a BetrAVG. Dort ist geregelt, dass der Arbeitgeber 15% des umgewandelten Entgelts als Zuschuss zur betrieblichen Altersversorgung abführen muss, soweit er durch die Entgeltumwandlung Sozialversicherungsbeiträge "einsparen" würde. Der Gesetzgeber möchte also vermeiden, dass der Arbeitgeber durch die vom Arbeitnehmer veranlasste Entgeltumwandlung besser gestellt wird (Zahlung geringerer Sozialversicherungsbeiträge) als ohne die Umwandlung.
     
    Die Rechtsgrundlage des § 1a Abs. 1a des Gesetzes zur betrieblichen Altersversorgung (BetrAVG) sieht also ausdrücklich vor, dass der Arbeitgeberzuschuss nur zu leisten ist, „soweit der Arbeitgeber durch die Entgeltumwandlung Sozialversicherungsbeiträge einspart. Spart der Arbeitgeber keine Sozialversicherungsbeiträge ein, so ist kein Zuschuss zu leisten.
     
    Die Zuschusspflicht des Arbeitgebers besteht grundsätzlich in Höhe der eingesparten Sozialversicherungsbeiträge, kann aber auch pauschal mit 15 Prozent abgerechnet werden. Es besteht insoweit eine Wahlmöglichkeit, ob der Arbeitgeber seine tatsächliche, individuelle Beitragsersparnis (= sogenannte „Spitzabrechnung“) an die Versicherung oder Versorgungseinrichtung weitergibt oder die Pauschale von 15 Prozent wählt. Vor allem bei Arbeitnehmern mit einem Arbeitsentgelt unterhalb der Beitragsbemessungsgrenze der Krankenversicherung ist die pauschale Abrechnung für den Arbeitgeber kostengünstiger und einfacher zu handhaben.
     
    Unabhängig davon, welche Berechnungsvariante vom Arbeitgeber genutzt wird, ist die Zuschusspflicht auf 15 Prozent begrenzt.
     
    Mit freundlichen Grüßen
     
    Ihr Expertenteam

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