Expertenforum - Private Krankenversicherung als Familienmitglied eines Nato-Mitarbeiters?

© ZORAN ORCIK / Adobe Stock
Expertenforum

Experten antworten auf Ihre Fragen zur Sozialversicherung

Fragen Sie Experten zu allen Aspekten der Sozialversicherung – im Expertenforum der AOK. An Werktagen bekommen Sie innerhalb von 24 Stunden eine Antwort.

Darüber hinaus können Sie sich im Expertenforum mit anderen Nutzern zu persönlichen Erfahrungen im Umgang mit der Sozialversicherung austauschen.

Profitieren Sie rund um den Jahreswechsel von einem besonderen Angebot. Stellen Sie auch Fragen zum Steuer- und Arbeitsrecht, die Bezug zum Sozialversicherungsrecht haben. Ihre Frage wird dann direkt von unseren externen Steuer- und Arbeitsrechtsexperten beantwortet.

Zur Übersicht
  • 01
    Private Krankenversicherung als Familienmitglied eines Nato-Mitarbeiters?

    Wir haben eine neue Mitarbeiterin, die angegeben hat, dass ihr Mann bei der NATO ist, und sie als Familienangehörige ebenfalls privat über die Allianz versichert ist (Nato-Truppenstatut, Ottawa-Agreement). Normalerweise wäre sie aufgrund ihres Jahresgehalts gesetzlich krankenversichert.

    Uns liegt ein Nachweis der Allianz in englischer Sprache vor, allerdings noch für das Vorjahr.

    Dürfen wir die Mitarbeiterin tatsächlich als privat krankenversichert schlüsseln?

    Dieser Sonderstatus für NATO-Mitarbeiter war uns bislang nicht bekannt.

    Vielen Dank im Voraus!

  • 02
    RE: Private Krankenversicherung als Familienmitglied eines Nato-Mitarbeiters?

    Hallo Herr Huth,
     
    grundsätzlich gilt für die sozialversicherungsrechtliche Beurteilung von Beschäftigungen das Territorialitätsprinzip. Dies bedeutet, dass - unabhängig vom Wohnort - in dem Land Sozialversicherungspflicht entsteht, in dem die Beschäftigung ausgeübt wird.
     
    Angehörige eines Mitgliedes einer NATO-Truppe oder eines zivilen Gefolges unterliegen nach Auffassung der Spitzenverbände der Sozialversicherungsträger den deutschen sozialversicherungsrechtlichen Vorschriften, wenn es sich bei dem Arbeitgeber nicht um die NATO-Truppe selbst handelt. In diesen Fällen ist nicht die Beschäftigung eines Ausländers bei einem exterritorialen, sondern bei einem inländischen Arbeitgeber zu unterstellen.
     
    Die Tatsache, dass es sich hierbei um die Ehefrau eines Nato-Angehörigen handelt, schließt die Versicherungs- und Beitragspflicht nach deutschem Recht nicht aus.
    Bezogen auf Ihren Sachverhalt bedeutet dies, dass die Mitarbeiterin grds. der Sozialversicherungspflicht in allen Zweigen unterliegt.
     
    Mit freundlichen Grüßen
     
    Ihr Expertenteam

  • 03
    RE: Private Krankenversicherung als Familienmitglied eines Nato-Mitarbeiters?

    Danke für die Bewertung dieses interessanten Falles!

    Besteht für die MA in dieser Konstellation die Möglichkeit, sich auf Antrag dauerhaft von der Versicherungspflicht befreien zu lassen?

    Freundliche Grüße

     

  • 04
    RE: Private Krankenversicherung als Familienmitglied eines Nato-Mitarbeiters?

    Hallo Frau Müller,
     
    bezogen auf Ihren Sachverhalt besteht für die Mitarbeiterin weder die Möglichkeit sich von der Kranken- und Pflegeversicherung noch von der Renten- und Arbeitslosenversicherung befreien zu lassen.
     
    Mit freundlichen Grüßen
     
    Ihr Expertenteam

Zur Übersicht
Kontakt zur AOK
Grafik Ansprechpartner
Ihr Ansprechpartner steht Ihnen gerne für Ihre Fragen zur Verfügung.
Grafik e-mail
Melden Sie uns Ihr Anliegen, wir antworten umgehend oder rufen Sie zurück.