Expertenforum - Wechsel Aushilfsvertrag Selbständiger Tätigkeit

© ZORAN ORCIK / Adobe Stock
Expertenforum

Experten antworten auf Ihre Fragen zur Sozialversicherung

Fragen Sie Experten zu allen Aspekten der Sozialversicherung – im Expertenforum der AOK. An Werktagen bekommen Sie innerhalb von 24 Stunden eine Antwort.

Darüber hinaus können Sie sich im Expertenforum mit anderen Nutzern zu persönlichen Erfahrungen im Umgang mit der Sozialversicherung austauschen.

Profitieren Sie rund um den Jahreswechsel von einem besonderen Angebot. Stellen Sie auch Fragen zum Steuer- und Arbeitsrecht, die Bezug zum Sozialversicherungsrecht haben. Ihre Frage wird dann direkt von unseren externen Steuer- und Arbeitsrechtsexperten beantwortet.

  • 01
    Wechsel Aushilfsvertrag Selbständiger Tätigkeit

    Guten Tag,

    wir beschäftigen eine Dame als Freelancerin, die zudem bei uns im Haus eine Beschäftigung als Arbeitnehmerin aufnehmen soll. Müssen hier Unterbrechungen sein damit Zeiten der 2 Verträge zusammengerechnet werden und ein durchgängiges Arbeitsverhältnis entsteht, nebst

    Verbeitragung in der SV?

    Vielen Dank

  • 02
    RE: Wechsel Aushilfsvertrag Selbständiger Tätigkeit

    Sehr geehrter Fragesteller,


    vielen Dank für Ihre Frage.


    Sollte Ihre Frage so gemeint sein, dass Sie die Mitarbeiterin auch künftig als Freelancerin und Arbeitnehmerin beschäftigen möchten, wäre dies arbeitsrechtlich äußerst problematisch. Denn es besteht die Gefahr, dass sich das für das Arbeitsverhältnis charakteristische Weisungsrecht auch auf die selbständige Tätigkeit erstreckt und damit Arbeitsverhältnis und Selbständigkeit als einheitliches Arbeitsverhältnis gewertet werden. Sollte also gleichzeitig eine Beschäftigung als Arbeitnehmer und als Selbständiger geplant sein, muss im Einzelfall sehr genau geprüft und beachtet werden, dass beide Vertragsverhältnisse streng voneinander getrennt werden.


    Wenn das bisherige Vertragsverhältnis als Freelancerin dagegen beendet und ein „neues" Arbeitsverhältnis begründet werden soll, sind die im Rahmen der selbständigen Tätigkeit zurückgelegten Zeiträume für die Betriebszugehörigkeit als Arbeitnehmer nicht zu berücksichtigen. So beginnt beispielsweise die Wartezeit für die Anwendbarkeit des Kündigungsschutzgesetzes (sechs Monate) mit Begründung des Arbeitsverhältnisses neu zu laufen. Auch auf die Wartezeit für den Entgeltfortzahlungsanspruch im Krankheitsfall (vier Wochen) werden die im Rahmen der selbständigen Tätigkeit zurückgelegten Zeiten nicht angerechnet. Abweichende Vereinbarungen können mit der Arbeitnehmerin getroffen werden.


    Die vorstehenden Ausführungen gelten natürlich nur, wenn die bisherige Tätigkeit als Freelancerin auch inhaltlich einer selbständigen Tätigkeit entsprach und es sich nicht um ein „verkapptes" Arbeitsverhältnis handelte.


    Zu den sozialversicherungsrechtlichen Konsequenzen möchten wir Sie bitten, Ihre Frage noch an die Kollegen in diesem Fachbereich weiterzuleiten.


    Mit freundlichen Grüßen


    Ihr Fachexperte Arbeitsrecht

    Themenbereich:
Grafik Ansprechpartner
Ihr Ansprechpartner steht Ihnen gerne für Ihre Fragen zur Verfügung.
Grafik e-mail
Melden Sie uns Ihr Anliegen, wir antworten umgehend oder rufen Sie zurück.