Expertenforum - Übergangsregelungen zum Midijob - erforderliche DEÜV-Meldungen

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  • 01
    Übergangsregelungen zum Midijob - erforderliche DEÜV-Meldungen

    Sehr geehrte Damen und Herren,


    welche Meldungen sind für die sog. Bestandsschutzfälle zum 01.10.2022 vorzunehmen.

    Ich habe folgendes herausgefunden:

    Umschlüsselung auf Personengruppenschlüssel 109

    Beitragsgrupppenschlüssel 1011 (wobei die zweite Stelle für mich nicht plausibel ist)

    Beitragsnachweise müssen an die sowohl an die zuständige Krankenkasse, als auch an die

    Minijobzentrale geschickt werden.

    Ist das so richtig?

    Weitere Frage ist, muss ich als Arbeitgeber den Status der Familienversicherung überprüfen?

  • 02
    RE: Übergangsregelungen zum Midijob - erforderliche DEÜV-Meldungen

    Hallo Reinhold,
     
    durch die Anhebung der Geringfügigkeitsgrenze von 450,00 auf 520,00 € wird ab dem 01.10.2022 Personen mit einem regelmäßigen Arbeitsentgelt von 450,01 bis 520,00 € ein Bestandsschutz der versicherungspflichtigen Beschäftigung bis längstens 31.12.2023 in der Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung eingeräumt.

    In der Rentenversicherung ist nach Intension des Gesetzgebers keine bestandsgeschützte Übergangsregelung erforderlich, weil auch geringfügig entlohnte Beschäftigungen rentenversicherungspflichtig sind. Während also in der Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung in einem solchen Fall Versicherungspflicht besteht, liegt aufgrund derselben Beschäftigung in der Rentenversicherung ein Minijob vor und es sind auch hinsichtlich der Beitragszahlung folgende Änderungen im Meldeverfahren vorzunehmen:

    Abmeldung bei der Krankenkasse mit Grund „32“ (Beitragsgruppenschlüssel „1111“, Personengruppenschlüssel “101“),

    Anmeldung bei der Krankenkasse mit Grund „12“ (Beitragsgruppenschlüssel „1011“ Personengruppenschlüssel „109“),

    Anmeldung bei der Minijob-Zentrale mit Grund „12“ (Beitragsgruppenschlüssel „0100“, Personengruppenschlüssel „109“)

    Die Einkommensgrenze für die Familienversicherung wird zum 01.10.2022 auch auf die Höhe der neuen Minijob-Verdienstgrenze von 520 Euro angehoben.

    Für Mitarbeiter, die ab Oktober aufgrund dieser Erhöhung die Voraussetzungen für eine Familienversicherung erfüllen, endet die Versicherungspflicht in der Krankenversicherung (und damit auch in der Pflegeversicherung) automatisch. Die Arbeitnehmer sind dann über die Familienversicherung bei ihrer Krankenkasse gesetzlich krankenversichert und die Beschäftigung wird zum Minijob. Der vom Beschäftigten vorzulegende Nachweis der Krankenkasse ist vom Arbeitgeber zu den Entgeltunterlagen zu nehmen. 

    Eine „Verpflichtung“ des Arbeitgebers zur Überprüfung des Status der Familienversicherung ergibt sich daraus nicht.

    Mit freundlichen Grüßen

    Ihr Expertenteam

  • 03
    RE: Übergangsregelungen zum Midijob - erforderliche DEÜV-Meldungen

    Hallo zusammen,


    ich hätte dazu folgende Fragen:


    1. Wenn der AN über 520 Euro zum Stand 30.09 verdient und sogenannter Midijobber ist und auch so geschlüsselt wurde. Welche Meldungen muss ich ab dem 01 Oktober machen, der AN bleibt weiterhin Midijobber oder gibt es für Übergangsfälle auch Bestandschutzregelungen?


    2. Wann sind folgende Meldungen erforderlich bei 1011, 0010, 1001 und 6500, 6100 bzw 0100, 0500.


     

  • 04
    RE: Übergangsregelungen zum Midijob - erforderliche DEÜV-Meldungen

    Hallo Personal_BW,

    wie wir dem „User“ Reinhold bereits in unserer Antwort mitgeteilt haben, wird durch die Anhebung der Geringfügigkeitsgrenze von 450,00 auf 520,00 € ab dem 01.10.2022 Personen mit einem regelmäßigen Arbeitsentgelt von 450,01 bis 520,00 € ein Bestandsschutz der versicherungspflichtigen Beschäftigung bis längstens 31.12.2023 in der Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung eingeräumt.

    Sofern das monatliche Entgelt als „sogenannter Midijobber“ zum Stand 30.09.2022 bereits über 520 € liegt, greift demzufolge keine Bestandschutzregelung. Melderechtliche Auswirkungen ergeben sich bei diesem Personenkreis zu diesem Zeitpunkt nicht.

    Mit freundlichen Grüßen   

    Ihr Expertenteam

     

  • 05
    RE: Übergangsregelungen zum Midijob - erforderliche DEÜV-Meldungen

    Hallo Expertenteam,


    was gilt den jetzt genau? Ich kann als AG aus dem Abrechnungsprogramm nur eine Meldung erzeugen:


    Anmeldung bei der Krankenkasse mit Grund „12“ (Beitragsgruppenschlüssel „1011“ Personengruppenschlüssel „109“),


    Anmeldung bei der Minijob-Zentrale mit Grund „12“ (Beitragsgruppenschlüssel „0100“, Personengruppenschlüssel „109“)


    Ganz lieben Dank!

  • 06
    RE: Übergangsregelungen zum Midijob - erforderliche DEÜV-Meldungen

    Hallo Roberto,

    durch die Anhebung der Geringfügigkeitsgrenze von 450,00 auf 520,00 € wird Personen, deren regelmäßiges Arbeitsentgelt zu diesem Zeitpunkt zwischen 450,01 bis 520,00 € liegt, eine Bestandsschutzregelung in der Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung in der Zeit vom 01.10.2022 bis längstens 31.12.2023 eingeräumt.

    In der Rentenversicherung ist nach Intension des Gesetzgebers keine bestandsgeschützte Übergangsregelung erforderlich, weil auch geringfügig entlohnte Beschäftigungen rentenversicherungspflichtig sind. Während also in der Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung in einem solchen Fall Versicherungspflicht besteht, liegt aufgrund derselben Beschäftigung in der Rentenversicherung ein Minijob vor.

    Daher sind – wie von uns beschreiben - in solchen Fällen für eine Person zwei Meldungen und zwei Abrechnungen (Beitragsnachweise) an zwei unterschiedliche Einzugsstellen zu übermitteln.

    Wir gehen davon aus, dass durch das Aufspielen der entsprechenden „Updates“ der Softwarehersteller die für uns durchaus nachvollziehbaren Irritationen ausgeräumt werden.

    Mit freundlichen Grüßen

    Ihr Expertenteam
     

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