Expertenforum - weitere Krankheit bei Entgeltfortzahlung

© ZORAN ORCIK / Adobe Stock
Expertenforum

Experten antworten auf Ihre Fragen zur Sozialversicherung

Fragen Sie Experten zu allen Aspekten der Sozialversicherung – im Expertenforum der AOK. An Werktagen bekommen Sie innerhalb von 24 Stunden eine Antwort.

Darüber hinaus können Sie sich im Expertenforum mit anderen Nutzern zu persönlichen Erfahrungen im Umgang mit der Sozialversicherung austauschen.

Profitieren Sie rund um den Jahreswechsel von einem besonderen Angebot. Stellen Sie auch Fragen zum Steuer- und Arbeitsrecht, die Bezug zum Sozialversicherungsrecht haben. Ihre Frage wird dann direkt von unseren externen Steuer- und Arbeitsrechtsexperten beantwortet.

Zur Übersicht
  • 01
    weitere Krankheit bei Entgeltfortzahlung

    Sehr geehrte Damen und Herren,


    unser Mitarbeiter hatte vom 20.09.22-18.10.22 eine Kur, die er aufgrund einer weiteren Erkrankung am 17.10.22 vorzeitig abbrechen musste. Der Mitarbeiter war bis zum 07.11.22 wegen der 2. Erkrankung krankgeschrieben. Nach unserer Berechnung hat der Mitarbeiter nur bis zum 31.10.22 Anspruch auf Lohnfortzahlung, ab 01.11.22-07.11.22 besteht Anspruch auf Krankengeld.


    Wir haben die Rückmeldung erhalten, dass die beiden Krankheiten nicht zusammengerechnet werden dürfen und der Mitarbeiter in der Zeit vom 01.11.22-07.11.22 Anspruch auf Entgeltfortzahlung hat. Können Sie diesen Sachverhalt bitte prüfen?


    Vielen Dank im Voraus!


    Mit freundlichen Grüßen

    J.Hoffmann

  • 02
    RE: weitere Krankheit bei Entgeltfortzahlung

    Hallo J.Hoffmann,
     
    da Ihre Fragestellung zur Entgeltfortzahlung zum einen vordergründig das Arbeitsrecht betrifft und zum anderen die uns zur konkreten Beantwortung notwendigen Unterlagen (AU-Bescheinigungen, Diagnosen, Arztberichte etc.) nicht zur Verfügung stehen, bitten wir um Verständnis, dass wir im Rahmen dieses Forums nur eine allgemeine Stellungnahme zu Ihrem Sachverhalt abgeben können.
     
    Wenn nach den Regelungen des Entgeltfortzahlungsgesetzes (EFZG) zu einer bestehenden Arbeitsunfähigkeit eine weitere Erkrankung mit einer anderen Diagnose „hinzutritt“, handelt es sich um eine durchgehende Arbeitsunfähigkeit, so dass aufgrund der hinzugetretenen Erkrankung nicht erneut für 6 Wochen Entgeltfortzahlung zu leisten ist (Urteil des Bundesarbeitsgerichts vom 2.2.1994).
     
    Nur dann, wenn zwei voneinander völlig unabhängige (in ihrer Ursache und zeitlichen Abfolge deutlich getrennte) Arbeitsunfähigkeitsfälle vorliegen, beginnt mit dem 2. Fall ein neuer, wiederum 6 Wochen umfassender Anspruch auf Entgeltfortzahlung.
     
    Zusammenfassend gilt Folgendes: Selbstständige Verhinderungstatbestände bestehen, wenn der Arbeitnehmer zwischen den beiden Erkrankungen arbeitsfähig war und gearbeitet hat oder nur deswegen nicht arbeiten konnte, weil die Zeit der Arbeitsfähigkeit (u.U. nur wenige Stunden) außerhalb der Arbeitszeit lag.
     
    Letztlich kann Ihre Frage nur die zuständige Krankenkasse anhand der dort vorliegenden Unterlagen verbindlich beantworten. Wir empfehlen, sich mit der zuständigen Krankenkasse in Verbindung zu setzen, um mit dieser den Sachverhalt abschließend zu klären.
     
    Mit freundlichen Grüßen
     
    Ihr Expertenteam

    Themenbereich:
Zur Übersicht
Kontakt zur AOK
Grafik Ansprechpartner
Ihr Ansprechpartner steht Ihnen gerne für Ihre Fragen zur Verfügung.
Grafik e-mail
Melden Sie uns Ihr Anliegen, wir antworten umgehend oder rufen Sie zurück.