Expertenforum - Pfändung - Urlaubsabgeltung

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  • 01
    Pfändung - Urlaubsabgeltung

    Eine Mitarbeiterin ist zum 31.12.2022 ausgeschieden. Mit der Abrechnung für 12/2022 wurde das reguläre monatliche Gehalt und eine Urlaubsabgeltung für 15 nicht genommene Urlaubstage abgerechnet. Ist bei der Ermittlung des pfändbaren Betrages das tatsächliche Nettoentgelt der Abrechnung für 12/2022 maßgebend? Oder muss der pfändbare Betrag anhand von 2 Fiktiv-Berechnungen ermittelt werden und zwar:

    1. Nettoentgelt für 12/2022, welches sich ohne Urlaubsabgeltung ergeben würde - als Basis für die Ermittlung des ersten Teils des pfändbaren Betrages

    2. Nettoentgelt für 01/2023, welches sich ergeben würde, wenn ab dem 01.01. 2023 für 15 Urlaubstage (entspricht der Höhe der abgerechneten Urlaubsabgeltung) Urlaubsvergütung zu zahlen wäre - als Basis für die Ermittlung des zweiten Teils des pfändbaren Betrages

  • 02
    RE: Pfändung - Urlaubsabgeltung

    Sehr geehrter Fragesteller,


    vielen Dank für Ihre Frage.


    Die Urlaubsabgeltung ist zunächst grundsätzlich pfändbar. Allerdings darf für die Ermittlung des pfändbaren Arbeitseinkommens nicht auf das Nettoentgelt für den Monat Dezember 2022 abgestellt werden. Vielmehr ist für Pfändbarkeit nicht der Auszahlungsmonat maßgeblich, sondern der Zeitraum, für den die Arbeitsbefreiung im weiterbestehenden Arbeitsverhältnis hätte gewährt werden müssen. Das heißt, die Urlaubsabgeltung ist dem Januar 2023 zuzurechnen; das pfändbare Einkommen ist für diesen Monat also gesondert zu berechnen. Für den Dezember 2022 muss dann aber natürlich die Urlaubsabgeltung unberücksichtigt bleiben. Es ist also das fiktive Nettoentgelt zu ermitteln, welches sich ohne die Urlaubsabgeltung gegeben würde.


    Sollten Sie weitere Fragen haben, stehen wir gern zur Verfügung.


    Mit freundlichen Grüßen


    Ihr Fachexperte Arbeitsrecht

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