Expertenforum - Werkstudentenprivileg bei individueller regelmäßiger Arbeitszeit

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  • 01
    Werkstudentenprivileg bei individueller regelmäßiger Arbeitszeit

    Liebes Experten-Team,


    ich bitte um Ihre Einschätzung, ob im vorliegenden Fall das Werkstudentenprivileg anwendbar ist:

    Ein ordentlicher Student arbeitet befristet als teilzeitbeschäftigter Lehrer mit einer wöchentlichen Arbeitszeit von 12 Stunden (= 44,44 % der durchschnittlichen wöchentlichen Arbeitszeit einer entsprechenden vollbeschäftigten Lehrkraft = 12/27 Stunden/Woche). Gleichzeitig arbeitet er noch 5 Stunden pro Woche (= 12,5 % der durchschnittlichen wöchentlichen Arbeitszeit eines entsprechend Vollbeschäftigten = 5/40 Stunden/Woche) in einer anderen Behörde beim selben Arbeitgeber. Zusammengerechnet für beide Beschäftigungen ergeben sich somit 56,94 % der durchschnittlichen regelmäßigen wöchentlichen Arbeitszeit eines entsprechend Vollbeschäftigten. Die tatsächlich wöchentliche Arbeitszeit beträgt allerdings nur 17 Stunden und würde daher die 20-Stunden-Grenze unterschreiten.

    Ist bei der Beurteilung der 20-Stunden-Grenze auf die tatsächliche Arbeitsleistung abzustellen? Oder ist die individuelle wöchentliche Arbeitszeit eines entsprechend Vollbeschäftigten als Berechnungsgrundlage ausschlaggebend (50%-Grenze)? Ist die Werkstudentenregelung hier anwendbar?


    Vielen Dank für Ihre Hilfe.

  • 02
    RE: Werkstudentenprivileg bei individueller regelmäßiger Arbeitszeit

    Hallo SabineH.,

    Personen, die neben ihrem Studium nicht mehr als 20 Stunden wöchentlich beschäftigt sind, gehören ihrem Erscheinungsbild nach grundsätzlich zu den Studenten und nicht zu den Arbeitnehmern. Die Höhe des Arbeitsentgelts ist dabei ohne Bedeutung.

    In der Konsequenz tritt bei Studierenden durch ein Überschreiten der 20 Stunden-Grenze Sozialversicherungspflicht als „Arbeitnehmer“ ein. Dies gilt auch in den Fällen, in denen nur ein geringfügiges Überschreiten vorliegt.

    Bei der 20 Stunden-Grenze handelt es sich um eine feste Grenze, von der nicht aufgrund individueller Regelungen zur regelmäßigen wöchentlichen Arbeitszeit im Betrieb oder einer Branche abgewichen werden kann.

    Das Gemeinsame Rundschreiben „zur versicherungsrechtlichen Beurteilung von beschäftigten Studenten“ vom 23.11.2016 lässt in diesem Punkt keine Ausnahmen zu.

    Mit freundlichen Grüßen

    Ihr Expertenteam
     

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