Expertenforum - Sozialversicherungsrechtliche Beurteilung von Spenden zur Hochwasserkatastrophe

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  • 01
    Sozialversicherungsrechtliche Beurteilung von Spenden zur Hochwasserkatastrophe

    Guten Tag,


    unsere Mitarbeiter erhalten im Oktober einen Zuschuss zu einem Sommer Teamevent in Höhe von 30,- EUR. Sie haben die Wahlmöglichkeit, dass Geld zu nehmen oder den Betrag für die Flutkatastrophe zu spenden. Nun habe ich das dumpfe Gefühl, dass wenn der Betrag gespendet werden soll, er trots dessen im Lohnkonto für die SV berücksichtig werden muss? Ist das korrekt oder kann der Betrag einfach gespendet werden?


    Über eine Erklärung/Aufklärung freue ich mich.


    Vielen Dank und beste Grüße

    Annabell Masan

  • 02
    RE: Sozialversicherungsrechtliche Beurteilung von Spenden zur Hochwasserkatastrophe

    Hallo Frau Masan,
     
    von den Arbeitnehmern gespendete Teile des Arbeitslohns einschließlich Teile von Wertguthaben auf einem Arbeitszeitkonto werden nach bundeseinheitlicher Auffassung der Finanzverwaltung aus Billigkeitsgründen nicht als zugeflossener Arbeitslohn angesehen, wenn der Arbeitgeber die Spenden unmittelbar abführt (z. B. an ein Spendenkonto einer empfangsberechtigten Einrichtung zugunsten der durch „Naturkatastrophen“ Geschädigten).
     
    Die Spende „muss“ über den Arbeitgeber weitergeleitet, d.h. mit diesem vereinbart werden. Nur so ist der Zusammenhang zwischen Beschäftigungsverhältnis und Arbeitsentgelt, das in eine Spende („Zuwendung“) umgewandelt werden soll einerseits sowie dem Geltungsbereich der Sozialversicherungsentgeltverordnung (SvEV) andererseits gewahrt. Deshalb kann auch nur durch Vereinbarung mit dem Arbeitgeber die Beitragsfreiheit erreicht werden, sofern es sich um eine bei bundes- oder landesweit anerkannten Naturkatastrophen handelt.
     
    Sofern in Ihrem Sachverhalt die Spende z.B. für die im Juli 2021 betroffenen Hochwassergebiete in Rheinland-Pfalz oder Nordrhein-Westfalen direkt vom Arbeitgeber abgeführt wird, besteht in der Sozialversicherung Beitragsfreiheit.
     
    Mit freundlichen Grüßen
     
    Ihr Expertenteam

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