Expertenforum - Weihnachtsgeld bei Bezug von Krankengeld

© ZORAN ORCIK / Adobe Stock
Expertenforum

Experten antworten auf Ihre Fragen zur Sozialversicherung

Fragen Sie Experten zu allen Aspekten der Sozialversicherung – im Expertenforum der AOK. An Werktagen bekommen Sie innerhalb von 24 Stunden eine Antwort.

Darüber hinaus können Sie sich im Expertenforum mit anderen Nutzern zu persönlichen Erfahrungen im Umgang mit der Sozialversicherung austauschen.

Profitieren Sie rund um den Jahreswechsel von einem besonderen Angebot. Stellen Sie auch Fragen zum Steuer- und Arbeitsrecht, die Bezug zum Sozialversicherungsrecht haben. Ihre Frage wird dann direkt von unseren externen Steuer- und Arbeitsrechtsexperten beantwortet.

Zur Übersicht
  • 01
    Weihnachtsgeld bei Bezug von Krankengeld

    Hallo Expertenteam,

    unser Mitarbeiter befindet sich seit Jahresbeginn im Krankenstand. Der Arbeitgeber hat Entgeltfortzahlung bis Mitte Februar geleistet. Die letzte Lohnabrechnung ist also für den Monat Februar gelaufen, im September wurde nur die Energiepreispauschale abgerechnet. Die AOK Bayern zahlt Krankengeld ab 10.02.22 an ihn.

    Für die Monate Januar und Februar steht im anteilig das Weihnachtsgeld zu, welches bei uns mit der November-Abrechnung ausgezahlt wird.

    Frage: Wie muss das Weihnachtsgeld als Einmalzahlung korrekt abgerechnet werden, damit die Sozialversicherungsbeiträge richtig abgeführt werden? Bei ihm werden in der November-Abrechnung außer dem Weihnachtsgeld keine weiteren Gehaltsbestandteile abgerechnet.

    Vielen Dank für Ihre Antwort!

  • 02
    RE: Weihnachtsgeld bei Bezug von Krankengeld

    Guten Tag,
     
    wird eine Einmalzahlung (z.B. Weihnachtsgeld) während eines laufenden Beschäftigungsverhältnisses gezahlt, wird sie grundsätzlich dem Monat der Auszahlung zugeordnet. Ein laufendes Beschäftigungsverhältnis in diesem Sinn liegt auch während einer beitragsfreien Zeit wegen des Bezugs einer Sozialleistung (z.B. Krankengeld) vor.
    Einmalzahlungen sind zu berücksichtigen, soweit das bisher gezahlte beitragspflichtige Arbeitsentgelt die anteilige Beitragsbemessungsgrenze nicht erreicht. Die anteilige Beitragsbemessungsgrenze wird für die Beschäftigungszeiten gebildet, die im laufenden Jahr bei dem Arbeitgeber zurückgelegt wurden, der die Einmalzahlung gewährt. In Ihrem Fall somit 01.01.2022 bis 09.02.2022.
    Eine Kürzung des Krankengeldes erfolgt in einem solchen Fall nicht.
    Mit freundlichen Grüßen
     
    Ihr Expertenteam

  • 03
    RE: Weihnachtsgeld bei Bezug von Krankengeld

    Hallo Expertenteam,

    ich habe hierzu noch eine Rückfrage, da wir einen ähnlich gelagerten Fall haben mit dem Unterschied, dass der Beschäftigte ab dem 21.04.2022 länger als 78 Wochen erkrankt ist und dieses Jahr kein Entgelt erhalten hat. So wie ich die Regelungen richtig verstanden habe, ist das anteilige Weihnachtsgeld im November steuer- und sozialversicherungsfrei. Ist dies korrekt?

  • 04
    RE: Weihnachtsgeld bei Bezug von Krankengeld

    Guten Tag,
     
    bei der Beitragsberechnung ist in Ihrem Fall des ausgesteuerten Mitarbeiters entscheidend, ob das Arbeitsverhältnis auch nach dem Ende des Krankengeldbezuges fortbesteht.
     
    Nach § 7 Abs. 3 Satz 1 Sozialgesetzbuch (SGB) IV gilt eine Beschäftigung gegen Arbeitsentgelt als fortbestehend, solange das Beschäftigungsverhältnis ohne Anspruch auf Arbeitsentgelt fortdauert (z. B. nach dem Ende des Krankengeldbezugs), jedoch nicht länger als einen Monat.

    Wir unterstellen, dass Sie eine Abmeldung nach Ablauf des Monats ohne Arbeitsentgelt erstellt haben (Abmeldung mit Grund 34 vom 22.04. – 21.05.2022).

    Die Vorschrift des § 7 Abs. 3 Satz 1 SGB IV hat mittelbar Auswirkungen auf die Beitragsberechnung und gegebenenfalls auf die Höhe der zu zahlenden Beiträge. Das zeitlich begrenzte Fortbestehen des Beschäftigungsverhältnisses für Zeiten der Arbeitsunterbrechung ohne Anspruch auf Arbeitsentgelt ist nicht als beitragsfreie, sondern als dem Grunde nach beitragspflichtige Zeit zu werten. Für diese Zeit der Arbeitsunterbrechung sind Sozialversicherungstage (SV-Tage) anzusetzen. Dementsprechend sind diese Tage bei der Ermittlung der anteiligen Jahresbeitragsbemessungsgrenzen nach § 23a Abs. 3 Satz 2 SGB IV im Rahmen der beitragsrechtlichen Behandlung von Einmalzahlungen zu berücksichtigen.

    In den Fällen, in denen jedoch nach dem Ende des Krankengeldanspruchs das Arbeitsverhältnis zwar weiterbesteht, der Arbeitnehmer jedoch Arbeitslosengeld erhält, ist die Monatsfrist nicht anzuwenden. Hier ist eine Abmeldung zum letzten Tag des Krankengeldbezugs mit dem Abgabegrund „30“ vorzunehmen. Etwaige später ausgezahlte einmalige Arbeitsentgelte wären in einem solchem Fall beitragsfrei in der Sozialversicherung.

    Mit freundlichen Grüßen
     
    Ihr Expertenteam

Zur Übersicht
Kontakt zur AOK
Grafik Ansprechpartner
Ihr Ansprechpartner steht Ihnen gerne für Ihre Fragen zur Verfügung.
Grafik e-mail
Melden Sie uns Ihr Anliegen, wir antworten umgehend oder rufen Sie zurück.