Expertenforum - Urlaubsanspruch bei unregelmäßigen Arbeitszeiten

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Expertenforum

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  • 01
    Urlaubsanspruch bei unregelmäßigen Arbeitszeiten

    Sehr geehrtes Expertenteam,


    wir beschäftigen einen geringfügig Beschäftigten. Dieser arbeitet in der Regel 1 x wöchentlich bei uns. Da wir für ihn ein Arbeitszeitkonto führen, kommt es auch vor, dass er in einem Monat 10 x monatlich bei uns arbeitet und im nächsten Monat gar nicht oder nur 1 x pro Monat. Bei seiner Einstellung bin ich damals bei der Festlegung des Urlaubsanspruches von einer 1-Tage-Woche ausgegangen und habe bei ihm für ein Jahr einen Anspruch von 6 Tagen ermittelt. Jetzt verhält es sich aber ja so, dass die Arbeitstage jeden Monat verschieden sind. Unsere Mitarbeiter mit einer 5-Tage-Woche erhalten einen Urlaubsanspruch von 30 Tagen/Jahr. Diese 30 Tage nehme ich immer als Basis für die Anspruchsermittlung. Für 22,5 Stunden bekommt er 450,00 € vergütet. Muss ich die Anspruchsermittlung bei unserem Minijobber nochmal überarbeiten und welche bzw. wieviel Arbeitstage lege ich für die Berechnung zu Grunde?

  • 02
    RE: Urlaubsanspruch bei unregelmäßigen Arbeitszeiten

    Sehr geehrter Fragesteller,


    vielen Dank für Ihre Frage.


    Sofern aufgrund der unregelmäßigen Arbeitszeiten keine bestimmte Arbeitstagewoche feststellbar ist, können Sie den endgültigen Urlaubsanspruch erst zum Jahresende genau ermitteln. Hierfür müssten Sie die Anzahl der tatsächlich geleisteten Arbeitstage in dem jeweiligen Kalenderjahr auszählen und diese ins Verhältnis zu den Arbeitstagen (in Ihrem Fall) auf Basis einer 5-Tage-Woche setzen. Ausgehend von einem Urlaubsanspruch von 30 Tagen pro Kalenderjahr bei einer 5-Tage-Woche ist dann der Urlaubsanspruch aufgrund der tatsächlich geleisteten Arbeitstage anteilig zu berechnen.


    Damit Sie den Urlaub nicht zum Jahresende vollständig gewähren müssen (was gegebenenfalls auch nicht im Interesse des Mitarbeiters ist), können Sie unterjährig natürlich Urlaub erteilen. Dieser unterjährig gewährte Urlaub sollte sich an den bereits „verdienten“ Urlaubsansprüchen orientieren. Der unterjährig bereits gewährte Urlaub ist dann von dem zum Jahresende ermittelten Urlaub in Abzug zu bringen.


    Wenn Sie weitere Fragen haben, stehen wir gern zur Verfügung.


    Mit freundlichen Grüßen


    Ihr Fachexperte Arbeitsrecht

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