Expertenforum - Sachbezug vergünstigte Mahlzeit

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  • 01
    Sachbezug vergünstigte Mahlzeit

    Sehr geehrte Damen und Herren,


    ich habe hier eine Konstellation, bei der ich nicht weiß wie ich den Sachbezug ermitteln soll:


    In einem Gastronomiebetrieb sind die alkoholischen Getränke und Kaffee umsonst.

    Mahlzeiten können mit einem 50% prozentigen Rabatt eingenommen werden.

    Hier ein Mittagessen anzusetzen wäre zu hoch.

    Wir möchten jedoch nicht jede einzelne Mahlzeit abrechnen.

    Welchen Sachbezugswert kann ich dafür anwenden?


    Vielen Dank!

  • 02
    RE: Sachbezug vergünstigte Mahlzeit

    Guten Tag,
     
    Ihre Frage bezieht sich auf das Steuerrecht. Wir bitten um Verständnis, dass wir im Rahmen dieses Forums keine steuerrechtlichen Fragen beantworten können. Wir leiten Ihre Frage an den externen Steuerexperten weiter.
     
    Ganz allgemein geben wir Ihnen gerne folgende Auskunft:
     
    Zum Arbeitsentgelt im Sinn der Sozialversicherung gehören auch Sachbezüge. Hierzu zählen vor allem vom Arbeitgeber zur Verfügung gestellte freie Verpflegung sowie Unterkunft und Wohnung. Aber auch die private Nutzung eines Dienstfahrzeugs oder die verbilligte Überlassung von Waren können Sachbezüge sein.
     
    Der Wert für freie Verpflegung beträgt in 2021 bundeseinheitlich 263,00 EUR. Davon entfallen auf das Frühstück 55,00 EUR und das Mittag- und Abendessen jeweils 104,00 EUR. Der Wert der Mahlzeiten kann nach § 40 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 EStG pauschal besteuert werden und gilt dann nicht als beitragspflichtiges Arbeitsentgelt.
     
    Stellt der Arbeitgeber Verpflegung, Unterkunft oder Wohnung verbilligt zur Verfügung, ist die Differenz zwischen dem vereinbarten Preis und dem amtlichen Sachbezugswert das Arbeitsentgelt (§ 2 Abs. 5 SvEV).
     
    Das Sozialversicherungsrecht folgt in der Regel dem Steuerrecht. Der Arbeitgeber darf seinen Arbeitnehmern Mahlzeiten nur an „Arbeitstagen“ bezuschussen. Werden Sachbezüge nicht für den ganzen Monat zur Verfügung gestellt, wird der kalendertägliche Betrag (30. Teil) auf den kürzeren Zeitraum hochgerechnet (§ 2 Abs. 6 SvEV). Um nicht überwachen zu müssen, dass der betreffende Arbeitnehmer an einem bezuschussten Tag auch tatsächlich an seinem Arbeitsplatz war, „kann“ aus „Vereinfachungsgründen“ auf die Überwachung verzichtet werden, wenn er pro Arbeitnehmer nicht mehr als 15 Mahlzeiten monatlich bezuschusst.
     
    Das BMF hat mit Schreiben vom 18.01.2019 u.a. festgestellt, dass zur Erfüllung der Voraussetzungen für jede Mahlzeit lediglich ein Zuschuss arbeitstäglich (ohne Krankheitstage oder Urlaubstage) beansprucht werden kann (R 8.1 Abs. 7 Nr. 4 LStR).
     
    Mit freundlichen Grüßen
     
    Ihr Expertenteam

  • 03
    RE: Sachbezug vergünstigte Mahlzeit

    Sehr geehrter Fragesteller,


    in der geschilderten Konstellation sehen wir nur die Möglichkeit, den jeweils konkreten Rabattbetrag abzurechnen oder alternativ tatsächlich den Sachbezugswert für ein Mittagessen anzusetzen.


    Mit freundlichen Grüßen


    Ihr Fachexperte für Steuerrecht

     

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