Expertenforum - Urlaubsberechnung bei Teilzeitbeschäftigten

© ZORAN ORCIK / Adobe Stock
Expertenforum

Experten antworten auf Ihre Fragen zur Sozialversicherung

Fragen Sie Experten zu allen Aspekten der Sozialversicherung – im Expertenforum der AOK. An Werktagen bekommen Sie innerhalb von 24 Stunden eine Antwort.

Darüber hinaus können Sie sich im Expertenforum mit anderen Nutzern zu persönlichen Erfahrungen im Umgang mit der Sozialversicherung austauschen.

Profitieren Sie rund um den Jahreswechsel von einem besonderen Angebot. Stellen Sie auch Fragen zum Steuer- und Arbeitsrecht, die Bezug zum Sozialversicherungsrecht haben. Ihre Frage wird dann direkt von unseren externen Steuer- und Arbeitsrechtsexperten beantwortet.

  • 01
    Urlaubsberechnung bei Teilzeitbeschäftigten

    Hallo,


    ich habe 2 Fragen zur anteiligen Urlaubsberechnung:

    1) Arbeitnehmerin in Elternzeit arbeitet in Teilzeit weiter. Sie arbeitet 2-4 Tage in der Woche und auch unterschiedliche Stunden. Wie kann man jetzt den Urlaub berechnen, vor allem wie viele Stunden dann ausgezahlt werden müssen bei 1 Urlaubstag. Gleiche Frage eigentlich auch bei GFB die unterschiedliche Tage und unterschiedliche Stunden arbeiten. Gibt es hierzu eine Formel? Ständig werden wir dies von den Mandanten gefragt.

    Lieben Dank.

  • 02
    RE: Urlaubsberechnung bei Teilzeitbeschäftigten

    Sehr geehrter Fragesteller,


    vielen Dank für Ihre Frage.


    Der Urlaubsanspruch bei völlig unregelmäßiger Verteilung der Arbeitszeit auf die einzelnen Wochentage kann erst am Schluss des Kalenderjahres endgültig bestimmt werden. Erst dann steht fest, an wie vielen Tagen der Arbeitnehmer tatsächlich gearbeitet hat. Die Anzahl der tatsächlich geleisteten Arbeitstage im Kalenderjahr kann dann ins Verhältnis zur Anzahl der Arbeitstage bei einer 5-Tage- oder 6-Tage-Woche gesetzt werden und auf dieser Grundlage der Urlaubsanspruch berechnet werden. Natürlich kann dem Arbeitnehmer unterjährig dennoch Urlaub gewährt werden. Um die „Übergewährung" von Urlaub zu vermeiden, sollte sich der tatsächlich gewährte Urlaub aber an dem Urlaubsanspruch orientieren, den der Mitarbeiter unterjährig aufgrund der tatsächlich geleisteten Arbeitstage bereits „verdient" hat. Zu viel gewährter Urlaub kann grundsätzlich nicht zurückgefordert werden.


    Sollte es dagegen bei der Arbeitszeitgestaltung ein bestimmtes „Muster" geben (beispielsweise in den ersten beiden Wochen eines Monats zwei Arbeitstage, in den letzten beiden Wochen vier Arbeitstage), kann für die Berechnung des Urlaubsanspruchs auch von der sich daraus ergebenden Anzahl an Arbeitstagen ausgegangen werden.


    Sollte die Arbeitszeit an den einzelnen Arbeitstagen ebenfalls schwanken, muss dies bei der Berechnung des Urlaubsentgelts jedenfalls berücksichtigt werden. Hier ist die durchschnittliche Anzahl an Arbeitsstunden pro Arbeitstag im Urlaubszeitraum zu ermitteln, die die Arbeitnehmerin ohne Urlaub geleistet hätte. Zur Ermittlung des Durchschnitts kann auf die übliche Arbeitsleistung, auf andere vergleichbare Arbeitnehmer oder auch auf den Jahresdurchschnitt abgestellt werden, wenn es insoweit keine erheblichen saisonalen Schwankungen gibt. Die so ermittelte durchschnittliche Anzahl an Arbeitsstunden pro Arbeitstag während des Urlaubs ist dann mit dem auf Stundenbasis umgerechneten Urlaubsentgelt zu multiplizieren.


    Sollten Sie weitere Fragen haben, stehen wir gern zur Verfügung.


    Mit freundlichen Grüßen


    Ihr Fachexperte Arbeitsrecht

     

    Themenbereich:
Grafik Ansprechpartner
Ihr Ansprechpartner steht Ihnen gerne für Ihre Fragen zur Verfügung.
Grafik e-mail
Melden Sie uns Ihr Anliegen, wir antworten umgehend oder rufen Sie zurück.