Expertenforum - Sozialversicherungspflicht nach Freelancer Tätigkeit

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  • 01
    Sozialversicherungspflicht nach Freelancer Tätigkeit

    Guten Tag,

    wir stellen zum 01.01.2023 ein Mitarbeiter ein (Angestelltenverhältnis)

    Der Mitarbeiter wird mit seinem Verdienst unter der Jahresarbeitsentgeltgrenze liegen.

    Derzeit und bis 31.12.2022 ist der Mitarbeiter bei uns als Freelancer tätig und privat krankenversichert.

    Ab 01.01.2023 tritt m.E. die Pflichtversicherung. Ist das korrekt und müssen gewisse Dinge noch beachtet werden?

    Vielen Dank.

  • 02
    RE: Sozialversicherungspflicht nach Freelancer Tätigkeit

    Guten Tag,
     
    Freelancer bezeichnet die Art des Arbeitsverhältnisses, also die freie Mitarbeit, im Gegensatz zum Angestelltenverhältnis.
    Wenn es um die Abgrenzung zwischen freien Mitarbeitern und Arbeitnehmern geht, spielt die Bezeichnung im Vertrag eine untergeordnete Rolle. Nach einem Urteil des Bundesarbeitsgerichts ist für den Arbeitnehmerstatus nicht die jeweilige Vertragsbezeichnung, sondern die Durchführung des Vertrags entscheidend. Es kommt etwa immer wieder zu Fällen, in denen Personen auf dem Papier freie Mitarbeiter sind, in Wirklichkeit aber einer abhängigen Beschäftigung nachgehen. In diesem Fall spricht man von Scheinselbstständigkeit.
     
    Wir empfehlen Ihnen, den Status des Auftragnehmers bei der Clearingstelle der Deutschen Rentenversicherung ein verbindliches Feststellungsverfahren nach § 7a SGB IV zu beantragen.
     
    Liegt tatsächlich ein abhängiges Angestelltenverhältnis vor und das regelmäßige Jahresarbeitsentgelt unter der JAE-Grenze liegt, liegt grundsätzlich Sozialversicherungspflicht vor. Es gibt jedoch einiges zu beachten.
    Wird neben der Beschäftigung in Ihrem Unternehmen weiterhin eine selbstständige Tätigkeit ausgeübt muss geprüft werden, ob es sich um eine hauptberufliche oder nebenberufliche Tätigkeit hält. Bei einer hauptberuflichen Selbstständigkeit besteht nur Renten- und Arbeitslosenversicherungspflicht.
    Hat der Mitarbeiter das 55. Lebensjahr beendet wird ebenfalls der Zugang zur gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung nach § 6 Absatz 3a SGB V unter gewissen Umständen verneint.
     
    Aufgrund der Komplexität des Sachverhaltes empfehlen wir Ihnen weiterhin Kontakt zu der letzten gesetzlichen Krankenkasse des Mitarbeiters vor der PKV aufzunehmen und eine verbindliche versicherungsrechtliche Beurteilung unter Vorlage aller relevanten Unterlagen durchführen zu lassen.
     
    Mit freundlichen Grüßen
     
    Ihr Expertenteam

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