Expertenforum - Unterbrechnung Kindkrank bei Lohnzahlung

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  • 01
    Unterbrechnung Kindkrank bei Lohnzahlung

    Sehr geehrte Damen und Herren, ein AN bekommt ein verstetigtes Gehalt. Es wird für Ausfalltage umgerechnet nach den tatsächlichen Tagen eines Monats. Der AN legt einen Kindkrankenschein vor. In der Dauer der Tage ist ein Wochenende und ein Feiertag enthalten. Ist die Lohnzahlung für das Wochenende und den Feiertag ebenfalls zu unterbrechen (verstetigtes Gehalt und Umrechnung nach den tatsächlichen Tage eines Monats oder sind diese trotz Kindkrankenschein zu bezahlen?


    Mit freundliche Grüßen

    Helke Kluge

  • 02
    RE: Unterbrechnung Kindkrank bei Lohnzahlung

    Sehr geehrter Fragesteller,


    vielen Dank für Ihre Frage.


    Wir gehen im Folgenden davon aus, dass der Arbeitgeber gemäß § 616 BGB während der Dauer des „Kindkranks“ die Vergütung weiter zahlt.


    Sollte es keine abweichende gesonderte Vereinbarung mit dem Arbeitnehmer geben, ist nach der Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts von der sogenannten Dreißigstel-Methode auszugehen. Die tägliche Vergütung ist also nicht auf Grundlage der tatsächlichen Arbeitstage im jeweiligen Kalendermonat zu berechnen, sondern auf Grundlage von 30 Tagen, unabhängig von der Anzahl der tatsächlichen Arbeitstage.


    Bei Anwendung der Dreißigstel- Methode dürften die von Ihnen geschilderten Probleme tatsächlich nicht auftreten. Der Arbeitnehmer erhält (rechnerisch) die Vergütung für die Wochenenden durch das fortzuzahlende Gehalt.


    Treffen einen Wochenfeiertag und ein Fall der kurzfristigen Arbeitsverhinderung gemäß § 616 BGB zusammen, ist die Anspruchsgrundlage für die Weiterzahlung der Vergütung § 616 BGB, da § 2 EntgFG, der die Feiertagsvergütung regelt, voraussetzt, dass der Feiertag alleinige Ursache für den Arbeitsausfall ist. Inhaltlich aber dürfte diese Differenzierung nach der Anspruchsgrundlage keinen Unterschied machen, da der Arbeitnehmer die Vergütung erhält, die er ohne den Arbeitsausfall an diesem Wochenfeiertag erhalten hätte.


    Sollten Sie weitere Fragen haben, stehen wir gern zur Verfügung.


    Mit freundlichen Grüßen


    Ihr Fachexperte Arbeitsrecht

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