Expertenforum - Werkstudent - Semesterferien

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  • 01
    Werkstudent - Semesterferien

    Hallo liebes Expertenteam!


    Auch ich habe eine Frage zur 26 Wochen-Regelung bei Werkstudenten.


    Eine Mitarbeiterin beginnt jetzt ein Studium und arbeitet während der Vorlesungszeit nur noch 8 Wochenstunden (Übergangbereich).


    Während der Semesterferien möchte sie Vollzeit arbeiten.


    Wie wird dann das Zeitjahr gezählt, wenn sie im Frühjahr 2022 während der ersten Semesterferien die 20 Wochenstunden überschreitet?


    Werden dann bei der rückwärtigen Betrachtung des Zeitjahres nur die Zeiten gezählt, in denen sie als Werkstudentin tätig war?

    Bleiben die Zeiten der Beschäftigung als Angestellte vor Aufnahme des Studiums dann außen vor?


    Danke und viele Grüße!

  • 02
    RE: Werkstudent - Semesterferien

    Hallo Frau Ostermeier,

    Voraussetzung für die Anwendung der Vorschriften über die Versicherungsfreiheit der von Studenten ausgeübten Beschäftigungen ist zunächst die Zugehörigkeit zum Personenkreis der ordentlichen Studierenden.
     
    Personen, die neben ihrem Studium nicht mehr als 20 Stunden wöchentlich beschäftigt sind, gehören ihrem Erscheinungsbild nach grundsätzlich zu den Studenten und nicht zu den Arbeitnehmern. Die Höhe des Arbeitsentgelts ist dabei ohne Bedeutung.
     
    Vom Erscheinungsbild eines Studenten ist dann nicht mehr auszugehen, wenn eine derartige Beschäftigung mit einer Wochenarbeitszeit von mehr als 20 Stunden ohne zeitliche Befristung ausgeübt wird oder auf einen Zeitraum von mehr als 26 Wochen befristet ist; in diesen Fällen tritt die Zugehörigkeit zum Kreis der Beschäftigten in den Vordergrund.
     
    Die 26-Wochen-Regelung soll eine auf der Grundlage des Werkstudentenprivilegs grundsätzlich einzuräumende Versicherungsfreiheit ausschließen. Voraussetzung für die Anwendung der 26-Wochen-Regelung ist daher, dass trotz Überschreitens der 20-Wochenstunden-Grenze Versicherungsfreiheit aufgrund des Werkstudentenprivilegs dem Grunde nach zunächst einzuräumen wäre, weil das Überschreiten der 20-Stunden-Grenze durch Beschäftigungszeiten am Wochenende oder in den Abend- und Nachtstunden bedingt ist oder in die vorlesungsfreie Zeit (Semesterferien) fällt.
     
    Ein Überschreiten der 20-Stunden-Grenze unter Fortgeltung des Werkstudentenprivilegs soll jedoch kein Dauerzustand bzw. ein im Jahr überwiegender Zustand sein. Zu diesem Zweck tritt die 26-Wochen-Regelung an. Sie führt im Ergebnis dazu, dass ein Student, der im Laufe
    eines Jahres (nicht Kalenderjahres) mehrmals eine Beschäftigung mit einer „wöchentlichen Arbeitszeit von mehr als 20 Stunden“ ausübt, vom Erscheinungsbild nicht mehr als ordentlich Studierender, sondern als Beschäftigter anzusehen ist, wenn die „Zusammenrechnung der
    Beschäftigungszeiten mehr als 26 Wochen“ ergibt.
     
    Der Jahreszeitraum zur Statusbestimmung ist in der Weise zu ermitteln, dass vom voraussichtlichen Ende der zu beurteilenden Beschäftigung ein Jahr zurückgerechnet wird. Anzurechnen sind „alle Beschäftigungen in diesem Zeitraum“, in denen – „unabhängig von der versicherungsrechtlichen Beurteilung“ – die wöchentliche Arbeitszeit mehr als 20 Stunden beträgt.
     
    Dabei spielt es keine Rolle, ob die Beschäftigungen bei demselben Arbeitgeber oder bei verschiedenen Arbeitgebern ausgeübt werden.
     
    Die Tatsache, dass die Mitarbeiterin vor Beginn des Studiums als „Arbeitnehmerin“ beschäftigt war, hat auf die nun vorzunehmende versicherungsrechtliche Beurteilung nach dem Statuswechsel (von der Arbeitnehmerin zur Studentin) und auch zukünftig keine Auswirkungen.
     
    Mit freundlichen Grüßen
     
    Ihr Expertenteam
     
     

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