Expertenforum - Werkstudentenstatus mit mehr als 20 Wochenstunden

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  • 01
    Werkstudentenstatus mit mehr als 20 Wochenstunden

    Wir haben einen Werkstudent, der bei uns regelmäßig 10 Stunden arbeitet. Bei einem weiteren AG arbeitet er wöchentlich zwischen 7-10 Stunden. Vorübergehend soll nun die wöchentliche Arbeitszeit aufgestockt werden (bis zu 40 Stunden in der Woche). Wir praktizieren dies idR mit Nachweis über die Dauer der Semesterferien von Seiten der Hochschule. In diesem Fall findet das Studium allerdings an einer Fernuni statt und es gibt keine offiziellen Semesterferien, insofern kann auch keine Bestätigung ausgestellt werden. Ist es möglich in diesem Fall die 26 Wochen- Regelung zur Überschreiten der maximalen Stundenanzahl anzuwenden, ohne eine solchen Nachweis über die Semesterferien?


    Keine der Tätigkeiten findet am Wochenende oder nachts statt.


    Vielen Dank für eine Einschätzung.

  • 02
    RE: Werkstudentenstatus mit mehr als 20 Wochenstunden

    Guten Tag,
     
    bei Studierenden, die mehrere Beschäftigungen nebeneinander ausüben, ist zunächst zu prüfen, ob die Person ihrem Erscheinungsbild nach als „ordentlicher Studierender“ oder als „Arbeitnehmer“ anzusehen ist. Beträgt die wöchentliche Arbeitszeit nicht mehr als 20 Stunden, besteht Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherungsfreiheit.

    Für Studenten an einer Fern-Uni findet das Werkstudentenprinzip nur bei einem Vollzeit-Studium, welches nachgewiesen werden muss, Anwendung.
     
    Ergibt die Zusammenrechnung, dass die wöchentlichen Arbeitszeiten insgesamt mehr als 20 Stunden betragen, ist grundsätzlich nicht mehr vom Erscheinungsbild eines ordentlichen Studierenden auszugehen. Vom Erscheinungsbild eines Studenten ist dann nicht mehr auszugehen, wenn eine derartige Beschäftigung mit einer Wochenarbeitszeit von mehr als 20 Stunden ohne zeitliche Befristung ausgeübt wird oder auf einen Zeitraum von mehr als 26 Wochen befristet ist; in diesen Fällen tritt die Zugehörigkeit zum Kreis der Beschäftigten in den Vordergrund.

    Die 26-Wochen-Regelung soll eine auf der Grundlage des Werkstudentenprivilegs grundsätzlich einzuräumende Versicherungsfreiheit ausschließen. Voraussetzung für die Anwendung der 26-Wochen-Regelung ist daher, dass trotz Überschreitens der 20-Wochenstunden-Grenze Versicherungsfreiheit aufgrund des Werkstudentenprivilegs dem Grunde nach zunächst einzuräumen wäre, weil das Überschreiten der 20-Stunden-Grenze durch Beschäftigungszeiten am Wochenende oder in den Abend- und Nachtstunden bedingt ist oder in die vorlesungsfreie Zeit (Semesterferien) fällt.
     
    An der Fernuniversität gibt es keine Semesterferien, aber eine „Bearbeitungs- und versandfreie Zeit“. Während dieses Zeitraumes kann die Arbeitszeit des Studierenden im Rahmen der 26-Wochen- Regelung ausgeweitet werden. Die "Bearbeitungs- und versandfreie Zeit" sollten Sie sich schriftlich von der Fernuniversität bescheinigen lassen.
     
    Überschreitet die wöchentliche Arbeitszeit die Grenze von 20 Stunden ohne das Arbeitszeiten am Wochenende oder in den Abend- und Nachtstunden oder der versandfreien Zeit der Fernuniversität vorliegen, ist die Eigenschaft als „ordentlich Studierender“ nicht mehr gegeben und Versicherungspflicht als Arbeitnehmer tritt ein.
     
    Mit freundlichen Grüßen
     
    Ihr Expertenteam

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