Expertenforum - von Vollzeit zu GfB bei gleicher Arbeitgeberin, vorausschauende Betrachtung

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  • 01
    von Vollzeit zu GfB bei gleicher Arbeitgeberin, vorausschauende Betrachtung

    Guten Tag,


    ich habe eine Arbeitnehmerin, die zum 01.10. von Vollzeit auf eine geringe Wochenstundenzahl wechselt. Laut dem Arbeitsvertrag hat sie Anspruch auf Weihnachtsgeld in Höhe von 90 % des Gehaltes vom September des lfd. Jahres, auszuzahlen mit der November-Abrechnung.

    Ich habe eine Vorausschau ab 01.10. mit dem Multiplikator 12,9 des nun zustehenden Monatsentgeltes in Höhe von 416,54 € gemacht, das Ergebnis ist 5.373,37 €, somit eine geringfügige Beschäftigung.

    Tatsächlich erhält sie im November 12/12 des Weihnachtsgeldes in Höhe von 2.137,10 €.

    Die Abmeldung zur Sozialversicherung beinhaltet das Gehalt bis 30.09., und die Jahresmeldung zur Minijobzentrale wird das Weihnachtsgeld beinhalten.

    Frage: Ist die Vorgehensweise bei der vorausschauenden Betrachtung korrekt?


    Mit freundlichen Grüßen

  • 02
    RE: von Vollzeit zu GfB bei gleicher Arbeitgeberin, vorausschauende Betrachtung

    Guten Tag,
     
    grundsätzlich wird zur Beurteilung einer geringfügigen Beschäftigung in einer vorausschauenden Betrachtung auf das regelmäßige Arbeitsentgelt abgestellt.
     
    In Ihrem Fall liegen bei einer grundsätzlichen Betrachtung der Regelungen zur geringfügigen Beschäftigung die Voraussetzungen vor, da das regelmäßige Arbeitsentgelt 450 EUR bzw. 5400 EUR nicht übersteigt. Fraglich ist hier die Auswirkung des erhöhten Weihnachtgeldes, dass im Wesentlichen aus der versicherungspflichtigen Beschäftigung resultiert.
     
    Liegen die Anspruchsvoraussetzungen für die Einmalzahlung ausschließlich im versicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis, so besteht für die Einmalzahlung Beitragspflicht. In diesen Fällen erfolgt eine Zuordnung der Einmalzahlung wie bei Beendigung oder bei Ruhen des Beschäftigungsverhältnisses, also zum letzten Entgeltabrechnungszeitraum des laufenden Kalenderjahres. Liegen die Anspruchsvoraussetzungen für die Einmalzahlung sowohl im versicherungspflichtigen als auch im versicherungsfreien Beschäftigungsverhältnis, so ist die Einmalzahlung entsprechend aufzuteilen. Dieses Ergebnis geht trotz Arbeitgeberidentität von jeweils getrennt voneinander zu beurteilenden Beschäftigungsabschnitten aus.
     
    Beitragsrechtlich wird also der Teil aus dem Weihnachtsgeld, der auf der Vollzeittätigkeit beruht, diesem Abschnitt, also dem September 2021,
    zugeordnet und entsprechend mit Beiträgen belegt. Das anteilige Entgelt wird dann folgerichtig auch der Abmeldung zum 30.09.2021 zugerechnet.
     
    Daraus folgt, dass dieser Anteil bei Beurteilung der geringfügigen Beschäftigung nicht berücksichtigt werden kann. In dem von Ihnen geschilderten Fall bleibt es also bei einer geringfügigen Beschäftigung.

    Mit freundlichen Grüßen

    Ihr Expertenteam
     

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