Expertenforum - U2 Erstattung bei Beschäftigungsverbot

© ZORAN ORCIK / Adobe Stock
Expertenforum

Experten antworten auf Ihre Fragen zur Sozialversicherung

Fragen Sie Experten zu allen Aspekten der Sozialversicherung – im Expertenforum der AOK. An Werktagen bekommen Sie innerhalb von 24 Stunden eine Antwort.

Darüber hinaus können Sie sich im Expertenforum mit anderen Nutzern zu persönlichen Erfahrungen im Umgang mit der Sozialversicherung austauschen.

Profitieren Sie rund um den Jahreswechsel von einem besonderen Angebot. Stellen Sie auch Fragen zum Steuer- und Arbeitsrecht, die Bezug zum Sozialversicherungsrecht haben. Ihre Frage wird dann direkt von unseren externen Steuer- und Arbeitsrechtsexperten beantwortet.

  • 01
    U2 Erstattung bei Beschäftigungsverbot

    Liebes Experten-Team,


    bei der U2 Erstattung gibt es ja mehrere Möglichkeiten der Erstattung der SV-Arbeitgeberbeiträge bei Beschäftigungsverbot. Die AOK erstattet die tatsächlichen SV-Arbeitgeberbeiträge. Hier stellen sich jedoch ein paar Fragen, bei denen wir bitte Ihre Erklärung benötigen.


    Wenn eine Mitarbeiterin 8.000,-- € brutto monatlich verdient. Wie werden hier die tatsächlichen SV-Beiträge für die U2 Erstattung berechnet? Werden die jeweiligen Beitragssätze (RV 9,30%, AV 1,20 %, KV 8,05 %, PV 1,525% insgesamt 20,075%) auf die jeweiligen Beitragsbemessungsgrenzen gerechnet? In der KV und PV auf 4.837,50 € und in der RV und AV auf 7.100,-- €?


    Was ist, wenn es sich um einen Teilmonat handelt und die Mitarbeiterin nur auf 2.500,-- € brutto kommt? Werden hier die SV-Beiträge vom vollen sprich 8.000,-- € ermittelt und auf die entsprechenden SV Tage runtergekürzt? Oder rechnet man mit den 2.500,-- € x 20,075%?


    Vielen Dank und viele Grüße

    M. Sering

     

  • 02
    RE: U2 Erstattung bei Beschäftigungsverbot

    Hallo M. Sering,

    nach § 18 Mutterschutzgesetz (MuSchG) ist das vom Arbeitgeber gezahlte Arbeitsentgelt bei Beschäftigungsverboten von den Krankenkassen zu erstatten. Während das erstattungsfähige Arbeitsentgelt nicht auf eine der Beitragsbemessungsgrenzen zu begrenzen ist, werden die erstattungsfähigen Arbeitgeberbeitragsanteile bei Überschreiten auf die jeweilige Beitragsbemessungsgrenze begrenzt.

    Hierbei kann die Satzung der jeweiligen Krankenkasse festlegen, dass die Arbeitgeberanteile

    a) pauschal, ohne die Beitragsbemessungsgrenze zu beachten, oder

    b) unter Beachtung der Beitragsbemessungsgrenze pauschal oder nach den tatsächlichen Beitragsanteilen

    des von den Arbeitgebern zu tragenden Teils des Gesamtsozialversicherungsbeitrags für das nach § 18 MuSchG gezahlte Arbeitsentgelt erstattet werden.

    Beginnt oder endet ein Beschäftigungsverbot im Laufe eines Monats und übersteigen das tatsächlich erzielte Arbeitsentgelt und das Arbeitsentgelt nach § 18 MuSchG zusammen die Beitragsbemessungsgrenze der allgemeinen Rentenversicherung, ist hinsichtlich der Erstattung zunächst danach zu differenzieren, ob die Krankenkasse aufgrund einer Satzungsregelung die Arbeitgeberanteile zum Gesamtsozialversicherungsbeitrag a) pauschal erstattet, ohne die Beitragsbemessungsgrenze zu beachten, oder b) unter Beachtung der Beitragsbemessungsgrenze pauschal oder nach den tatsächlichen Beitragsanteilen erstattet. Im Falle von a) werden die auf das Arbeitsentgelt nach § 18 MuSchG (Mutterschutzlohn) entfallenden Arbeitgeberanteile zum Gesamtsozialversicherungsbeitrag pauschal berücksichtigt. Im Falle von b) ist das Arbeitsentgelt als Grundlage zur Ermittlung der Arbeitgeberanteile zum Gesamtsozialversicherungsbeitrag entsprechend den Grundsätzen der Beitragsberechnung für Mehrfachbeschäftigung nach § 22 Abs. 2 Satz 1 SGB IV zu ermitteln. Danach werden das im maßgebenden Monat tatsächlich erzielte Arbeitsentgelt und das Arbeitsentgelt nach § 18 MuSchG nach dem Verhältnis ihrer Höhe so zueinander vermindert, dass sie zusammen höchstens die Beitragsbemessungsgrenze erreichen.

    Weitergehende Informationen zum Thema (hier: Beispiel 8) können Sie den „Grundsätzlichen Hinweisen zum Ausgleichsverfahren der Arbeitgeberaufwendungen bei Arbeitsunfähigkeit (U1- Verfahren) und Mutterschaftsleistungen (U2-Verfahren) vom 19.11.2019“ entnehmen.
     
    Den entsprechenden Link finden Sie hier:
     
    https://www.aok.de/fk/fileadmin/user_upload/sv/rundschreiben/2019/hinweise_u1_u2.pdf
     
    Mit freundlichen Grüßen
     
    Ihr Expertenteam

Kontakt zur AOK AOK/Region wählen
Grafik Ansprechpartner
Ihr Ansprechpartner steht Ihnen gerne für Ihre Fragen zur Verfügung.
Grafik e-mail
Melden Sie uns Ihr Anliegen, wir antworten umgehend oder rufen Sie zurück.