Expertenforum - nicht vorgeschriebenes Zwischenpraktikum

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Expertenforum

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  • 01
    nicht vorgeschriebenes Zwischenpraktikum

    Sehr geehrtes Expertenteam,


    unser Mandat hat für den Zeitraum 01.09. bis 15.10.2021 einen Praktikanten eingestellt, er ist BWL-Student und leistet dieses Praktikum freiwillig neben seinem Studium (freiwilliges Zwischenpraktikum). Verdienst € 1.000,00, bei einer 40 Std. Woche. Vermittelt werden sollen Kenntnisse aus der Praxis in Bereich StB+WP.


    Ist der Praktikant, als sv-pflichtiger AN anzumelden mit 101 (1111) oder doch als kurzfristig Beschäftigter 110 (0000)?


    Was ist dabei maßgebend? Die Kenntnisse, die erlangt werden, welche für das Studium förderlich sind oder doch nur der Beschäftigungszeitraum, also die Maßgaben für eine kurzfristige Beschäftigung)?


    Ist die Anmeldung als kurzfristig Beschäftigter ein muss oder ein kann?


    vielen Dank im Voraus

    Mit freundlichen Gruß

    Lohnabrechner 04

     

  • 02
    RE: nicht vorgeschriebenes Zwischenpraktikum

    Guten Tag,
     
    in der Sozialversicherung werden Praktikanten, die ein nicht vorgeschriebenes Praktikum ausüben, wie „normale“ Beschäftige behandelt, so dass der Praktikant in Ihrem Beispiel grds. mit den Beitragsgruppen 1111 und der Personengruppe 101 zu melden wäre.
     
    Eine kurzfristige Beschäftigung liegt vor, wenn die Beschäftigung für eine Zeitdauer ausgeübt wird, die im Laufe eines Kalenderjahres auf nicht mehr als drei Monate oder insgesamt 70 Arbeitstage nach ihrer Eigenart begrenzt zu sein pflegt oder im Voraus vertraglich begrenzt ist; dies kann auch dann gelten, wenn die kurzfristige Beschäftigung die Voraussetzungen einer geringfügig entlohnten Beschäftigung erfüllt.

    Eine kurzfristige Beschäftigung liegt allerdings nicht mehr vor, wenn die Beschäftigung berufsmäßig ausgeübt wird und das Arbeitsentgelt aus dieser Beschäftigung 450,00 € überschreitet.

    Da sich in Ihrem Fall die jetzige Beschäftigung in diesen Zeitgrenzen bewegt, ist in einem weiteren Schritt zu prüfen, ob der beschäftigte Student bereits im Laufe eines „Zeit-Jahres“ (nicht Kalenderjahres) andere Beschäftigungen mit einer wöchentlichen Arbeitszeit von mehr als 20 Stunden ausgeübt hat und ob er seinem Erscheinungsbild nach noch als ordentlicher Studierender anzusehen ist oder bereits zum Kreis der Beschäftigten gehört.

    Der Jahreszeitraum zur Statusbestimmung ist in der Weise zu ermitteln, dass vom voraussichtlichen Ende der jetzt zu beurteilenden Beschäftigung ein Jahr zurückgerechnet wird (hier: 16.10.2020 – 15.10.2021). 
    Anzurechnen sind „alle Beschäftigungen in diesem Zeitraum“, in denen – „unabhängig von der versicherungsrechtlichen Beurteilung“ – die wöchentliche Arbeitszeit mehr als 20 Stunden beträgt.

    Von einer Zugehörigkeit zum Kreis der Beschäftigten ist in den Fällen auszugehen, in denen ein Student im Laufe eines Jahres mehr als 26 Wochen (182 Kalendertage) in einem Umfang von mehr als 20 Stunden wöchentlich beschäftigt ist.
     
    Sind nach den vorgenannten Regelungen die Voraussetzungen für eine kurzfristige Beschäftigung nicht gegeben, ist die seit dem 01.09.2021 bestehende Beschäftigung versicherungspflichtig in allen Zweigen der Sozialversicherung zu beurteilen.
     
    Mit freundlichen Grüßen  
     
    Ihr Expertenteam

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