Expertenforum - SV rechtliche Einstufung Werkstudent mit Nebenbeschäftigung

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  • 01
    SV rechtliche Einstufung Werkstudent mit Nebenbeschäftigung
    Liebes AOK Expertenforum,

    zur sozialversicherungsrechtlichen Einordnung einer Werkstudentin habe ich eine kurze Rückfrage:

    Eine immatrikulierte Studentin hat bei uns einen Werkstudentenvertrag erhalten. Da sie aufgrund ihres Arbeitszeitfaktors (6 Stunden pro Woche) lediglich 442,50 EUR/ Monat verdient, wurde sie von uns in der Sozialversicherung als Minijobber geschlüsselt. Ab 01.10. wird sie nun eine Zweitbeschäftigung aufnehmen. Dort arbeitet sie 21 Stunden pro Monat bei einem Stundensatz von 10,77 EUR. Somit verdient sie dort 226,17 EUR im Monat.

    Die beiden Beschäftigungsverhältnisse einzeln betrachtet, stellen nach meinem Kenntnisstand einen Minijob dar. Da die Studentin keine Hauptbeschäftigung hat, bin ich der Meinung, dass die Ausübung mehrerer Minijobs grundsätzlich auch möglich ist. Da sie aber mit beiden Minijobs über die 450,00 EUR Grenze verdient, handelt es sich bei beiden Beschäftigungen um KEINEN Minijob mehr, sondern um ein sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis, richtig? Somit würde ich vorschlagen, dass beide Arbeitgeber die Studentin nun als Werkstudent (106) mit dem Beitragsgruppenschlüssel (0100) schlüsseln unter der Voraussetzung, dass die Studentin pro Woche nicht mehr als 20,00 Stunden arbeitet.

    Über eine Bestätigung des geschilderten Sachverhalts würde ich mich freuen.

    Freundliche Grüße
    PayrollTeam
  • 02
    RE: SV rechtliche Einstufung Werkstudent mit Nebenbeschäftigung
    Guten Tag,
     
    werden Beschäftigungen bei verschiedenen Arbeitgebern nebeneinander ausgeübt, sind für die Beurteilung der Frage, ob die 450-Euro-Grenze überschritten wird, die Arbeitsentgelte aus den einzelnen Beschäftigungen zusammenzurechnen.
     
    Liegen mehrere Minijobs vor, so wie in Ihrem Sachverhalt, werden diese addiert und führen bei Überschreitung der 450-Euro-Grenze zur Versicherungspflicht in beiden Beschäftigungen.
     
    Beim Personenkreis der Studenten greift jedoch das Werkstudentenprivileg, wenn die wöchentliche Arbeitszeit (addierte Arbeitszeit aus beiden Beschäftigungen) 20 Stunden nicht überschreitet. In Ihrem Fall können somit beide Beschäftigungsverhältnisse ab 01.10.2021 als Werkstudent gemeldet werden.
     
    Mit freundlichen Grüßen
     
    Ihr Expertenteam
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