Expertenforum - Teilübernahme 1% Regelung (Dienstwagen)

© ZORAN ORCIK / Adobe Stock
Expertenforum

Experten antworten auf Ihre Fragen zur Sozialversicherung

Fragen Sie Experten zu allen Aspekten der Sozialversicherung – im Expertenforum der AOK. An Werktagen bekommen Sie innerhalb von 24 Stunden eine Antwort.

Darüber hinaus können Sie sich im Expertenforum mit anderen Nutzern zu persönlichen Erfahrungen im Umgang mit der Sozialversicherung austauschen.

Profitieren Sie rund um den Jahreswechsel von einem besonderen Angebot. Stellen Sie auch Fragen zum Steuer- und Arbeitsrecht, die Bezug zum Sozialversicherungsrecht haben. Ihre Frage wird dann direkt von unseren externen Steuer- und Arbeitsrechtsexperten beantwortet.

  • 01
    Teilübernahme 1% Regelung (Dienstwagen)

    Hallo liebes Experten-Team,


    wir haben einen Mitarbeitenden, der den Dienstwagen eines anderen Mitarbeitenden bis zum Leasingende übernommen hat. Da der übernommene Dienstwagen einen höheren Bruttolistenpreis hat als der vorherige Dienstwagen, wurde ihm versprochen, dass wir die Differenz der 1% Regelung zwischen den beiden Dienstwagen übernehmen. Ist das überhaupt möglich?


    Wenn ja, wie genau bildet man diesen Sachverhalt im Abrechnungsprogramm ab?


    Vielen Dank vorab

     

  • 02
    RE: Teilübernahme 1% Regelung (Dienstwagen)

    Sehr geehrter Fragesteller,


    in der geschilderten Konstellation wäre zunächst möglich, den geldwerten Vorteil der Privatnutzung des Dienstfahrzeugs weiterhin mit dem bisherigen Betrag (1 % des Bruttolistenpreises des vorher genutzten Fahrzeugs) anzusetzen. Für dieses Vorgehen könnte gegenüber der Finanzbehörde argumentiert werden, dass es sich bei der jetzigen Nutzung des höherwertigen Fahrzeugs um eine sogenannte "aufgedrängte Bereicherung" handelt. Derartige "aufgedrängte Bereicherungen" liegen vor, wenn sich für den Arbeitnehmer (von ihm nicht geforderte) Vorteile als "Nebeneffekte" aus Maßnahmen ergeben, die der Arbeitgeber vorwiegend im Eigeninteresse trifft. Für derartige Effekte besteht keine Lohnsteuerpflicht.


    Im konkreten Fall spricht für eine solche "aufgedrängte Bereicherung", dass der Fahrzeugwechsel nicht vom Arbeitnehmer verlangt wurde und nicht auf dessen Initiative zurückgeht, sondern Kostenvorteile des Arbeitgebers bezweckt (Weiternutzung eines vorhandenen, anderweitig nicht mehr benötigten Fahrzeugs).


    Wenn die Beurteilung der Finanzbehörde vorab erfragt werden soll, kann dies im Wege der Anrufungsauskunft (§ 42 EStG) erfolgen.


    Alternativ (bei Annahme eines lohnsteuerpflichtigen zusätzlichen Vorteils) müsste die dann zwingend beim Arbeitnehmer auftretende höhere Besteuerung kompensiert werden durch (zeitweise) zusätzliche Vergütung in Höhe der steuerlichen Mehrbelastung zuzüglich der für diese Mehrvergütung wiederum entstehenden Lohnsteuer.


    Mit freundlichen Grüßen


    Ihr Fachexperte für Steuerrecht

    Themenbereich:
Kontakt zur AOK AOK/Region wählen
Grafik Ansprechpartner
Ihr Ansprechpartner steht Ihnen gerne für Ihre Fragen zur Verfügung.
Grafik e-mail
Melden Sie uns Ihr Anliegen, wir antworten umgehend oder rufen Sie zurück.