Expertenforum - Umsetzung elektronische AU Tag 1-3

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  • 01
    Umsetzung elektronische AU Tag 1-3

    Guten Tag,


    zum Abruf der elektronischen AU habe ich noch folgende Fragen:


    1. Wenn der AG im Arbeitsvertrag geregelt hat, dass der Mitarbeiter die AU bereits am 1. Arbeitstag vorzulegen hat. Kann der AG diese Daten dann auch bereits nach Ablauf des 1. Arbeitstages abrufen oder ist der Abruf erst am vierten Tag möglich?,

    2. Wenn der AG die AU erst am vierten Tag anfordert und der Mitarbeiter sich für 1-3 Tage krank meldet, muss keine AU abgerufen werden, ist das korrekt?

    3. Wenn keine AU (z.B. für Tag 1-3) abgerufen wird, weil keine Krankmeldung erforderlich ist, erfolgt die Erstattung nach U1 trotzdem wie gewohnt?


    Vielen Dank im Voraus für die Beantwortung der Fragen.

     

  • 02
    RE: Umsetzung elektronische AU Tag 1-3

    Hallo Mona42,
     
    in der Regel ist eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung erst Pflicht, wenn ein Arbeitnehmer länger als drei Tage erkrankt.
     
    Sofern der erkrankte Arbeitnehmer am 4. Tag der Arbeitsunfähigkeit den Arzt aufsucht, werden die AU-Daten ggf. abends elektronisch an die Krankenkasse übermittelt.  Daher ist eine elektronische Abfrage durch den Arbeitgeber in einem solchen Fall daher frühestens am fünften Tag einer gemeldeten Arbeitsunfähigkeit sinnvoll.
     
    Eine elektronische Abfrage durch den Arbeitgeber ist in einem solchen Fall daher frühestens am fünften Tag einer gemeldeten Arbeitsunfähigkeit sinnvoll.
     
    Sofern der Beginn der Arbeitsunfähigkeit beim Arbeitgeber vor dem Beginn bei der Krankenkasse liegt, weil z.B. die Arbeitsunfähigkeit erst am 4. Tag attestiert wurde, prüft die Krankenkasse, ob der Beginn des vom Arbeitgeber angefragten Arbeitsunfähigkeitszeitraums (Feld „AU_ab_AG“) maximal fünf Kalendertage vor dem Beginn eines Arbeitsunfähigkeitszeitraums oder eines stationären Krankenhausaufenthalts bei der Krankenkasse liegt. Ist dies der Fall, übermittelt die Krankenkasse diesen Arbeitsunfähigkeitszeitraum beziehungsweise den Zeitraum eines stationären Krankenhausaufenthalts.
     
    Regelt der Arbeitsvertrag, dass der Mitarbeiter die AU bereits am 1. Arbeitstag vorzulegen hat, ist eine elektronische Abfrage durch den Arbeitgeber ist in einem solchen Fall daher frühestens am zweiten Tag einer gemeldeten Arbeitsunfähigkeit sinnvoll.
     
    Die Erstattung von Arbeitgeberaufwendungen bei Krankheit erfolgt auf Antrag des Arbeitgebers und ist zu gewähren, sobald der Arbeitgeber verpflichtet ist, das Arbeitsentgelt nach § 3 Abs. 1 und 2 EFZG oder § 9 Abs. 1 EFZG weiterzuzahlen (§ 2 Abs. 2 AAG).
     
    Eine Erstattung durch die Ausgleichskasse kann grundsätzlich nicht von der Vorlage einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung abhängig gemacht werden (BSG-Urteil vom 09.09.1981). Dies schließt nicht aus, dass die Ausgleichskasse bei Zweifeln an der Arbeitsunfähigkeit vom Arbeitgeber verlangen kann, dass er die Arbeitsunfähigkeit belegt. Zu Unrecht erstattete Beträge könnten zurückgefordert werden.
     
    Mit freundlichen Grüßen
     
    Ihr Expertenteam
     
     

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