Expertenforum - Unterschreitung der JAEG während Elternzeit

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Expertenforum

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  • 01
    Unterschreitung der JAEG während Elternzeit

    Hallo Expertenteam,


    ich habe folgenden Fall:

    Arbeitnehmer, freiwillig gesetzlich krankenversichert, Monatsverdienst: 7.500,00, 40 Std./Wo.

    Elternzeit: 02.08.2022 bis 01.09.2022, in dieser Zeit wird die Beschäftigung von 40 auf 20 Stunden reduziert

    Verdienst in 08 / 2022: 3.871,00

    Verdienst in 09 / 2022: 7.379,00

    Muss der Arbeitnehmer durch die Unterschreitung in 08 / 2022 wieder in die Pflichtversicherung und dann eine erneute Prüfung für das 2023 vorgenommen werden?


    Vielen Dank für Ihre Hilfe

     

  • 02
    RE: Unterschreitung der JAEG während Elternzeit

    Hallo Lohnabrechner04,
     
    aufgrund der Entgeltreduzierung während der Elternzeit ist bei dem Mitarbeiter eine neue Beurteilung der Krankenversicherungspflicht/-freiheit vorzunehmen.
    Dabei ist in einer vorausschauenden Betrachtungsweise auf der Grundlage eines Zeitjahres (nicht Kalenderjahr) das regelmäßige Jahresarbeitsentgelt zu ermitteln, d.h. das (reduzierte) monatliche Arbeitsentgelt wird mit zwölf multipliziert, regelmäßige Einmalzahlungen werden hinzugerechnet.
    Das regelmäßige Jahresarbeitsentgelt ist immer ein Jahreswert, der mit der jeweils maßgebenden Jahresarbeitsentgeltgrenze verglichen wird.
     
    Da nach Ihrer Schilderung das regelmäßige Jahresarbeitsentgelt die maßgebende Jahresarbeitsentgeltgrenze ab diesem Zeitpunkt nicht mehr übersteigt, besteht ab Beginn der Teilzeitbeschäftigung Versicherungspflicht zur Kranken- und Pflegeversicherung.
    Die Krankenversicherungspflicht setzt allerdings mit Beginn des Monats ein, von dem an das unter der Jahresarbeitsentgeltgrenze liegende Arbeitsentgelt gezahlt wird.
     
    Die ab September geplante Entgelterhöhung auf ein regelmäßiges Jahresarbeitsentgelt oberhalb der maßgebenden Jahresarbeitsentgeltgrenze führt nicht zum sofortigen Ende der Krankenversicherungspflicht.
     
    Ein Ausscheiden aus der Versicherungspflicht kommt daher frühestens zum Ende des Kalenderjahres in Betracht, vorausgesetzt, dass die vom Beginn des nächsten Kalenderjahres an geltende Jahresarbeitsentgeltgrenze ebenfalls überschritten wird.
     
    Mit freundlichen Grüßen
     
    Ihr Expertenteam

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