Expertenforum - Verdienstbescheinigung Krankengeld

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  • 01
    Verdienstbescheinigung Krankengeld

    Guten Tag,


    eine Person hat in 2021 folgende abgerechnete Fehlzeiten:

    - 08.02.2021 bis 21.03.2021 AU mit Entgeltfortzahlung

    - 22.03.2021 bis 06.08.2021 AU mit Krankengeldzahlung

    - 09.08.2021 Urlaub

    - 30.08.2021 bis 13.09.2021 Urlaub

    - 14.09.2021 bis 05.10.2021 Kur ohne Entgeltfortzahlung

    - 06.10.2021 bis auf weiteres AU mit Krankengeldzahlung


    Für die Arbeitsunfähigkeit ab 06.10.2021 soll eine Verdienstbescheinigung zur Berechnung des Krankengeldes im EEL-Meldeverfahren erstellt werden.


    Welcher Entgeltzeitraum ist als letzter abgerechneter Entgeltzeitraum vor Eintritt der AU zu melden ?

    Welche Vorschrift(en) sind hier anzuwenden ?


    Vielen Dank für Ihre Unterstützung.


    Mit freundlichen Grüßen,

    Michael

  • 02
    RE: Verdienstbescheinigung Krankengeld

    Hallo Michael,

    für die Berechnung des Krankengeldes ist nach den Regelungen des § 47 Sozialgesetzbuch (SGB) V grundsätzlich das im letzten vor Beginn der Arbeitsunfähigkeit abgerechneten Entgeltabrechnungszeitraum erzielte „beitragspflichtige“ Arbeitsentgelt maßgebend.

    Dabei ist ein “abgerechneter” Entgeltabrechnungszeitraum ein Zeitraum, für den der Arbeitgeber üblicherweise die Entgeltberechnung abgeschlossen hat.
    Abgerechnet ist ein Entgeltabrechnungszeitraum dann, wenn der Arbeitgeber das für diesen Zeitraum in Betracht kommende Arbeitsentgelt vollständig berechnet hat, so dass auf Grund des Ergebnisses dieser Berechnung ohne weitere Rechenoperationen eine Auszahlung an den Arbeitnehmer möglich ist. Auf den üblichen Zahltag, den Zeitpunkt der Auszahlung oder der Bankgutschrift kommt es nicht an. Ferner kommt es nicht darauf an, dass der Versicherte für den gesamten Bemessungszeitraum Arbeitsentgelt beanspruchen kann. Es genügt, wenn für den Versicherten zumindest für einen Teil des Bemessungszeitraums Arbeitsentgelt abgerechnet worden ist.

    Fehlzeiten infolge Arbeitsunfähigkeit, unbezahlten Urlaubs usw. sind deshalb hinsichtlich des Bemessungszeitraums unschädlich.
    Demzufolge wäre in Ihrem Sachverhalt – sofern zum Zeitpunkt der Arbeitsunfähigkeit der Monat September 2021 abgerechnet worden war – der Monat September 2021 als Abrechnungsmonat anzugeben.

    Dies ergibt sich aus dem „Gemeinsamen Rundschreiben zum Krankengeld nach § 44 SGB V und Verletztengeld vom 03.12.2020.

    Mit freundlichen Grüßen

    Ihr Expertenteam

  • 03
    RE: Verdienstbescheinigung Krankengeld

    Guten Tag,


    lt. Anlage 3 zur "Verfahrensbeschreibung für die Erstattung der Mitteilungen im Rahmen des Datenaustausches Entgeltersatzleistungen nach § 107 SGB IV"

    ist im Punkt 3 "Kontinuität der Leistungsgewährung" dazu folgendes zu lesen:


    "Folgt Krankengeld im Nachgang zu einer Rehabilitation, ist durch den Arbeitgeber grundsätzlich keine neue Meldung vorzunehmen. Die Krankenkasse wendet sich wegen der Berechnungsgrundlage bilateral an die Übergangsgeldträger."


    Wie ist Ihre o.g. Antwort dahingehend zu interpretieren ?

    Wie kann die meldende Stelle (Arbeitgeber, Dienstleister) feststellen, ob eine EEL-Meldung Krankengeld erforderlich ist ?


     

  • 04
    RE: Verdienstbescheinigung Krankengeld

    Hallo Michael,

    aufgrund Ihrer zusätzlich gemachten Angaben haben wir uns noch einmal intensiv mit Ihrer Sachverhaltsschilderung befasst und geben Ihnen dazu folgende Stellungnahme:  

    Wie wir Ihnen bereits mitgeteilt haben, ist für die Berechnung des Krankengeldes nach § 47 SGB V grundsätzlich das im letzten vor Beginn der Arbeitsunfähigkeit abgerechneten Entgeltabrechnungszeitraum erzielte „beitragspflichtige“ Arbeitsentgelt maßgebend.

    In der „Verfahrensbeschreibung für die Erstattung der Mitteilungen im Rahmen des Datenaustausches Entgeltersatzleistungen nach § 107 SGB IV in der ab 01.01.2021 geltenden Fassung“ und der dazugehörigen Anlage 3 ist zu entnehmen, dass - sofern ein Arbeitnehmer eine Entgeltersatzleistung (z.B. Übergangsgeld) bezogen hat und im direkten Anschluss daran eine weitere Entgeltersatzleistung (z.B. Krankengeld) folgt – das bisher zugrunde gelegte Arbeitsentgelt auch weiterhin als Berechnungsgrundlage für die weitere Entgeltersatzleistung zu nehmen ist (§ 69 SGB IX).

    Bezogen auf Ihren Sachverhalt bedeutet dies, dass für die im direkten Anschluss an die stationäre Rehabilitationsmaßnahme („Kur“) festgestellte Arbeitsunfähigkeit ab 06.10.21 die  bereits für die stationäre Kurmaßnahme übermittelte Entgeltbescheinigung (Ausgangszeitraum August 2021) auch für die Krankengeldberechnung zugrunde zu legen und keine weitere EEL-Bescheinigung durch den Arbeitgeber zu übermitteln ist.
    Die Krankenkasse wendet sich in einem solchen Fall zur Anforderung der notwendigen Berechnungsdaten direkt an den zuständigen Rentenversicherungsträger. 
    Damit konkretisieren wir die in unserer ersten Antwort gemachten Ausführungen und bitten die Irritationen, die sich möglicherweise aus dem falschen Rückschluss unsererseits ergeben haben könnten, zu entschuldigen.

    Bezüglich Ihrer Fragestellung, wie festgestellt werden kann, ob eine EEL-Meldung erforderlich ist, sollte die weitere Vorgehensweise mit der zuständigen Stelle (z.B. Krankenkasse) abgestimmt werden.

    Mit freundlichen Grüßen

    Ihr Expertenteam

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