Expertenforum - Praktikum in der Ausbildung (Berufsschule)

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  • 01
    Praktikum in der Ausbildung (Berufsschule)

    Hallo,


    ich habe folgende Anfrage und möchte Sie um Ihre Hilfe bitten:


    Wir haben eine Praktikantin. Das Praktikum ist unterstützend zur Ausbildung (Kosmetikerin). Sie besucht eine Berufsschule (das Praktikum dauert ca. 1 Jahr, umfasst 560 Zeitstunden, die praktische Ausbildung umfasst alle im Kosmetikinstitut anfallenden Tätigkeiten und dient zur Vertiefung der im Unterricht erworbenen Kenntnisse und Fertigkeiten ). Für dieses Praktikum sollte unsere Praktikantin 520 € Arbeitsentgelt bekommen.


    Wir sind davon ausgegangen, dass es sich um ein vorgeschriebenes Zwischenpraktikum handelt.

    Kann unsere Praktikantin mit dem Personengruppenschlüssel 190 angemeldet werden oder ist das nur für Studenten im vorgeschriebenen Zwischenpraktikum möglich.

    oder sollte sie als Sozialversicherungspflichtige angemeldet werden, 101, 1111 bzw. 109 Minijob ?


    Auf der Seite von Minijob-Zentrale habe ich Hinweis gefunden, dass die Praktikanten grundsätzlich sozialversicherungspflichtig ist und die Ausnahmen gibt für Studenten ...


    " Vorgeschriebene Praktika sind in einer Ausbildungs- oder Prüfungsordnung verpflichtend vorgesehen. Sie finden also im Rahmen der betrieblichen Berufsbildung statt. Der Praktikant oder die Praktikantin ist grundsätzlich sozialversicherungspflichtig – unabhängig von der Höhe des Verdienstes. Selbst, wenn die Person nicht mehr als 520 Euro verdient, oder das Praktikum auf drei Monate befristet ist, gelten nicht die Minijob-Regelungen.

    Eine Ausnahme bilden hier die vorgeschriebenen Praktika während des Studiums, siehe nächster Abschnitt".


    Für Ihre Hilfe wäre ich sehr dankbar.


    Mfg

    Anna


     

  • 02
    RE: Praktikum in der Ausbildung (Berufsschule)

    Guten Tag,
     
    der Begriff „Praktikant“ ist sozialversicherungsrechtlich sehr vielfältig gelagert und unterschiedlich zu beurteilen. Wir empfehlen Ihnen für eine verbindliche Beurteilung die zuständige Krankenkasse unter Vorlage aller notwendigen Unterlagen („Praktikums“-Vertrag, Ausbildungsvertrag falls vorhanden) einzubinden.
     
    Ganz allgemein geben wir Ihnen gerne Auskunft:
     
    Zu der Thematik „Praktikanten in der Sozialversicherung“ empfehlen wir Ihnen den Beitrag in unserem Fachportal für Arbeitgeber Praktikanten Sozialversicherung | AOK - Die Gesundheitskasse
     
    Im § 7 Absatz 2 SGB IV ist geregelt, dass u.a. Praktikanten als zur Berufsausbildung Beschäftigte gelten.
     
    Teilnehmer an Ausbildungen mit Abschnitten des schulischen Unterrichts und der praktischen Ausbildung, für die ein Ausbildungsvertrag und Anspruch auf Ausbildungsvergütung besteht (praxisintegrierte Ausbildungen) sind seit dem 1.7.2020 an den zur Berufsausbildung Beschäftigten gleichgestellt.
    Somit sind diese Teilnehmer kranken-, pflege-, renten- und arbeitslosenversicherungspflichtig. Diese Regelung stellt sicher, dass Auszubildende in praxisintegrierten schulischen Ausbildungsgängen unabhängig vom konkreten Ausbildungsberuf dann in die Sozialversicherungspflicht einbezogen sind, wenn ein Ausbildungsvertrag abgeschlossen wurde und ein Anspruch auf Ausbildungsvergütung besteht. Praxisintegrierte schulische Ausbildungsgänge kommen überwiegend in Gesundheitsberufen oder bei Erziehern vor.
     
    Da uns nicht bekannt ist, ob die schulische Ausbildung an einer Berufsfachschule die die Bundesagentur für Arbeit, im Rahmen einer dualen Ausbildung oder eines Fernstudiums durchgeführt wird, kann eine sozialversicherungsrechtliche Beurteilung im Rahmen dieses Forums leider nicht beantwortet werden.
     
    Mit freundlichen Grüßen
     
    Ihr Expertenteam

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