Expertenforum - Werkstudenten mit Entgelten unter 520 Euro; Einstufung nach Inkrafttreten der neuen Minijob-Regelungen

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  • 01
    Werkstudenten mit Entgelten unter 520 Euro; Einstufung nach Inkrafttreten der neuen Minijob-Regelungen

    Sehr geehrte Expertinnen und Experten,

    ich beschäftige derzeit zwei Werkstudenten (PGS 106, BGS 0100) mit einem Bruttogehalt in Höhe von 500 Euro. Einer dieser Studenten übt parallel bei einem anderen Arbeitgeber einen Minijob (PGS 109, BGS 6500) aus. Wie sind diese Studenten ab Oktober 2022 zu schlüsseln? Werden diese Studenten Minijober und zahlen daher dann auch nur 3,6% Rentenbeitrag? Und führt dies dann dazu, dass der Student mit dem parallelen Minijob diesen Status verliert, weil ja dann zwei Minijobs vorliegen, die mangels sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung zusammengerechnet werden müssen? Also wird der Student ohne parallelen Minijob zu PGS 109, BGS 6100, und der Student mit parallel ausgeübten Minijobs in beiden Beschäftigungen PGS 106, BGS 0100? Zumindest für den Studenten ohne parallelen Minijob ist ja BGS 6100 finanziell günstiger. Sprich selbst wenn Bestandschutz bestünde, könnte er diesen Status von mir ab Oktober 2022 bei mir einfordern?


    Besten Dank im Voraus für Ihre kompetente Antwort


    RudiRatlos

  • 02
    RE: Werkstudenten mit Entgelten unter 520 Euro; Einstufung nach Inkrafttreten der neuen Minijob-Regelungen

    Hallo RudiRatlos,

    durch das „Gesetz zur Erhöhung des Schutzes durch den gesetzlichen Mindestlohn und zu Änderungen im Bereich der geringfügigen Beschäftigung“ wurden mit Datum 16.08.2022 die Geringfügigkeitsrichtlinien zum 01.10.2022 angepasst.

    Durch die Anhebung der Geringfügigkeitsgrenze von 450 € auf 520 € werden Mitarbeiter (z. B. Werkstudenten), die über den 30.09.2022 hinaus beschäftigt sind und ein Arbeitsentgelt bis durchschnittlich maximal 520 € im Monat verdienen, in der Rentenversicherung - alternativlos - ab 01.10.2022 zu geringfügig entlohnten Mitarbeitern (Ausnahme: Beschäftigungen im Privathaushalt). Die Rentenversicherungspflicht bleibt bestehen, solange in dem Minijob keine Befreiung hiervon beantragt wird. Die Mitarbeiter haben im rentenversicherungspflichtigen Minijob einen Anteil von 3,6 Prozent zu zahlen, der Arbeitgeber trägt in diesem Fall 15 Prozent.

    Eine Bestandschutzregelung wie in der Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung gibt es für den Bereich der Rentenversicherung nicht. 

    Dadurch ergeben sich für den Arbeitgeber Änderungen im Meldeverfahren. Die Beschäftigung ist in diesem Fall bei der Krankenkasse mit Meldegrund „31“ (hier: Beitragsgruppenschlüssel „0100“) abzumelden und jeweils mit Meldegrund „11“ (hier: Beitragsgruppenschlüssel „6100“, sofern gesetzlich krankenversichert) bei der Minijob-Zentrale anzumelden.

    Sofern in einem solchen Fall bei einem Studenten durch ein weiteres bereits vorliegendes geringfügig entlohntes Beschäftigungsverhältnis ab 01.10.2022 zwei Minijobs vorhanden sind, „müsste“ nach unserem Verständnis in einem nächsten Schritt geprüft werden, ob in Addition der Entgelte die neue 520-€-Geringverdienergrenze überschritten wird und beide Beschäftigungen - sofern die 20-Stunden-Grenze nicht überschritten werden – im Rahmen des Werkstudentenprivilegs der Rentenversicherungspflicht unterliegen.

    Die Beiträge wären dann wiederum an die zuständige Krankenkasse abzuführen. 

    Da die Neuregelung der geringfügig entlohnten Beschäftigung erst in dieser Woche veröffentlicht wurden, bitten wir um Verständnis, dass wir zu den zukünftigen konkreten Verfahrensabläufen momentan noch keine genaueren Informationen geben können.

    Mit freundlichen Grüßen

    Ihr Expertenteam

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