Expertenforum - Übungsleiterpauschale

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Expertenforum

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  • 01
    Übungsleiterpauschale

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    ich habe folgende Frage:

    Max Mustermann hat eine Hauptbeschäftigung beim Arbeitgeber A und verdient da 3500 € Brutto monatlich. Er nimmt zusätzlich ab 01.08.2022 eine Nebenbeschäftigung beim Arbeitgeber B(Verein) auf und verdient da monatlich 1000 €. Die Voraussetzung für die Möglichkeit der Inanspruchnahme der Übungsleiterpauschale beim Arbeitgeber B ist gegeben. Darf dann Max Mustermann beim Arbeitgeber B en Block in den ersten Monaten jeweils 1000 €, also insgesamt 3000 € für August, September und Oktober als Übungsleiterpauschale sozialversicherungsfrei bekommen und ab November bis Dezember 2022 pro Monat 1000 € sozialversicherungspflichtig(als Mehrfachbeschäftigung)? Wenn ja, können Sie mir bitte mitteilen, welche Meldungen erstellt werden müssen und wie Max Mustermann anzumelden ist; Personengruppe 101, Beitragsgruppe 1111?

    Vielen Dank im Voraus.

    Beste Grüße

    Vardan Antonyan

  • 02
    RE: Übungsleiterpauschale

    Guten Tag,
     
    unter die Regelung des § 3 Nr. 26 EStG fallen grundsätzlich u. a. die Einnahmen aus nebenberuflichen Tätigkeiten als Übungsleiter bis zur Höhe von insgesamt 3.000 EUR im Kalenderjahr (sogenannte  Übungsleiterpauschale). Zahlungen, die nach den Vorschriften der Übungsleiterpauschale steuerfrei sind, bleiben auch beitragsfrei in der Sozialversicherung. Übersteigende Beträge sind steuer- und beitragspflichtig. Die Sozialversicherung orientiert sich bei der versicherungs- und beitragsrechtlichen Bewertung von Aufwandsentschädigungen am Steuerrecht. Der Steuerfreibetrag bei Übungsleiter- und Ehrenamtstätigkeiten ist kein Arbeitsentgelt im Sinne der Sozialversicherung. Insofern bleiben diese Beträge bei der sozialversicherungsrechtlichen Beurteilung unberücksichtigt und folglich beitragsfrei. Übersteigen die Beträge den Freibetrag sind sie beim Arbeitnehmer steuer- und sozialversicherungspflichtig.
     
    Der steuerliche Freibetrag ist für die Ermittlung des Arbeitsentgelts in der Sozialversicherung in gleicher Weise zu berücksichtigen wie im Steuerrecht. Das heißt der steuerfreie Jahresbetrag von 3.000 EUR kann pro rata angesetzt, also monatlich zu gleichen Teilen oder en bloc (z. B. jeweils zum Jahresbeginn bzw. zu Beginn der Beschäftigung) ausgeschöpft werden. Je nach Vorgehensweise wirkt sich dies unterschiedlich auf die sozialversicherungsrechtliche Beurteilung der Beschäftigung aus.
     
    In Ihrem Fallbeispiel ist somit die Berücksichtigung der Übungsleiterpauschale (en bloc) für die Monate August bis Oktober zulässig. Erst mit dem Überschreiten des Jahresbetrages ab November liegt beitragspflichtiges Arbeitsentgelt vor. Beide versicherungspflichtigen Beschäftigungen sind zu addieren. Ab 01.11. ist eine Anmeldung in Beschäftigung B mit der Beitragsgruppe 1111 und der Personengruppe 101 zu erstellen. Der Zeitraum August bis Oktober ist nicht meldepflichtig, da kein beitragspflichtiges Arbeitsentgelt erzielt wird, somit keine sozialversicherungsrechtlch relevante Beschäftigung gegen Entgelt vorliegt.
     
    Mit freundlichen Grüßen
     
    Ihr Expertenteam

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