Expertenforum - Prüfung Berufsmäßigkeit: Student mit Praktikum während kurzfrister Beschäftigung

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  • 01
    Prüfung Berufsmäßigkeit: Student mit Praktikum während kurzfrister Beschäftigung

    Hallo,

    ich benötige Hilfe bei der Beurteilung einer kurzfristigen Beschäftigung:

    - kurzfristige Beschäftigung (70 Tage)

    - Student macht während der kurzfristigen Beschäftigung bezahltes Praktikum

    -> hat dies Auswirkungen auf die SV-Freiheit der kurzfristigen Beschäftigung?

    -> macht es einen Unterschied, ob das Praktikum vorgeschrieben oder ein

    Vor- oder Zwischenpraktikum ist?


    Vielen Dank für Ihre Bemühungen.

     

  • 02
    RE: Prüfung Berufsmäßigkeit: Student mit Praktikum während kurzfrister Beschäftigung

    Hallo RL,
     
    wird neben einem in der Studien- bzw. Prüfungsordnung vorgeschriebenen Zwischenpraktikum gleichzeitig bei einem anderen Arbeitgeber eine kurzfristige Beschäftigung ausgeübt, erfolgt keine Zusammenrechnung. Auf die versicherungsrechtliche Beurteilung des Zwischenpraktikums hat die kurzfristige Beschäftigung keinen Einfluss.
     
    Dies gilt auch, wenn während eines vorgeschriebenen Vor- oder Nachpraktikums eine kurzfristige Beschäftigung bei einem anderen Arbeitgeber erfolgt.
     
    Da nicht vorgeschriebene Zwischenpraktika prinzipiell ein Beschäftigungsverhältnis im Sinne der Sozialversicherung darstellen, gilt bei der Beurteilung einer kurzfristigen Beschäftigung folgendes:
     
    bei Studenten, die mehrere Beschäftigungen nebeneinander ausüben, sind zur Prüfung der Frage, ob die 20 Wochenstunden-Grenze erreicht oder überschritten wird, die wöchentlichen Arbeitszeiten der nebeneinander ausgeübten Beschäftigungen zusammenzurechnen. Ergibt die Zusammenrechnung, dass die wöchentliche Arbeitszeit insgesamt mehr als 20 Stunden beträgt, ist nicht mehr vom Erscheinungsbild eines ordentlichen Studenten auszugehen. Bei nebeneinander ausgeübten Beschäftigungen ist in einem weiteren Schritt zu prüfen, ob bei einer Beschäftigung gegebenenfalls die Merkmale einer geringfügig entlohnten bzw. einer kurzfristigen Beschäftigung vorliegen.
     
    Die Arbeitszeit bei einer Beschäftigung im Rahmen der 20 Wochenstunden-Grenze kann allerdings während der Vorlesungszeit auf über 20 Wochenstunden ausgeweitet werden.
     
    Dies setzt jedoch voraus, dass es sich um eine im Voraus befristete Zeit handelt.
    Außerdem darf das Überschreiten der 20 Wochenstunden-Grenze nur durch Beschäftigungszeiten am Wochenende oder in den Abend- und Nachtstunden
    erfolgen.
     
    Dabei dürfen diese Beschäftigungszeiten im Laufe eines Jahres 26 Wochen nicht überschreiten (26 Wochen-Regelung).
     
    Studierende, die im Laufe eines Jahres (nicht Kalenderjahres) mehrmals eine Beschäftigung mit einer wöchentlichen Arbeitszeit von mehr als 20 Stunden ausüben, sind vom Erscheinungsbild nicht mehr als ordentlich Studierende, sondern als Beschäftigte anzusehen, wenn die Zusammenrechnung der Beschäftigungszeiten mehr als 26 Wochen (182 Kalendertage) ergibt.
     
    Der Jahreszeitraum zur Statusbestimmung ist in der Weise zu ermitteln, dass vom voraussichtlichen Ende der zu beurteilenden Beschäftigung ein Jahr zurückgerechnet wird.
    (Bsp.: Beschäftigungsende 31.07.2022; Jahreszeitraum 01.08.2021 – 31.07.2022)
     
    Anzurechnen sind alle Beschäftigungen in diesem Zeitraum, in denen – unabhängig von der versicherungsrechtlichen Beurteilung – die wöchentliche Arbeitszeit mehr als 20 Stunden beträgt. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Beschäftigungen bei demselben Arbeitgeber oder bei verschiedenen Arbeitgebern ausgeübt werden.
     
    Mit freundlichen Grüßen
     
    Ihr Expertenteam
     
     

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