Expertenforum - Übergangsbereich bei Entgeltumwandlung durch Fahrradleasing, GWV und Sachbezüge

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  • 01
    Übergangsbereich bei Entgeltumwandlung durch Fahrradleasing, GWV und Sachbezüge

    Hallo,

    nehmen wir an, Mitarbeiter bekommen ein regelmäßiges Entgelt in Höhe von 2050,-€.

    Durch teilweise Beteiligung an der Leasingrate eines privat genutzten Dienstfahrrades per Entgeltumwandlung in Höhe von 60 € fällt das SV-pflichtige Arbeitsentgelt auf 1990,-€.


    Ist der Übergangsbereich dann anzuwenden oder würden die 2050€ berücksichtigt?


    Was würde passieren wenn der GWV aus der Fahrradnutzung 11,-€ wäre. Würden diese berücksichtigt und 2001,-€ als Bemessungsgrundlage gelten?


    Sind geldwerte Vorteile grundsätzlich mit in das regelmäßige Entgelt in Bezug auf den Übergangsbereich einzubeziehen?


    Bleiben Sachbezüge bis 50€ oder sonstige Nettoleistungen (z.B Kita-Zuschüsse oder Jobticket) im Übergangsbereich unberücksichtigt?


    Vielen DAnk

  • 02
    RE: Übergangsbereich bei Entgeltumwandlung durch Fahrradleasing, GWV und Sachbezüge

    Hallo Herr Horstmann,
     
    bei der Prüfung der Frage, ob das Arbeitsentgelt im Übergangsbereich liegt, ist vom regelmäßigen Arbeitsentgelt auszugehen. Dabei ist grundsätzlich auf das Arbeitsentgelt abzustellen, auf das Mitarbeitende einen Rechtsanspruch haben (z. B. aufgrund eines Tarifvertrags, einer Betriebsvereinbarung oder einer Einzelabsprache).
     
    Steuerfreie Einnahmen, die zusätzlich zum Arbeitsentgelt gewährt werden und daher nach § 1 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 SvEV nicht zum beitragspflichtigen Arbeitsentgelt gehören, bleiben bei der Ermittlung des regelmäßigen Arbeitsentgelts unberücksichtigt. Daraus folgt im Umkehrschluss, dass alle steuerpflichtigen Entgeltbestandteile beitragspflichtiges Arbeitsentgelt im Sinne der Sozialversicherung darstellen und demzufolge auch prinzipiell bei der Beurteilung, ob der Übergangsbereichs anzuwenden ist, zu berücksichtigen sind.
    Sachbezüge, für die es keinen amtlichen Sachbezugswert gibt, sind beitragsfrei in der Sozialversicherung und bei der Ermittlung des regelmäßigen Arbeitsentgelts im Übergangsbereich nicht zu berücksichtigen, wenn der Wert die monatliche Freigrenze
    (50,00 €) nicht übersteigt und die Steuerfreiheit durch das Finanzamt festgestellt wurde.
     
    Eine Leasingrate eines privat genutzten Dienstfahrrades mindert das für die Beitragsberechnung zu berücksichtigende monatliche Arbeitsentgelt, so dass in Ihrem Sachverhalt bei Unterschreiten der 2.000,00 €-Grenze die Regelungen des Übergangsbereichs anzuwenden sind.
    Der geldwerte Vorteil hieraus gehört zum beitragspflichtigen Arbeitsentgelt. Somit sind geldwerte Vorteile - wie auch bei allen anderen Beschäftigungsverhältnissen - bei der Ermittlung des regelmäßigen Arbeitsentgeltes im Übergangsbereich zu berücksichtigen.
     
    Mit freundlichen Grüßen

    Ihr Expertenteam

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