Expertenforum - Werkstudent unter 450€

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Expertenforum

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  • 01
    Werkstudent unter 450€

    Guten Tag,


    ich habe eine Frage zur sozialversicherungsrechtlichen Beurteilung eines Studenten.


    Wenn zu Beginn der Beschäftigung klar ist, dass das regelmäßige Entgelt dieses Mitarbeiters dauerhaft unter 450€/monatlich liegen wird, kann ich ihn auch als Minijobber anmelden.

    Ist dies allerdings rechtlich unkorrekt, ihn dennoch als Werkstudent anzumelden?

    Bin ich verpflichtet, ihn als Minijobber anzumelden wenn das Entgelt unter 450€/monatlich liegt oder kann ich ihn auch als Werkstudent anmelden?


    Wie ist das, wenn das Entgelt schwankend ist und im Laufe der Zeit sich erst rausstellt, dass der Student monatlich immer unter 450€ liegt? Muss ich ihn dann ummelden?


    Danke vorab!

  • 02
    RE: Werkstudent unter 450€

    Guten Tag,
     
    bei der Prüfung der Frage, ob das Arbeitsentgelt 450 EUR übersteigt, ist vom regelmäßigen Arbeitsentgelt auszugehen. Das regelmäßige Arbeitsentgelt ermittelt sich abhängig von der Anzahl der Monate, für die eine Beschäftigung gegen Arbeitsentgelt besteht, wobei maximal ein Jahreszeitraum (12 Monate) zugrunde zu legen ist. Dabei darf das regelmäßige monatliche Arbeitsentgelt im Durchschnitt einer Jahresbetrachtung 450 EUR nicht übersteigen (maximal 5.400 EUR pro Jahr bei durchgehender mindestens 12 Monate dauernder Beschäftigung gegen Arbeitsentgelt in jedem Monat).
     
    Die Ermittlung des regelmäßigen Arbeitsentgelts hat stets bei Beginn der Beschäftigung und erneut bei jeder nicht in der bisherigen Prognose berücksichtigten Veränderung in den Verhältnissen (z. B. Erhöhung oder Reduzierung des Arbeitsentgelts), die nicht nur gelegentlich und unvorhersehbar ist, im Wege einer vorausschauenden Betrachtung zu erfolgen. Die hiernach erforderliche Prognose erfordert keine alle Eventualitäten berücksichtigende genaue Vorhersage, sondern lediglich eine ungefähre Einschätzung, welches Arbeitsentgelt - ggf. nach der bisherigen Übung – mit hinreichender Sicherheit zu erwarten ist.
     
    Grundlage der Prognose können dabei lediglich Umstände sein, von denen in diesem Zeitpunkt anzunehmen ist, dass sie das Arbeitsentgelt bestimmen werden. Stimmt diese Prognose infolge nicht sicher voraussehbarer Umstände mit dem späteren Verlauf der Entgeltzahlung nicht überein, bleibt die für die Vergangenheit getroffene Feststellung maßgebend.
     
    Nach den gesetzlichen Regelungen in § 8 SGB IV liegt bei Beschäftigungen mit einem regelmäßigen Arbeitsentgelt unter 450 Euro eine geringfügig entlohnte Beschäftigung vor.
     
    In der geringfügig entlohnten Beschäftigung mit einem Arbeitsentgelt bis regelmäßig 450 Euro im Monat (ab 1. Oktober 2022 520 Euro) sind Beiträge zu zahlen. Diese belaufen sich für den Arbeitgeber in der Krankenversicherung auf 13 Prozent und in der Rentenversicherung auf 15 Prozent. Der Student oder die Studentin hat in der Rentenversicherung einen Beitragsanteil von 3,6 Prozent zu tragen, sofern er oder sie nicht gegenüber dem Arbeitgeber schriftlich die Befreiung von der Rentenversicherungspflicht beantragt.
     
    Die Regelung für Werkstudenten ist erst ab einem regelmäßigen Einkommen über 450 Euro (ab 01.10.22 über 520 Euro) anzuwenden. Eine Wahlmöglichkeit für den Arbeitgeber besteht nicht.
     
    Mit freundlichen Grüßen
     
    Ihr Expertenteam

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