Expertenforum - Umwandlung Entgelt in betriebliche Altersvorsorge

© ZORAN ORCIK / Adobe Stock
Expertenforum

Experten antworten auf Ihre Fragen zur Sozialversicherung

Fragen Sie Experten zu allen Aspekten der Sozialversicherung – im Expertenforum der AOK. An Werktagen bekommen Sie innerhalb von 24 Stunden eine Antwort.

Darüber hinaus können Sie sich im Expertenforum mit anderen Nutzern zu persönlichen Erfahrungen im Umgang mit der Sozialversicherung austauschen.

Profitieren Sie rund um den Jahreswechsel von einem besonderen Angebot. Stellen Sie auch Fragen zum Steuer- und Arbeitsrecht, die Bezug zum Sozialversicherungsrecht haben. Ihre Frage wird dann direkt von unseren externen Steuer- und Arbeitsrechtsexperten beantwortet.

  • 01
    Umwandlung Entgelt in betriebliche Altersvorsorge

    Sehr geehrte Damen und Herren,


    kann eine Umwandlung und damit Reduzierung von beitragspflichtigem Entgelt für die betriebliche Altersversorgung nur aus laufenden bzw. einmaligen Gehaltszahlungen erfolgen oder ist dies auch z.B. während längerer Krankheit durch eine Umwandlung von Zuschuss zum Krankengeld möglich?


    Vielen Dank!

  • 02
    RE: Umwandlung Entgelt in betriebliche Altersvorsorge

    Hallo OcMaZa,
     
    in § 23c Abs. 1 Satz 1 Sozialgesetzbuch (SGB) IV ist geregelt, dass arbeitgeberseitige Leistungen, die für die Zeit des Bezugs von Sozialleistungen (z.B. Krankengeld) gezahlt werden, nicht als beitragspflichtiges Arbeitsentgelt (= beitragspflichtige Einnahme) gelten, wenn die Einnahmen zusammen mit den Sozialleistungen das Nettoarbeitsentgelt (§ 47 SGB V) nicht um mehr als 50,00 € übersteigen. Das hat zur Folge, dass alle arbeitgeberseitigen Leistungen (u.a. Krankengeldzuschüsse)), die für die Zeit des Bezugs der Sozialleistungen laufend gezahlt werden, bis zum maßgeblichen Nettoarbeitsentgelt nicht der Beitragspflicht unterliegen (SV-Freibetrag).
    Alle darüber hinausgehenden Beträge sind erst dann als beitragspflichtige Einnahmen zu berücksichtigen, wenn sie die Freigrenze in Höhe von 50,00 € übersteigen.
     
    Vor diesem Hintergrund macht eine Umwandlung des Zuschusses zum Krankengeld „zum Zwecke der Reduzierung von beitragspflichtigem Entgelt“ nach unserem Verständnis keinen Sinn, da der Zuschuss nach der o.g. Regelung von vornherein nicht der Beitragspflicht unterliegt.
     
    Mit freundlichen Grüßen
     
    Ihr Expertenteam

  • 03
    RE: Umwandlung Entgelt in betriebliche Altersvorsorge

    Sehr geehrte Damen und Herren,


    vielen Dank für Ihre Antwort. Was wäre jedoch, wenn der Freibetrag überschritten wird (z.B. wegen Firmenwagen), könnte dann der beitragspflichtige Zuschuss zum Krankengeld in die AV umgewandelt werden?


    Vielen Dank!

  • 04
    RE: Umwandlung Entgelt in betriebliche Altersvorsorge

    Hallo OcMaZa,
     
    die Wirksamkeit einer Entgeltumwandlung ist allein danach zu beurteilen, ob die Entgeltumwandlung auf künftig fällig werdende Arbeitsentgeltbestandteile gerichtet und arbeitsrechtlich zulässig ist.
     
    Sofern in Ihrer jetzt geschilderten Konstellation die arbeitsrechtliche Zulässigkeit gegeben ist, wäre nach unserem Verständnis in einem zweiten Schritt zu klären, inwieweit in einem solchen Fall eine Gehaltsumwandlung steuerrechtlich zulässig ist.
    Klären Sie dies bitte mit der zuständigen Finanzbehörde.
     
    Sofern – entgegen unserer Vermutung - sowohl die arbeitsrechtliche als auch die steuerrechtliche Zulässigkeit gegeben sein sollte, wäre bei der zuständigen Krankenkasse im Rahmen einer verbindlichen beitragsrechtlichen Bewertung die sozialversicherungsrechtliche Beurteilung zu ermitteln.
     
    Mit freundlichen Grüßen
     
    Ihr Expertenteam
     

     

Kontakt zur AOK AOK/Region wählen
Grafik Ansprechpartner
Ihr Ansprechpartner steht Ihnen gerne für Ihre Fragen zur Verfügung.
Grafik e-mail
Melden Sie uns Ihr Anliegen, wir antworten umgehend oder rufen Sie zurück.