Expertenforum - Übergangsbereich - Entgeltbestandteile Altersvorsorge

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Expertenforum

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  • 01
    Übergangsbereich - Entgeltbestandteile Altersvorsorge
    Hallo,

    bei uns erhält jeder Arbeitnehmer über die Abrechnung Beiträge auf sein Betriebsrentenkonto bei einer ZVK eingezahlt. Diese Zahlungen des Arbeitgebers sind teilweise beitragspflichtig. Dadurch haben unsere Mitarbeiter ein "normales" Gesamtbrutto und ein "Sv-Brutto.

    Werden die Beträge (Entgeltbestandteil Altersvorsorge) bei der Prognose des Übergangsbereichs berücksichtigt? Von welchem Brutto wird die Prognose gerechnet?

    Viele Grüße
    J.Mohnke
  • 02
    RE: Übergangsbereich - Entgeltbestandteile Altersvorsorge
    Hallo J.Mohnke,
     
    bei der Prüfung der Frage, ob das Arbeitsentgelt im Übergangsbereich liegt, ist vom regelmäßigen beitragspflichtigen Arbeitsentgelt auszugehen. Dabei ist grundsätzlich auf das Arbeitsentgelt abzustellen, auf das der Arbeitnehmer einen Rechtsanspruch hat.
     
    Entgeltumwandlungen zur Finanzierung von Aufwendungen für die betriebliche Altersversorgung bis zur Höhe von 4 % der jährlichen Beitragsbemessungsgrenze in der allgemeinen Rentenversicherung (2020 monatlich 276 €) mindern das zu berücksichtigende Arbeitsentgelt.
     
    Steuerfreie Zuwendungen des Arbeitgebers bleiben bei der Ermittlung des regelmäßigen Arbeitsentgelts ebenfalls außen vor.
     
    Zu den steuerfreien Zuwendungen zählen auch die Arbeitgeberzuschüsse bei Entgeltumwandlung, die der Arbeitgeber grundsätzlich zu zahlen hat, wenn er durch die Entgeltumwandlung Sozialversicherungsbeiträge einspart. Wird durch den Arbeitgeberzuschuss der beitragsrechtliche Freibetrag überschritten, ist der den Freibetrag übersteigende Teil dem beitragspflichtigen Arbeitsentgelt zuzurechnen. Dies gilt aufgrund des in der Sozialversicherung geltenden Entstehungsprinzips auch dann, wenn der Arbeitgeberzuschuss nicht gezahlt wird, aber ein arbeitsrechtlicher Anspruch darauf besteht.
     
    Bei dem Freibetrag ist zu beachten, dass es sich hierbei um einen „echten“ Freibetrag handelt, d. h., dass nur der den Freibetrag übersteigende Betrag sozialversicherungspflichtig ist.
     
    Mit freundlichen Grüßen
     
    Ihr Expertenteam
  • 03
    RE: Übergangsbereich - Entgeltbestandteile Altersvorsorge
    vielen Dank für ihre Antwort. Dann ist es doch kniffliger:

    Bei der Altersvorsorge geht es um die Zusatzversorgung des öffentlichen Dienstes.

    Zitat von Haufe: Die sozialversicherungsrechtliche Behandlung der Umlage richtet sich nach der Sozialversicherungsentgeltverordnung (SvEV). Alle Umlagen, die der Beschäftigte individuell versteuert, sind dem sozialversicherungspflichtigen Bruttoentgelt hinzuzurechnen. Darüber hinaus muss das Entgelt, aus dem die Umlagen steuerfrei gestellt oder pauschal versteuert wurden – jedoch maximal 100 EUR –, mit bis zu 2,5 % multipliziert und dieser Wert dann um 13,30 EUR vermindert werden. Das Ergebnis ist ebenso dem sozialversicherungsrechtlichen Bruttoentgelt hinzuzurechnen.

    Diese zwei Bestandteile erhöhen das SV-Brutto der Mitarbeiterin. Sollten beide Beträge bei der Prognose berücksichtigt werden?

    Viele Grüße
    Jasmin Mohnke
  • 04
    RE: Übergangsbereich - Entgeltbestandteile Altersvorsorge
    Hallo Frau Mohnke,
     
    wie wir Ihnen bereits in unserer ersten Antwort mitgeteilt haben, ist bei der Prognose zur Ermittlung des maßgeblichen Arbeitsentgelts im Übergangsbereich vom regelmäßigen beitragspflichtigen Arbeitsentgelt auszugehen.
     
    Demzufolge ist in Fällen der von Ihnen beschrieben Art der beitragspflichtige Bestandteil der ZVK-Umlage bei der Ermittlung des maßgebenden Arbeitsentgelts zu berücksichtigen.
     
    Mit freundlichen Grüßen
     
    Ihr Expertenteam
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